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09.01.2019

 

 

ESI M8UeX Test

16-Port-USB-3.0-MIDI-Interface

MIDI-Interface mit MAXI-Funktionen

Beim ESI M8UeX-Test handelt es sich um das Review eines MIDI-Interfaces. Dabei muss ein MIDI-Interface doch prinzipiell nichts weiter leisten, als MIDI-Nachrichten für Computerhardware verständlich zu übersetzen (und umgekehrt). Seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten wird gerne USB dafür verwendet. Das machst auch das ESI M8UeX nicht anders. Dennoch hat das Interface bei seiner Vorstellung auf der Musikmesse 2018 durchaus für Gespräche gesorgt. Das „MIDI-Zeitalter“ wurde schon öfters für so gut wie beendet erklärt, neue MIDI-Interfaces kommen nicht gerade im Wochentakt auf den Markt.

Details

USB 3.0

Die Featureliste des ESI M8UeX liest sich ein wenig wie eine Wunschliste. Das fängt bei der Connectivity an: Es wird mit USB 3.0 angeschlossen und ist class-compliant. Per DIP-Switch kann der „High Performance Mode“ deaktiviert werden. Dadurch ist das ESI M8UeX dann auch mit Betriebssystemen kompatibel, die keine oder nur eingeschränkte USB3-Unterstützung liefern – es läuft dann als USB-2.0-Interface. Als Schmankerl haben ESI ihrem Gerät einen eingebauten USB-Hub spendiert (USB 3.0). Das ESI M8UeX ist bus-powered, per 5V-Netzanschluss kann jedoch der Hub mit zusätzlicher Spannung versorgt werden.

MIDI-Inputs und -Outputs

MIDI-Ports bietet das ESI M8UeX sechzehn Stück. Und nein, in diesem nächsten Satz ist jetzt nicht die Rede von acht Ein- und acht Ausgängen, denn das Interface verfügt über Auto-Sensing. Es wird also erkannt, ob ein Signal ankommt oder verschickt werden soll, dementsprechend konfiguriert sich die jeweilige 5-Pol-DIN-Buchse als Input oder Output. 

Drei Stand-alone-Modi

Wird das Gerät ohne Computeranbindung verwendet, kann per frontseitigem Taster einer der drei folgenden Modi gewählt werden.  

Modus Funktion
Weiterleitungsmodus Buchsenpärchen als Inputs leiten das Signal an das folgende Pärchen weiter, also beispielsweise 1 und 2 auf 3 und 4.
Thru-Modus Buchse 1 ist Input, alle anderen Thru
Merge-Modus Buchse 16 ist Output, alle anderen Inputs

 

 

Vor diesem Hintergrund erscheint es besonders sinnvoll, sich Gedanken um die Verkabelung zu machen, wenn man auch stand-alone arbeiten will. Obendrein bedenken sollte man dabei, dass wie üblich Buchse 1 (dann als Input) die höchste Priorität besitzt.  

Running-Status schaltbar

Interessant: Der Running-Status, bei dem auf das Versenden des eigentlich zwingend notwendigen ersten Bytes einer MIDI-Message („Status Byte“, bei Channel Messages wie Note On samt Kanalzahl) bei nachfolgenden Messages so lange verzichtet werden kann, bis ein anderslautendes kommt, wird ebenfalls per DIP-Switch geschaltet. Fast alle Geräte verstehen diese Daten-Sparmaßnahme, was bei Messages aus drei Bytes, also beispielsweise Note On, Control Change, Polyphonic Aftertouch oder Pitch Bend ein Drittel der Daten spart, bei solchen, die nur aus zwei Bytes bestehen (Program Change, Monophonic Aftertouch) sogar die Hälfte. Das Timing verbessert sich zudem um rechnerisch 330 Mikrosekunden. Das bringt für das Spiel auf der Tastatur nichts, weil ja Tasten gedrückt und wieder losgelassen werden? Nun, der Verzicht auf Note Off Velocity ermöglicht einer Vielzahl Tastaturen, beim Loslassen einen Note On mit einer Velocity von 0 zu senden, wodurch beim Spiel ohne Pedal und dergleichen der Running-Status aktiv bleibt. Im Wesentlichen geht es beim Running-Status aber nicht um Timing, sondern das Einsparen von Datenmenge im Flaschenhals MIDI, etwa bei Continuous-Controllern von Synths, Effekten oder DAW-Controllern.  

Kaskadierung

Ein weiterer DIP, gemeinsam mit den anderen auf der Unterseite des ESI M8UeX untergebracht, erlaubt die Kaskadierung zweier M8UeX. Das ergibt in der Summe 32 Ports für Ein- oder Ausgänge. Für Otto-Normal-User sollte das ausreichen, für Synth-Sammler im „Tastenstudio“ oder aber klassische Tonstudios mit vielen steuerbaren Effekten (Stichworte SysEx Dumps, Dump Requests, MIDI Clock …) ist das oft zu wenig. Hier müssten dann doch Daisy Chains über die (immer seltener werdenden) Thru-Buchsen der angeschlossenen Geräte zum Einsatz kommen, weitere MIDI-Interfaces per USB angeschlossen werden oder aber eine MIDI-Patchbay zum Einsatz kommen. Das ist so ein Punkt, an dem mal wieder Emagics Unitor/amt 8 vermisst wird, deren Kaskadierbarkeit wohl jedem gereicht hat.  

Gehäuse

ESIs MIDI-Interface nennt ein orangefarbenes Metallgehäuse seine Heimat. Ein wenig schade: Ein Rackmount-Kit gibt es nicht. In manchen Schienenracks ließe sich das M8UeX allerdings zwischen Geräte klemmen oder in Rackwannen betreiben.

Auf der Vorderseite befinden sich neben den bereits genannten acht der 16 MIDI-Buchsen auch deren Statusanzeigen, selbstverständlich alle 16. Als Input verwendet leuchtet der Port grün, als Output rot. Ferner kann mit dem Mode-Taster die Art des Stand-alone-Betriebs bestimmt werden. Eine weitere LED (USB-Host: grün, stand-alone: rot) komplettiert die Vorderseite.

Rückseitig tummeln sich die verbleibenden acht Ports, die USB-Host-Buchse, drei Hub-Ports und deren optionale Spannungsversorgung – das war es schon. Die genannten DIP-Switches befinden sich auf der Unterseite des ESI M8UeX.

 

 

Pro & Contra

  • problemlose Performance
  • USB 3.0 bus-powered mit Hub-Funktionalität
  • gut funktionierendes Auto-Sensing
  • Merge-, Thru- und Stand-alone-Funktionen funktionieren gut

  • kein Rackmount

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