Workshop_Folge Workshop_Thema
Workshop
3
29.03.2019

Eurorack System planen leicht gemacht

Tipps zum Planen eines modularen Synthesizers im Eurorack

Modularen Synthesizer im Eurorackformat planen

Wer sein eigenes modulares Synthesizersystem plant, wird zunächst von dem riesigen Marktangebot an erhältlichen Eurorack-Modulen überwältigt. Und genau dieses Thema möchten wir in diesem Workshop beleuchten, um euch den Einstieg in die Welt des Modularsynthesizers zu erleichtern. Wir bauen euch einen Pfad durch den 'Modular-Dschungel', erklären die wichtigsten Punkte zur Planung des ersten Systems und weisen darauf hin, worauf besonders zu achten ist. Dazu erhaltet ihr Beispiele zu beliebten und bewährten Modulen sowie deren Einsatz in Einstiegssystemen mit verschiedenen Ansätzen.

Neben den klassischen Moog Systemen mit Modulen in 5U Größe und Buchla Modular Synthesizer mit 4U großen Modulen der 70er Jahre, hat Dieter Doepfer im Jahre 1996 ein drittes, kleineres Format in 3U Größe für modulare Synthesizer spezifiziert. Dabei handelt es sich um das Eurorack-Format welches mittlerweile mit Abstand die größte Auswahl an Herstellern, Modulen und innovativen Konzepten anbietet, um sich seinen eigenen modularen Synthesizer zusammenzustellen.

Ein großer Unterschied beim Kauf eines modularen Synthesizers, im Gegensatz zur Anschaffung eines Desktop- oder Rack-Synthesizers, besteht darin, dass die Anschaffung eines modularen Synthesizers und das Musizieren damit immer einen Weg zeigen, auf dem man lernt, erkundet und experimentiert. Im Gegensatz zu einem vorverdrahteten Synthesizer ist es nicht so, dass man den modularen Synthesizer auspackt, anschließt und sofort loslegen kann. Man muss sich mit den einzelnen Modulen auseinandersetzen, wie man diese verbindet und lernen, wie Sounds von Grund auf aufbaut werden. Dieser ist kein schneller oder einfacher Weg, aber umso zufriedenstellender, wenn man die ersten Hürden gemeistert hat, und merkt, welche Vorteile diese Art Musik zu erschaffen mit sich bringt.

Quick Facts: Eurorack

Eurorack, was ist das?

Das Eurorack ist ein modulares Synthesizer-Format, das 1996 von Doepfer Musikelektronik spezifiziert wurde. Das Eurorack hat seitdem ungebremst an Popularität gewonnen und ist seit 2018 zu einem dominierenden modularen Synthesizer-Format für Hardware geworden. Das Eurorack-Format bietet derzeit mehr als 5.000 verfügbare Module und DIY-Kits von mehr als 270 Herstellern, angefangen bei Boutique-Designern bis hin zu etablierten renommierten Synthesizerherstellern, die für ein umfassendes Hardware-Angebot bekannt sind. Zum 'Patchen' aller im Eurorack gebotenen Signale, respektive zum Aufbauen von Klängen, werden 3,5 mm Mono-Klinkenbuchsen verwendet.

Welche Vorteile bietet das Eurorackformat?

Das Eurorackformat bietet den großen Vorteil, auf relativ geringem Raum eigene Klangerzeuger und zusätzliche Steuerungseinheiten nach modularem Prinzip aufzubauen. Durch das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Modulen, die mit analoger und digitaler Technologie angeboten werden, hat sich das Segment des modularen Synthesizers im Eurorackformat zu einer wahren Spielwiese für alle die entwickelt, die weitab vom Mainstream musikalisch tätig sind.

Das Gehäuse

Wozu braucht man ein Gehäuse, wenn man mit Eurorackmodulen arbeitet?

