Test
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11.12.2017

Electro-Voice ELX200-10P und ELX200-12SP Test

Aktive PA-Boxen

Take it easy!

Aus gut aufeinander abgestimmten Komponenten exzellent klingende Beschallungssystemen zu bauen, war immer schon eine Kernkompetenz von Electro Voice. Wie gut den Nordamerikanern das mit der neuen, federleichten ELX200-Serie gelungen ist, zeigt der Bonedo-Test. Wir hatten ein Trio aus zwei ELX200-10P Tops und einem ELX200-12SP Sub zu Gast.

Details

Lediglich 13 Kilogramm wiegt das Top. Dank der drei Griffe, einer davon auf der Oberseite, lässt es sich einfach aus dem Karton befreien. Das niedrige Gewicht ist hauptsächlich auf das Kunststoffgehäuse zurückzuführen, das einen 10-Zoll-Tieftontreiber und einen 1-Zoll-Hochtöner beherbergt. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und besitzt eine Monitorschräge. Zudem gibt es die obligatorische Hochständeraufnahme, durch eingelassene Montagepunkte wird die Box uneingeschränkt flugfähig. Mit seinem vollflächigen Lautsprechergitter hinterlässt die Box einen neutralen, sachlichen Eindruck.

Auf der Rückseite befindet sich erwartungsgemäß das Aktivmodul samt Anschlüssen und Bedienelementen. Den User erwarten zwei Mic/Line-Eingänge (Combobuchsen), der erste Eingang ist zusätzlich mit zwei Cinch-Buchsen ausgestattet. Über eine Link-Out-Buchse lassen sich weitere Aktivboxen mit Signalen versorgen. Für die Stromversorgung nutzt Electro Voice bei der ELX200-Serie Kaltgerätebuchsen, PowerCon hätte der Serie meiner Meinung nach der besser gestanden.

ELX200-12SP Subwoofer

Im Gegensatz zum Topteil besitzt der Subwoofer ein Holzgehäuse mit schwarzem Strukturlack. In das Gehäuse sind zwei Griffe eingelassen, auf der Oberseite gibt es eine M20-Distanzstangenaufnahme. Das vollflächige Lautsprechergitter mit hinterlegtem Akustikvlies ist vom Design her identisch mit dem des Topteils. Es verfügt über das gleiche Electro-Voice-Logo, unter dem eine weiße Status-LED angebracht ist. Sie weist auf Netzspannung oder Limiteraktivitäten hin.  Sollte die LED stören, lässt sie sich per DSP abschalten.

Als Treiber kommt ein achtohmiges 12-Zoll-Ferrit-Chassis mit Blechkorb zum Einsatz. Der Treiber sitzt direkt auf der Schallwand; rechts davon befindet sich ein großer Rechteck-Port, der sich über die gesamte Länge des Gehäuses zieht. Trotz allem wiegt der Subwoofer gerade einmal 19 Kilogramm! Ein Gewicht, das besonders die Einzelkämpfer erfreut.

Äußerlich unterscheidet sich das Aktivmodul von dem des Topteils nur durch unterschiedliche Anschlüsse: Der Sub verfügt über zwei Combobuchsen-Eingänge und zwei Link-Out-Buchsen. Somit lässt sich auch die beliebte 2:1-Kombination (zwei Topteile und ein Subwoofer) umsetzten. Der kompakte Tieftonfreund ist nur etwas größer als ein Bierkasten und findet somit nahezu überall einen Platz.

Voll am Rad drehen

Kommen wir zum DSP der ELX200-Serie, dessen Bedienung komplett über einen Push´n´Turn-Encoder erfolgt. Dreht man am Rad (Encoder), verhält sich dieser wie ein Volume-Poti. Ein Druck auf den Encoder öffnet das DSP-Menü und dann scrollt man mit dem Encoder durch die Auswahl. Ist der entsprechende Eintrag gefunden (beispielsweise EQ), drückt man den Encoder erneut und kann dann durch Drehen die Parameter verändern. Sehr simpel und auch ohne Bedienungsanleitung zu verstehen.

Das Topteil lässt sich zunächst in seiner Grundfunktion konfigurieren, beispielsweise für den Stativ- oder Monitorbetrieb. Für weitere klangliche Korrekturen steht ein dreibandiger EQ mit festen Frequenzen zur Verfügung. Außerdem der gestattet das Modul die Anpassung an die aktuelle Beschallungsaufgabe mit den vier Modi: Music, Live, Speech und Club.

Andere Menüeinträge erlauben das Deaktivieren der Front-LED oder die Aktivierung der Bluetooth-Schnittstelle. Sie ist für die Fernsteuerung mittels QuickSmart-App notwendig. Schön, dass sich Settings auf fünf Speicherplätzen ablegen lassen; ideal, wenn man regelmäßig zwischen Locations pendelt.

Der DSP des Subwoofers ist sehr ähnlich strukturiert, bietet aber zusätzlich Einstellungen für die Frequenzweiche. Neben Trennfrequenzen bei 80, 100, 120 und 150 Hertz gibt es Settings für den Betrieb mit EV-Topteilen aus den Serien ELX, EKX, ELX200 und ZLX.

Weniger schön: Es gibt keine regelbare Laufzeitverzögerung. Sind Bässe und Topteile weit voneinander platziert oder sollen die Topteile als Delay-Line zum Einsatz kommen, wäre das sehr komfortabel gewesen.

Turn me App

Alternativ zur Bedienung direkt an den Boxen empfiehlt sich die kostenlose QuickSmart-App für iOS-Geräte. Sie ist einfach zu handhaben und dennoch gut ausgestattet. Wurde QuickSmart gestartet, sucht die App nach allen per Bluetooth funkenden ELX200-Mitgliedern und stellt diese zur Auswahl. Jetzt kann der Anwender entscheiden, ob er die Boxen separat steuern oder in einer Gruppe zwecks gemeinsamer Bedienung zusammenfassen möchte.

Übrigens: Musik über Bluetooth zu streamen ist nicht vorgesehen. Dafür überrascht die Reichweite der Fernsteuerung: Es war kein Problem, das System über ein iPhone 5 aus 25 Metern Entfernung sicher zu steuern. Die QuickSmart-App überzeugt und stellt für iOS-Anwender einen deutlichen Mehrwert da.

Pro & Contra

  • kompakt
  • gute Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • DSP
  • sehr leicht
  • professioneller Sound
  • iOS-Remote-App / Bluetooth-Remote

  • keine Line-Delay-Funktion

Gehört zu dieser Serie

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