Test
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07.12.2012

Equator D5 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Und die Welt dreht sich!

Mit der D5 setzt der amerikanische Hersteller Equator Audio Research seine Koaxial-Bauweise konsequent fort und versucht dabei auch, kleine Preis-Gefilde zu erobern, wodurch er in den Staaten mittlerweile auch Kultstatus genießt. Die bedeutend teureren Q10 und Q8 hatten wir bereits im bonedo-Test. 

Nur als Europäer kam man bisher nicht in den risikolosen Genuss der kleinen Speaker, da komplizierte und teure Einfuhrbedingungen (Transport, Zoll, Mehrwertsteuer) sowie die schwierige und auch sehr teure Umtauschsituation einer Einzelbestellung, z.B. im Falle eines Transport-Defekts, aus dem „offensichtlichen“ Schnäppchen auch schnell mal ein Flop macht. Mal ganz davon abgesehen, dass die Amis auch auf eine andere Netzspannung von 120 V setzen.

Wie gut, dass sich also die B4 Distribution dieser Risiken angenommen hat, und nun auch endlich Europäer an den kleinen Koaxs in Verbindung mit einem gewohnten, deutschen Gewährleistungsanspruch ihre Freude finden können. Na und das schauen wir uns jetzt mal genauer an!

Details

Die Equator D5 ist - wie auch die hochpreisige Q-Serie – ein „digitaler“, aktiver Monitor mit aufwendigem Koaxial-Aufbau des LF- und HF-Treibers. Allerdings handelt es sich bei der D-Serie um deutlich kleinere Monitore, weswegen auch auf den allzu mächtigen Horn-Vorbau der Q-Serie verzichtet wird. 

Damit kommt man dem Ideal des Punktstrahlers schon sehr nahe, wodurch sich die Boxen vor allem auch im „sehr nahen“ Nahfeld, sprich dem Direktfeld, bewähren sollten. Im weiteren Vergleich zur Q-Serie verzichtet man auch auf die Möglichkeit der automatischen Kalibrierung mit Messmikro und „vielen“ umfangreicheren Filterkurven. Das muss allerdings gar nicht schlimm sein, wie wir noch sehen werden.

Das Chassis sowie der Bassport sitzen sauber eingeschraubt in dem massiv anmutenden MDF-Gehäuse, welches mit seiner grauen Lackierung an einen soliden PA-Subwoofer, o.ä. erinnert. Die Gehäusekanten wurden leicht abgerundet. Das Design ist also eher funktional-rustikal, als fancy – doch das ist mit dem Blick auf den Preis und dem Verwendungszweck „Studio“ als durchaus positiv zu bewerten. Klar, mit Klavierlack sieht es sicherlich schicker aus (ist natürlich auch Geschmackssache), doch trägt ein solch teures Finish keinesfalls zu einem besseren Klang bei.

Im Inneren des 247 x 177 x 216 mm großen Gehäuses arbeitet die Endstufe mit jeweils 50 Watt RMS an beiden „gleich-achsig“, sprich koaxial verschraubten Treibern. Aufgrund des relativ geringen Gesamtgewichts von ca. 4 kg pro Box und der Verwendung digitaler Filter, bei gleichzeitig hoher Leistungsausbeute, gehe ich stark davon aus, dass es sich bei den Endstufen um sogenannte Class-D, also PWM-Endstufen handelt. 

Da zeichnet sich doch fast ein Trend ab, möchte man meinen, denn viele „neue“ Monitordesigns setzten mittlerweile auf die beliebten, da sehr effektiven, Pulsdauer-Modulations-Endstufen, welche  eben nur die verlustarmen Schaltzustände „Ein und Aus“ kennen. Das so gepulste Leistungssignal wird übrigens anschließend Tiefpass-gefiltert, um einen Mittelwert zu erzeugen, welcher dem ursprünglichen Eingangssignal des A/D-Wandlers identisch ist. Analog dazu funktionieren im Übrigen auch die erst kürzlich getestete Dynaudio DBM50 und die EVE Audio SC307.

Im Tieftonbereich kommt ein 5,25-Zoll großer Woofer und für den Hochtonbereich ein 1-Zoll Silk-Tweeter zum Einsatz, der in einem kurzen „Richtrohr“ sitzt. Die Trennfrequenz liegt bei etwa 2,8 kHz. Der front-seitige Bassport ist hingegen 1,25-Zoll groß. Unter ihm sitzt eine sehr helle und „leider blaue“ Status-LED, die für meinen Geschmack zu sehr blendet. Ein Stück „Duck-Tape“ bzw. Gaffa oder ein schwarzer „Edding“ wirken hier aber sicherlich Wunder!

Weiter im Programm. Auf der Metall-Rückseite finden sich die Audio-Anschlüsse, die 220V-Netzversorgung inklusive Hauptschalter sowie die gerasterten Potis für die Level- und Filter-Anpassungen. Die Audio-Anschlüsse sind alle durchweg analog und symmetrisch, wobei dem Nutzer eine XLR- und eine TRS-Buchse zur Verfügung stehen. Mittels des Level-Potis können die Speaker detailliert im Pegel angepasst werden, wenngleich es auch Markierungen für die +4 dBu und -10 dBV Marke gibt.

Ebenfalls sichtbar ist hier auch die DIN-Buchse, welche in etwa an einen S-VHS-Anschluss der späten 90er Jahre erinnert. An diesem Anschluss werden die Speaker im Werk entsprechend auf eine Referenzkurve hin kalibriert, was auch in diesem günstigen Segment eine durchweg konsistente Qualität mit geringsten Fehlertoleranzen gewährleisten sollte. Laut Website lag der Fokus dabei vor allem auf der Sprach- und Gesangsverständlichkeit.

Das Poti mit der Beschriftung „Boundary“ bietet die Möglichkeit, die Boxen auf drei typische Arten der Positionierung hin einzustellen, die da wären:

  • Corner (In den Ecken) – 1
  • Front of a wall (Vor einer Wand) - 2
  • Free Standing (Im Freien) - 3

Die reduzierte Beschriftung des rückseitigen Filters mit Zahlen ist meiner Meinung nach etwas irritierend. Zwar kann man mit etwas Englisch-Kenntnissen und der Übersetzung von Boundary in „Bereichsgrenze“ darauf schließen, dass dies irgendwie im Zusammenhang mit der Positionierung und dem Bassverhalten steht - schließlich hört man auch beim Herumdrehen, dass der Bass lauter und leiser wird - dennoch hätten kleine Hilfestellungen in Form von Skizzen auf der Rückseite dem Gerät sicherlich nicht geschadet. 

Leider finden sich aber auch im englisch-einsprachigen „Handbuch“ bzw. auf dem 4-seitig bedruckten A4-Blatt keinerlei weiterführende Informationen oder Hintergründe zu dieser Problematik, wodurch sich weniger versierte Nutzer sicherlich ein wenig allein gelassen fühlen werden. Sehr schade. Aber immerhin finden sich auf der Equator-Internetseite ein paar Messdiagramme, welche u.a. auch den Effekt des Filters zeigen. 

Pro & Contra

  • Koaxial-Aufbau
  • Präzise Mitten-Auflösung
  • Sehr gute Stereo-Bühne
  • Solide und robuste Verarbeitung
  • Kompakt

  • Leichte Bassport-Turbulenzen

Gehört zu dieser Serie

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