Der Aufbau eines modularen Synthesizers beginnt immer beim Gehäuse, denn das Gehäuse beherbergt alle Module und versorgt diese mit Strom. Hier gibt es verschiedene Lösungen von unterschiedlichen Herstellern, die mittlerweile alle mehr oder weniger hochwertigen Standards entsprechen. Bei der Anschaffung eines Gehäuses kann man also nicht viel falsch machen und sich eines nach eigenem Geschmack und Features aussuchen. Die Doepfer Low-Cost Cases haben immer noch mit das beste Preis-/Leistungsverhältnis und sind besonders Anfängern zu empfehlen.

Wer ein Gehäuse mit Deckel wünscht, sodass er seinen modularen Synthesizer auch transportieren kann, der ist bei Cases von Intellijel oder MakeNoise gut aufgehoben. Hierbei sind für den Anfang zwei oder drei Reihen völlig ausreichend. Kleinere Cases sind eher für spezifische Aufgaben praktisch und dadurch für fortgeschrittene Benutzer sinnvoll, die genau wissen, was sie wollen. Ihr könnt euch auch relativ unkompliziert ein Gehäuse selber bauen, indem ihr fertige Gehäuse wie Koffer oder Kisten in den Eurorack-Standard konvertiert. Hierzu gibt es einen DIY Workshop, welcher alles Nötige genau erklärt.


Ganz wichtig beim Planen ist zu verstehen, dass ein modulares System lebt. Dieses bedeutet, dass es nie abgeschlossen ist. Auch wenn man es sich anders vornimmt, so kommt doch immer mal wieder ein neues Modul auf den Markt, was man unbedingt haben möchte, oder man möchte seine Herangehensweise doch noch einmal ändern. So sollte man sich an den Gedanken gewöhnen, immer einige TE an freiem Platz in seinem Case mit einzuplanen. Es ist zwar oft sehr verlockend die letzten Lücken noch mit Modulen zu füllen, damit das System endlich ‚fertig‘ ist, aber das funktioniert auf lange Sicht in den seltensten Fällen und ist auch nicht der Sinn eines modularen Synthesizers.

Wie schon eingangs erwähnt, ist das Musikmachen mit einem modularen Synthesizer immer ein Weg und so sollte man sich auch immer Optionen freihalten, um neu erlernte Ideen verwirklichen zu können, ohne sich dafür gleich ein weiteres Gehäuse anschaffen zu müssen. Die Webseite 'Modulargrid' ist sehr hilfreich, wenn es ums Planen eines Euroracksystems geht. Hier kann man nicht nur verschiedene Konfigurationen ausprobieren, sondern die Seite informiert auch darüber, wie viel Strom die geplanten Module alle zusammen verbrauchen werden, und wie teuer es ungefähr werden wird.

Verbindung zur Außenwelt durch Output-Module

Wozu dienen Output-Module?

Um die von den Modulen generierten Signale über eine Verstärkeranlage hören zu können, sind Output-Module notwendig, welche die erzeugte Stereosumme ausgeben. Um die erste Verwirrung beim Einstieg etwas aufzuklären, zeige ich euch einige praktische Beispiele anhand zeitloser und bewährter Module. Dabei möchte ich euch lediglich einen Ausgangspunkt bieten, damit ihr nicht mit einem leeren Blatt Papier anfangen müsst. Bei den Vorschlägen handelt es sich um Module, die sich über einige Zeit bewiesen haben und sicherlich zukünftig noch relevant bleiben.

Egal ob ein kleines oder großes System, ob fürs Studio oder zum Live-Spielen, jedes Modularsystem muss auch mit der Außenwelt verbunden werden. Zum einen möchte man natürlich die erstellten Klänge irgendwie nach außen führen, um diese hören zu können und eine Möglichkeit schaffen, externes Audio mit seinem Euroracksystem zu verarbeiten. Zum anderen ist es besonders am Anfang, wenn man noch nicht viele Module in seinem System verbaut hat, recht nützlich seinen Modularsynth auch per Computer ansteuern zu können, oder Funktionen seiner DAW vom Modularsystem steuern zu lassen.

