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Test
4
18.11.2020

Fazit

Wer bereit ist, 2000 bis knapp 7000 Euro für ein E-Drumset hinzublättern – das ist die Preisspanne, die dieser Vergleichstest abdeckt – , der hat entweder eine professionelle Anwendung, zum Beispiel den Einsatz auf der Bühne, im Sinn oder ist auf der Suche nach einem anspruchsvollen und authentisch klingenden Übungsset für Proberaum oder Wohnung. Welche Testkandidaten sich für welche Zwecke eignen, verraten wir euch jetzt. 

Platz 1:

Eines sollte vorweg klar gestellt werden: Das Spielgefühl und die Klangverläufe eines echten Drumsets kann man selbst mit einem E-Drumset der Luxusklasse nur schwer erreichen. Das 5500 Euro teure GEWA G9 Pro L6 kommt mit einer fein aufgelösten Dynamik und den sehr authentischen Sounds da aber immerhin ziemlich dicht ran. Im Easy Modus lässt es sich über das Touchscreen – das auch Setlists als PDF-Dateien darstellen kann – kinderleicht bedienen, und wer sich seine Klangwelten gerne selber erstellt, kann sich angesichts der sehr umfangreichen Klangbearbeitungsmöglichkeiten nach Herzenslust austoben. Mit seinen Bluetooth- und WLAN-Schnittstellen samt XLR-Ausgängen bietet es in der Summe auch die beste Ausstattung und macht sowohl zuhause, als auch im Studio oder auf der Bühne eine hervorragende Figur.

Platz 2:

Das Roland TD-50KV reicht klanglich zwar nicht an die Authentizität des GEWA heran, überzeugt aber durch eine rekordverdächtige Latenz von gerade mal drei Millisekunden und wirkt insgesamt einfach sehr ausgereift. Zudem ist es durch seine extrem massive Konstruktion absolut bühnentauglich und taugt auch als klanglich flexibles Proberaumkit. Die Positionserkennung auf den hervorragenden Snare- und Ride-Digitalpads funktioniert besser als beim GEWA, und auch bezüglich der Möglichkeit, zehn separate Kanäle gleichzeitig auf eine DAW aufzuzeichnen (das GEWA schafft nur acht), sammelt das TD-50KV Punkte. Ein Wermutstropfen ist allerdings der Preis, knapp sieben Riesen muss man für das Kit auf den Tisch blättern.

Platz 3:

Mit 2800 bis 4500 Euro sind die kleinen Brüder des TD-50KV, die Roland TD-27KV bzw. VAD503 und VAD506 Kits, deutlich erschwinglicher als das Topmodell, bieten aber dennoch teilweise gleiche oder zumindest ähnliche Features. Dazu gehört unter anderem die Ausstattung mit zwei Digitalpads sowie die fast ebenso umfangreichen Editierungsmöglichkeiten. Auch das relativ authentische Akustikdrum-Feeling der VAD-Kits ist mit dem TD-50KV vergleichbar. Gravierende Schwächen konnten wir nicht entdecken, und auch wenn das TD-27KV nicht ganz das klangliche Niveau des großen Bruders erreicht, bietet das Gesamtpaket doch sowohl für den ambitionierten Hobbymusiker als auch für den Tanzmusik-Profi alles, was das Herz begehrt und ist eine Kampfansage an das Zugpferd im eigenen Hause.

Platz 4:

Das Pearl e/MERGE Hybrid liegt mit knapp über 4000 Euro zwischen den beiden Roland VAD-Kits und verweist stolz auf seine "fast latenzfreie Wave Trigger Technology", die im Prinzip vergleichbar ist mit dem Positional Sensing der Roland- und GEWA-Kits. Leider wird das Versprechen nicht eingelöst, denn die Latenzwerte liegen mit neun Millisekunden in einem gerade noch akzeptablen Bereich. Dafür hat das e/MERGE Hybrid ein sehr übersichtliches Bedienkonzept und bietet 20 akustische Drumkitsmit authentisch und dynamisch klingenden Snare- und Beckensounds, und auch die Electronic-, Hybrid- und World-Sounds aus Korgs Hi-Definition Sample Libraries klingen überzeugend. Dadurch ist das Set der ideale Begleiter für Hobbytrommler, die sich nicht mit technischen Details auseinandersetzen wollen, sondern einfach eine anständige Simulation eines akustischen Drumsets für das Üben zuhause suchen. Allerdings trüben Übersprechungen zwischen den Pads – die sich im Testverlauf nicht eliminieren ließen – das Bild, sodass die Bewertung nicht das Niveau der Roland- und GEWA-Kits erreichte.

Platz 5:

Mit Alesis ist neben Roland ein weiterer Hersteller im Vergleichstest vertreten, der sich durch ein breites Angebot an E-Drumsets auszeichnet. Allerdings sind die Alesis-Kits traditionell überwiegend in der unteren und mittleren Preisklasse angesiedelt – mit Ausnahme des rund 2400 Euro teuren Alesis Strike Pro, das in diesem Vergleichstest das erschwinglichste E-Drumset ist. Nur unwesentlich teurer ist das Roland TD-27KV, das sich allerdings im direkten Vergleich besser schlägt. Zwar spielen sich die Alesis Mesh Head Pads aufgrund ihrer Größe sehr komfortabel, und auch die Ausstattung mit 1600 Sounds und einer geräteinternen Samplingfunktion lässt aufhorchen, aber in der Summe gibt es dann doch viele gravierende Schwächen. Dazu gehören die langen Ladezeiten der Kits, die extrem hohe Latenz sowie die angesichts der Preisklasse unzureichende Qualität der akustischen Drumsounds.

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Veröffentlicht am 18.11.2020

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