Hersteller_Elektron Software
Test
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06.07.2017

Praxis

Electronic Beats in Kooperation mit Bonedo

In den Details bin ich schon sehr detailliert auf viele Features eingegangen und konnte mir an vielen Stellen auch bereits eine gewisse Einschätzung nicht verkneifen. Wer lesefaul ist, wird sich aber sicherlich besonders über unsere Electronic Beats Kooperation freuen, in denen kein geringerer als Martin Stimming (Interview mit Stimming) uns einen besonders detaillierten Überblick im Video gibt. Seine Meinung deckt sich weitestgehend mit meiner.

Komplex, aber dennoch überwiegend einfach zu bedienen

Der Workflow von Elektron dürfte den meisten bekannt sein. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Viel dazwischen gibt es eigentlich nicht. Ich bin Elektron-Nutzer der ersten Stunde, hab mich aber über die Zeit etwas distanziert – und das vor allem, weil die Kisten für meinen Geschmack immer komplizierter wurden, was vor allem an den zunehmenden, unzähligen Doppelbelegungen liegt.

Klar, auch die Machinedrum benötigte anfangs Einarbeitung, hat sich aber dennoch weitestgehend selbst erklärt. Beim Digitakt habe ich grundsätzlich wieder das Gefühl, dass sich Elektron auf die von mir sehr geschätzten „alten Werte“ zurückbesinnt. Allein das große Display ist ein Segen! Den großen Encoder der alten Machinedrum zur unkomplizierten und vor allem extrem schnellen Track-Selection vermisse ich jedoch nach wie vor. 

Es gibt also auch hier leider nicht wenige Doppelbelegungen – ganz so vertrackt wie Rytm oder A4 kommt mir diese Kiste aber nicht vor. „Straight Outta Sweden“ sozusagen. Was immer noch stört, ist allerdings der Umstand, dass – zumindest mir – nicht immer ganz klar ist, warum man Werte von Subpages mal mit dem rechten Level/Data-Regler anpasst und mal mit den acht A-H Encodern. Es im Zweifelsfall mit beiden zu können, hätte sicherlich nicht geschadet. Doch das ist nur minimale Kritik und vielleicht auch mit einem weiteren OS-Update behoben.

Klang

Die Sample-Engine klingt gut und die Wandler recht druckvoll. Die Machinedrum fand ich vom Grundsound her immer etwas schwach, das ist hier aber nicht mehr der Fall. Die Qualität der mitgelieferten Sounds ist gut, allerdings kann ich kein abschließendes Urteil fällen, da mir nur recht wenig Samples vorlagen. Ich denke aber, man wird mit dem Factory-Content mehr als gut arbeiten können – falls nicht, kann man ja auch eigene Samples importieren.

Die Qualität der verbauten Effekte ist gut, aber recht simpel. Parameter-Locks für das Delay und den Reverb gibt es immer noch nicht. Summen-Effekte wie Kompression und Limiter auch nicht. Gerade bei dem Reverb vermisse ich unterschiedliche Charakteristiken. Bei kurzen Decays klingt dieser oftmals sehr "Boing". Für plakative Effekte ist er aber mehr als ausreichend.

Overbridge

Das Gerät ohne die verfügbare Software zu releasen halte ich für gewagt und etwas übereilt. Somit ist unklar, ob sich der Digitakt auch als Audiointerface verwenden lässt. Dennoch ist das kein gänzlicher Beinbruch, da ich die Steuerungsmöglichkeit via Overbridge hier für nicht so relevant halte. Ein Software Plug-in für einen externen Hardware-Sampler, nun ja. Ableitend von den bekannten Overbrige-Unterstützungen kann man aber sagen, dass graphisch sicherlich alles erste Sahne sein wird, die Latenz allerdings zu einem Problem werden könnte. Das sind aber wie gesagt nur Spekulationen!

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Hardware
  • acht Sample-Tracks
  • acht zusätzliche MIDI-Tracks
  • äußerst ausgereifter Sequenzer

  • klappernde Taster

Gehört zu dieser Serie

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