Mittlerweile gibt es viele verschiedene In- und Output Module welche sich um die Audioverbindungen zur Außenwelt kümmern. Diese werden in der Modularwelt auch oft als Audio-Interfaces bezeichnet. Ein Audiosignal aus dem Modularsystem ist deutlich lauter als ein Line- oder Instrumentensignal. So muss ein In- und Output-Modul externe Signale auf Modularlevel verstärken und Modularsignale auf Linelevel abschwächen. Des Weiteren sollte man auf jeden Fall auch zu einem Interface-Modul greifen, welche das Audiosignal symmetriert um Störgeräusche zu unterdrücken.

Mancher Anfänger auf diesem Gebiet steckt ganz gerne die Ausgänge ihrer Module direkt in ihre Mischer oder Soundkarten. Davon ist jedoch aus verschiedenen Gründen abzuraten. Genau wie die Anschaffung eines Gehäuses bietet ein Output-Modul keinen großen Spaßfaktor, dennoch würde ich jedem dazu raten, ein anständiges Output-Modul gleich am Anfang mit einzuplanen.


Diese Investition lohnt sich für die Verwendung im Studio, aber besonders bei Live-Auftritten. Ein In- und Output-Modul, das sich von allen anderen abhebt, ist das TAI-4 von Vermona. Dieses ist das einzige Output-Modul, das über echte Transformatoren verfügt, genauso wie sie in High-End Studioequipment zum Einsatz kommen, und ist somit eine wirklich gute DI-Box speziell für das Modularsystem. Es färbt den Klang subtil, aber das tut es auf eine sehr angenehme Weise. Tiefen scheinen definierter und zu spitze Höhen werden vorteilhaft abgesenkt, ohne dabei Transienten zu zerstören. Besonders auf der Bühne oder mit großen PAs macht das einen signifikanten Unterschied und deswegen sieht man dieses Modul auch bei vielen professionellen Live-Acts im Einsatz.

Das TAI-4 ist nicht besonders kostspielig und bietet deshalb auch nicht viele Features. Wer sich mehr Optionen wünscht, wie z. B. einen hochwertigen Kopfhörerverstärker, dem sei das Audiointerface von ACL ans Herz gelegt. Dieses besitzt zwar keine Transformatoren, liefert jedoch einen sehr sauberen Klang mit viel Headroom. Mit seinem Routing-Bus, weiteren Stereo-Line-Eingängen, hochwertigem Kopfhörerverstärker und vielen praxisorientierten und nützlichen Details, gehört dieses Output-Modul mit in die Top-Liga, was sich leider auch im Preis widerspiegelt. Alternativ sei noch das Black Output Modul von Erica Synths erwähnt. Dieses Modul ist eine Mischung aus Output und Mixer und klingt ebenfalls toll, hat dafür aber leider keine Input-Sektion.


Wenn es darum geht sein Modular zu steuern, gibt es eine große Anzahl an verschiedenen MIDI-Modulen. Das MIDI-Protokoll ist aber nicht immer zuverlässig und nur sehr grob aufgelöst. Eine bessere Alternative bieten hier die Module von Expert Sleepers. Verschiedene Expert Sleepers Module können auf verschiedene Weise, wie z. B. ADAT oder SPDIF, mit Soundkarten verbunden werden. Es gibt auch eine USB-Variante, wobei dieses Modul selber eine Soundkarte darstellt. Im Zusammenspiel mit der Expert Sleepers Software erhält man so die Möglichkeit, Steuerspannungen direkt aus, oder in die DAW zu schicken. Wer ohnehin Computer und DAWs zum Musikmachen verwendet, der sollte sich auf jeden Fall mal die Expert Sleepers Module ansehen, bevor ein MIDI-Modul eingeplant wird.

Tools für die Klanggestaltung

Was soll mein erster Modularsynthesizer können und wie gehe ich vor?

