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Test
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28.11.2019

Dynaudio Core Sub Test

Aktiver Subwoofer

Dänisches Understatement

Was ein Prügel! Geliefert wird der Dynaudio Core Sub in einer schicken Holzbox, die es allerdings unmöglich macht, das Gebinde allein zu bewegen. Die Größe ist dabei nicht unbedingt das Problem, aber das Bruttogewicht von 60 kg zwingt zum Umdenken – denn Henkel gibt es an der Transportbox unverständlicherweise nicht. 

Gut also, dass am Tag der Anlieferung zwei kräftige Handwerker im Haus waren, um mir den Sub für hübsche Fotos in den vierten Stock zu hieven. Und obwohl ich grundsätzlich kein Freund von Subwoofern im Stereobetrieb bin, übermannte mich beim ausgepellten Objekt dann doch infantiler Schabernack und die Ankunft wurde mit lauten Bassdonnern gefeiert – zum Leid aller Mitbewohner meines Berliner Altbaus.

Details

Einordnung

Der Dynaudio Core Sub ist ein aktiver Subwoofer mit digitalen und analogen Eingängen. Er gehört zur neuen Core-Serie und ergänzt damit gern alle Monitore der Familie, namentlich Core 7Core 47 und auch Core 59. Die Chassis werden von Hand in Dänemark gefertigt und individuell kalibriert.

Geschlossenes Gehäuse mit vier 9-Zoll-Treibern

Dynaudio baut schon immer sehr gute Subwoofer. Ein herausstechendes Merkmal ist die geschlossene Bauweise – also der Verzicht auf „Hütchenspieler-Tricks“ wie Bassreflex – wodurch der Bass theoretisch nicht so tief und effizient spielen dürfte, aber praktisch schneller und knackiger ist. Gute, geschlossene Subs „ballern“ also mehr, anstatt nur grummelig zu dröhnen, und das weckt durchaus Interesse. Das Gehäuse ist aus pulverlackierten MDF-Platten, intern verstrebt und mit dicken Inbusschrauben gesichert.

Damit trotz „ineffektiven“ geschlossenen Gehäuses reichlich Druck nach außen dringt, bietet der 48kg-Klotz von Dynaudio gleich vier 9-Zoll-Treiber mit richtig dicken Sicken; zwei davon übereinander links, zwei rechts, möchte man das Logo vorn und die Kabel hinten haben. Viele „kleine“ Treiber anstatt eines großen trägen Tellers sind ein weiteres Indiz für schnelle Bässe, soviel sei bereits an dieser Stelle verraten.

Angefeuert werden die vier Woofer von zwei 500W-Class-D-Amps und erreichen so einen Maximalpegel von 120 dB Peak. Angaben zur Verzerrung fehlen leider. Der Übertragungsverlauf ist indes mit ±3 dB gemessen und erstreckt sich von bemerkenswert tiefen 15 bis zu 200 Hz. Mit diesen brutalen Werten im Hinterkopf kann bei den Maßen von 39,0 x 51,4 x 36,5 cm (B x H x T) durchaus das Attribut „kompakt“ benutzten.

AES und XLR, aber kein Bassmanagement

Ein Bassmanagement gibt es hier nicht, was nicht sonderlich überrascht, da Dynaudio mit der gesamten Serie weit über 5.1 hinaus zielt. Immersive und 3D Audio sind die neuen Stichwörter und da würde es zugegebenermaßen doch recht eng am Steckfeld werden. 2.1/2.2 und 5.1 sind trotzdem mit Einschränkungen möglich, wie wir gleich sehen werden.

Der Sub kennt zwei XLR-Eingänge: Analog und AES3. Der AES arbeitet mit bis zu 24 Bit und 192 kHz und unterstützt natürlich Single-Wire, das heißt linker und rechter Kanal werden über ein Kabel gemeinsam übertragen. Mit einem der kleinen Schiebeschalter auf der Rückseite kann man den Kanal entsprechend auswählen oder sogar L/R intern summieren lassen. Hinzu kommt ein digitaler XLR-Ausgang, um den AES an den nächsten Sub oder Speaker durchreichen zu können: perfekt für digitales 2.1 und 2.2 sowie Surroundsetups mit eigenem LFE-Kanal. Ein Wordclock-Eingang lässt außerdem externes Clocking zu.


Analog ist der Core Sub jedoch eine Sackgasse, da es keinen Thru oder Analog Out gibt. Insofern erübrigt es sich die Frage nach einer L/R-Summierfunktion. Das ist nicht schlimm, muss beim Kauf nur eben beachtet und damit zusätzlich budgetiert werden. Die meisten Monitorcontroller, die dieser Klasse würdig sind, bringen aber entsprechende Funktionen mit. 

Individuelle DSP-Filter höchster Güte

Bevor wir die Korrekturziele der Filter anschauen vorab noch der allgemeine Hinweis, dass hier – wie bei allen Speakern der Core-Serie – ein „Analog Device“-DSP mit 32 Bit intern zu Werke geht. Dieser clockt sich immer auf die anliegende Samplerate und benutzt für jede Samplerate außerdem unterschiedliche IIR-Filter, sodass keine Konvertierung notwendig ist. Wird hingegen der analoge Input genutzt, läuft der Sub stets mit 192 kHz.

Die Filter wurden durch entsprechende „Real Life“-Messungen der Gehäuse in Dynaudios schaltotem Raum (13 x 13 x 13 m) gewonnen und kommen so der Praxis deutlich näher als ein simpler Bass-Shelf. Die Filter sind zudem in „Double Precision“ (64 Bit) hinterlegt. Jeder Speaker der Serie und der Sub benutzten zwar die selben Filternamen – pro Box werden diese aber unterschiedlich umgesetzt, um so innerhalb der Serie wiederum ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen. Eigene Filter, weitere DSP-Optionen oder gar die Möglichkeit zum selber Einmessen gibt es nicht – der vorhandene USB-Anschluss ist nur für Servicezwecke gedacht.

Viele Konfigurationsmöglichkeiten


Bemerkenswert für einen Subwoofer ist überhaupt erstmal das Vorhandensein von Raumkorrekturfiltern. Unter der Rubrik Position gibt es wie auch bei den Core-Speakern die Optionen Free, Wall und Corner sowie die Möglichkeit zwischen Anechoic- und Suffit-Platzierung zu unterschieden. Letzteres bildet den Unterschied zwischen freier Aufstellung und Wandeinbau ab, die ersten drei Optionen hingegen bedienen den Abstand zu den Raumecken.

Eine Desk-Filter-Option wie bei den Speakern gibt es nicht und das wird hoffentlich jedem einleuchten. Gleiches gilt für den Low-Cut der Satelliten, wofür sich hier ein High-Cut findet. Ich vermute, dass es bei 80 Hz einsetzt, denn Angaben dazu finden sich nicht. Generell fehlt dem Online-Handbuch der Absatz zum Subwoofer.

Ein Auto-Power-Feature sowie drei Schieberegler für die Lautstärke (Attenuation, SPL und Analogue Input Sensitivity) runden unseren Überblick ab. Im Kombination gibt es so bis zu 3 x 4 x 4 = 48 Zwischenschritte für den Ausgangspegel, einen Phase Switch indes nicht.

Pro & Contra

  • geschlossenes Gehäuse

  • vier 9-Zoll-Woofer

  • 1000 Watt Class D
  • 
Raumkorrektur

  • kein Contra

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