Beim ersten Modularsystem sollte man langsam beginnen und sich nicht gleich direkt ein großes, komplettes System zuzulegen, da sich die eigenen Vorlieben und Arbeitsweisen erst beim Entdecken und Verwenden kristallisieren. So wird man am Anfang auch nicht alles zur Verfügung haben, bzw. das System wird am Anfang noch nicht alles bieten, was man sich vorstellt. Daher sollte zu Beginn auch eine Entscheidung getroffen werden, welche Hauptfunktionen der modulare Synthesizer erfüllen soll. Sei es eine subtraktive Stimme für Sounddesign-Experimente, ein Effekt-Rack oder ein Synthesizer, der sich aufs Sequenzieren und generative Musik konzentriert. Mit der Zeit kann man alle gewünschten Funktionen erweitern, aber am Anfang ist sehr von Vorteil ein vorläufiges Ziel anzustreben.

Genau wie beim Output-Modul, das bei jeder Art von Modularsystem sinnvoll ist, brauchen alle Varianten viele Modulationsquellen, egal für welchen Weg man sich entscheidet. Viele Anfänger kaufen sich zu Anfang oft gleich viele verschiedene Oszillatoren und Filter, um somit möglichst viele unterschiedliche Klangfarben zu erhalten. Ein Modularsystem lebt aber von Modulationen, und wie die einzelnen Elemente dadurch miteinander kommunizieren.

Interessante Ergebnisse werden erst dann erzielt, wenn verschiedene Modulationen clever und gut dosiert eingesetzt werden und miteinander agieren. Das gilt für jedes System. Modulatoren und einfache Tools sind oft preiswerter als Oszillatoren, Filter oder komplexe Effekte, aber ermöglichen eine sehr große Klangpalette. Der Platzhirsch hierbei ist das Maths von MakeNoise, das bis heute das meist verkaufte Modul auf dem Eurorack Markt ist.

Maths ist ein wahres Modulations-Monster und so ist es auch in fast jedem Rack zu finden. Im Grunde besteht es aus zwei Slew-Limitern und einem Attenuverting-Mixer. Die einzelnen Einheiten des Maths sind relativ schnell verstanden, aber die Möglichkeiten, welche dieses Modul zu bieten hat, erschließen sich nicht sofort. Diese sind beim Maths wirklich enorm und so spuckt es aus jeder Öffnung Steuerspannungen, Trigger und Gates aus, was wiederum sehr vielfältige und interessante Patches ermöglicht.


Hat man das Maths einmal besser kennengelernt, so hat man auch gleich sehr viel über die Arbeitsweise mit modularen Synthesizern gelernt. Des Weiteren seien Abschwächer und Attenuverters sehr empfohlen. Attenuverters sind das Gleiche wie Abschwächer, außer, dass diese das Signal auch invertieren können. Nicht jedes Modul verfügt über integrierte Abschwächer, aber diese sind eine Notwendigkeit für die Arbeitsweise mit einem modularen Synthesizer. Ansonsten sind andere kleinere Tools wie Switches, Gate Delays, Logik, Sample & Hold und LFOs immer von Vorteil und sollten in keinem System fehlen.

Im Endeffekt sollte man darauf achten, dass die 'Kern-Module' nicht mehr als ca. 30 % vom System ausmachen und die Modulatoren und anderen Tools mindestens die Hälfte der Module darstellen. Behält man beim Planen diese Faustregel grob im Hinterkopf, so wird man auch ziemlich schnell interessante Patches bauen können. Kauft man sich zu Anfang gleich viele Oszillatoren und Filter, so wird man sich recht bald wundern, warum der neue Modular-Synthesizer schlechter klingt als der alte Desktop-Synth, der um ein zehnfaches preiswerter war.

Jetzt wo wir eine Vorstellung für die Basis bestehend aus Case, Output-Modul und verschiedenen Werkzeugen haben, kümmern wir uns um einige ‚Kern-Module’. In drei Beispielen zeige ich euch, welche Module sich jeweils einer eigenen Herangehensweise bedienen und dadurch sinnvolle Beispiele für Einsteigersysteme darstellen. 

Die Tonerzeugung als Kernbaustein

Welche Module sind für die Tonerzeugung im ersten modularen Synthesizer sinnvoll?

Die meisten Synthesizer sind per subtraktiver Synthese aufgebaut, und liegt es nahe, mit einer subtraktiven Stimme zu beginnen, wenn das erste Modularsystem in Planung ist. Im Grunde besteht eine subtraktive Stimme aus Oszillatoren, die durch einen VCA in ein Filter geführt werden. Das Ganze wird dann mit einigen Hüllkurven und LFOs moduliert.

Eine subtraktive Stimme muss nicht unbedingt monofon sein, denn es gibt mittlerweile eine Reihe an Modulen, die für Stereo-Anwendungen konzipiert sind und/oder von Hause aus mehrere Stimmen bieten. Ein polyfones System genauer zu erklären, würde den Umfang dieses Workshops sprengen, deswegen konzentrieren wir uns in diesem Workshop auf eine klassische monofone Stimme. Bei analogen Vintage-Oszillatoren heben sich insbesondere Produkte der Hersteller Verbos und AJH vom Rest ab. Wo AJH damit angefangen haben ein Replikat des Moog MiniMoog in Modulform anzubieten, konzentriert sich Verbos darauf Buchla Module neu fürs Eurorack zu interpretieren.

Alle Module beider Hersteller klingen wirklich großartig und unterscheiden sich durch ihre Qualität von den meisten Vintage-inspirierten Modulen anderer Hersteller. Des Weiteren macht es durchaus Sinn sich auch gleich zu Anfang zwei Oszillatoren zuzulegen. Nicht nur, dass man somit sofort duofon spielen kann, sondern man erhält auch eine enorm große Klangpalette, wenn man anfängt die beiden Oszillatoren sich gegenseitig mit FM oder AM modulieren zu lassen. Es bietet sich tatsächlich ein noch weiteres Spektrum an Möglichkeiten, wenn man sich für zwei identische Oszillatoren entscheidet, anstatt unterschiedliche zu nehmen. Das Konzept des Doppeloszillators wurde von Buchla in Form des Complex Oszillators ins Leben gerufen.


Hier erhält man nicht nur zwei Oszillatoren, sondern auch einen Waveshaper, der besonders bei kurzen Sounds sehr lebendige und organische Klangstrukturen aufweisen kann. So ist der Complex Oscillator von Verbos auch den anderen komplexen Oszillatoren, wie z. B. dem Furtherrrr von Endorphines oder dem DPO von Make Noise, überlegen. Bei modernen analogen Oszillatoren haben sich Intellijel und SSF Oszillatoren als sehr stabil und rein herausgestellt und bieten hohe Qualität zu annehmbaren Preisen. Sollte man sich für digitale Oszillatoren interessieren, so kommt man an Mutable Instruments und Synthesis Technologies Modulen nicht vorbei. Beide Hersteller haben die DSP-Programmierung auf die nächste Stufe gebracht, und so klingen digitale Oszillatoren aus diesen Häusern auch viel besser und interessanter als die meisten digitalen Oszillatoren, die in Desktop-Geräten verbaut sind.

Mutable Instruments Module sind intern aufwendig programmiert, bieten jedoch eine intuitive Bedienung mit wenigen, sinnvoll ausgesuchten Elementen zur Steuerung. Synthesis Technologies Oszillatoren sind um einiges komplexer in der Handhabung als die Pendants von Mutable Instruments, liefern dafür aber auch mehr Möglichkeiten und eine größere Klangpalette. Wenn es um Filter geht, hat sich der Hersteller Mahattan Analog sehr bewährt. Deren Filter klingen alle sehr musikalisch, sind hochwertig verarbeitet und relativ günstig im Anschaffungspreis. Serge Filter wurden vom Hersteller Random Source für das Eurorack angepasst und sind alle auch sehr hochwertig. Andere zu erwähnende Manufakturen, die ebenso interessante und besonders hochwertige Filter anbieten, sind unter anderem Toppobrillo und ACL.

Auch Hardware-Sampler erfreuen sich immer noch großer Beliebtheit. Sie bieten alleine schon durch ihren Aufbau enorme Einsatzmöglichkeiten und somit eine riesige Spielwiese für Experimentierfreudige, da sie entweder mit vorbereiteten Sounds verwendet werden, oder aber in Realtime mit Audio gefüttert werden können. Einen Sampler für das Eurorack hat 1010music mit dem Bitbox 2.0 Modul geschaffen. Samplen via Miniklinke und CV Steuerung wird mit diesem Modul im Eurorack zu einem Kinderspiel. Bedient wird das Modul per Touchscreen Monitor, das obendrein eine detaillierte Bearbeitung der Samples ermöglicht. In Verbindung mit Modulations- und Steurungsmodulen eröffnen sich im Eurorack grenzenlose Möglichkeiten.

Effekte im Euroracksytem: Das Effekt-Rack

Welche Module gibt es, um den Sound mit besonderen Effekten zu gestalten?

Der Markt bietet mittlerweile einige Module, die in ihrer Funktion sehr speziell sind und ganz neue Möglichkeiten bieten. So ist z. B. das Clouds von Mutable Instruments der erste Granular-Effekt, der als Hardware verfügbar war. Auch das Morphogene von Make Noise ist besonders, da es einen Sampler mit einem sehr musikalischen und innovativen Ansatz bietet. Es macht durchaus Sinn ein modulares System, um diese Module herum zu bauen. Da wir ja bereits Modulatoren und Ein- sowie Ausgang besprochen haben, braucht man eigentlich nur noch ein oder zwei hochwertige und umfangreiche Effekt-Module hinzuzufügen, um ein interessantes Effekt-System aufzubauen, das einfach ausbaubar ist.

Ein Effekt-Rack wird in der Anschaffung preiswerter werden, als z. B. die subtraktive Stimme, ohne dabei an Möglichkeiten für Sounddesign und interessante, ungewöhnliche Patches einbüßen zu müssen. Hier sei das Z-DSP von Tip Top lobend zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um ein sehr hochwertiges digitales Effektmodul, das über einen digitalen Feedbackweg verfügt. Das Besondere am Z-DSP ist nicht nur, dass man verschiedene Effekte auf SD-Karten, für deutlich unter 100 Euro pro Karte für das Z-DSP kaufen kann, sondern dass sich diese Effekte zum größten Teil durch deren hohe Qualität auszeichnen.


Die mitgelieferten Hall-Programme von Valhalla z. B. können es locker mit Strymon und Eventide aufnehmen und werden von Vielen sogar bevorzugt. Da immer wieder neue Effekte für das Z-DSP veröffentlicht werden, wird man dieses Modul auch in Zukunft gut verwenden können. Fügt man dem Z-DSP noch ein weiteres Effekt-Modul hinzu, so erhält man einen wirklich umfangreichen Effekt-Synthesizer, den man auch als Klangerzeuger nutzen kann. An ausgesuchten Herstellern für Eurorack-Effekte seien noch Radikal Technologies, Mutable Instruments, Make Noise und Intellijel erwähnt. Das sind aber auch nur Ausgangspunkte, da der Markt wirklich viele und sehr interessante Effekte für das Eurorack bietet, in dem sich viele Hersteller zudem auf eher klassische Module konzentrieren.

Der Sequenzer bringt Leben ins Eurorack

Wozu benötige ich einen Sequenzer im Eurorack?

Der Sequenzer dient als zentrale Steuereinheit für Melodien und Grooves und ist das pulsierende Herz im Euroracksystem für alle musikalischen Belange.

Gerade hier gibt es einen interessanten Ansatz bei der Planung des ersten modularen Synthesizers, sich einen umfangreichen und speziellen Sequenzer aufzubauen. Bei diesem Ansatz sind, genau wie beim Effekt-Rack, Möglichkeiten geboten, das System auch später unkompliziert auszubauen und durch weitere Funktionen zu ergänzen. Ein modularer Sequenzer bietet Wege und Arbeitsweisen, die zu Ergebnissen führen, die man bei der Arbeit mit einer DAW nur recht umständlich, wenn überhaupt, erreichen kann. So lassen sich auch andere Hardware-Synthesizer oder virtuelle Instrumente durch die Nutzung von z. B. Expert Sleepers anzusteuern.

So stehen alle Wege offen, sich einen Sequenzer zu bauen, der generativ arbeitet, um unendliche Variationen an Melodien und Rhythmen auszugeben. Der Markt bietet viele interessante Sequenzer-Module. So z. B. den Eloquencer von Winter Modular, Rene von Make Noise oder den Varigate8+ von Malekko. Der klassische Sequenzer von Doepfer ist schon seit vielen Jahren auf dem Markt und hat durchaus weiterhin seine Berechtigung. Besonders im Verbund mit einem etwas spezielleren Sequenzer, wie z. B. den gerade Erwähnten, kann man sehr komplexe Patches und interessante Sequenzen bauen.


Es ist aber auch denkbar sich einen Sequenzer aus kleinen Tools zusammenzustellen. Mit ein paar Switches, Gate Delays, Sample & Hold, Matrix Mixer und einem Quantizer erhält man einen sehr umfangreichen Sequenzer, der trotz der opulenten Möglichkeiten relativ preiswert bleibt. Da dieses System von mehreren verschiedenen Tools lebt, sei an dieser Stelle das Disting von Expert Sleepers wärmstens empfohlen.

Dabei handelt es sich um ein kleines, digitales Modul, das über 40 Funktionen der bereits erwähnten Module verarbeiten kann. Des Weiteren sind Module für Zufallsfunktionen gerade für ein Sequenzer-System sehr interessant. Diese kann man sich mit einem Sample & Hold und Rauschen selbst zusammenstellen, oder aber zu einem speziellen Zufallsmodul wie z. B. dem Wogglebug von Make Noise oder dem Ultra Random Analog von SSF greifen.

Schlusswort

Mit diesen Beispielen solltet Ihr nun einen guten Ausgangspunkt haben, um euren ersten modularen Synthesizer zu planen. Auch wenn die Erstanschaffung zunächst kostspielig wirkt, so zahlt sich das im Laufe der Zeit aus. Oft werden neue Werkzeuge angeschafft, um Inspiration zu finden. Schafft man sich im Falle des Desktop-Synthesizers gleich ein komplett neues Gerät an, so lassen sich bei einem modularen Synthesizer ein paar Module austauschen oder hinzufügen und erhält dadurch eine Menge an neuen Optionen und Inspirationen. Sich einen modularen Synthesizer zusammenzustellen ist immer eine Reise.

Diese sollte man mit einigen ausgewählten Modulen beginnen, diese ausgiebig lernen und nutzen, bevor man sein System ausbaut. Das alles erfordert auch ein hohes Maß an Neugier und Bereitschafft neue Konzepte und Techniken zu erlernen, um den Status der eigenen Zufriedenheit zu erreichen, und es bereitet eine Menge Spaß.

Wer sich Module selber aufbauen möchte, muss wissen, woher man Bauteile beziehen kann. In unseren Artikel Eurorack DIY-Quellen, die du kennen solltest, findest du eine Auswahl unterschiedlicher Adressen für Bauteile & Co.

Für das Löten und Modifizieren von Modulen bietet die Worshopreihe Eurorack DIY: Workshop für Einsteiger eine ideale Hilfestellung.

Viel Spaß beim Planen des eigenen Euroracksystems!

Veröffentlicht am 29.03.2019

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X