Test
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28.03.2014

FBT Evo2 maxX 4A Test

Preiswerte aktive Klein-PA

Flexibel und druckvoll

Die 1963 von Bruno Baldoni und Vinicio Tanoni gegründete Firma FBT, die sich seither mit der Entwicklung und Herstellung von Beschallungssystemen befasst, wuchs schon kurz nach ihrem Start zu einem ernst zu nehmenden Unternehmen in der professionellen Audio-Branche heran. Mit nun mehr als über 100 Mitarbeitern fertigt FBT in Italien so ziemlich alles, was man für Beschallungen jeglicher Art, von der Bar bis hin zur Open-Air-Veranstaltung, benötigen könnte. Der Schwerpunkt liegt insbesondere bei Lautsprecher- und Verstärkersystemen.  

Die für unseren Test von FBT bereitgestellte aktive PA-Box Evo2 maxX 4A verfügt über eine 500 Watt starke Class-D-Endstufe und einen integrierten DSP, der vier Programm-Modi für verschiedenste Anwendungsszenarien bietet. Wir sind neugierig und wollen erfahren, was man bei FBT für 599 Euro UVP erwarten darf.

Details

Schnell habe ich die Evo2 maxX 4A von ihrer Kartonage befreit, was bei einem Gewicht von 15,4 Kilogramm keine große Sache ist. Das gute Stück misst 407 x 634 x 330 Millimeter (B x H x T) und kommt in einem robusten, schwarzen Polypropylen-Gehäuse daher. Durch die saubere Hornöffnung und den integrierten Griff macht das Gehäuse einen aufwendig verarbeiteten Eindruck. „Mutet ein wenig futuristisch an“, dachte ich mir, doch schon bei näherer Betrachtung erweist sich das Design als total sinnvoll. Die Elektronik ist vertieft an der Seite ins Chassis eingelassen, sodass Beschädigungen durch direkte Stöße gut ausgeschlossen werden können. Das Gehäuse ist derart beschaffen, dass es keine scharfen Ecken oder Kanten gibt. Die Vorderseite ziert ein schwarzes Metallgitter, das den Bass-Speaker vor ungewollter Beschädigung schützt. Die vier wirklich großzügig dimensionierten unterseitigen Gummifüße sind vorbildlich geartet und bewahren die Box bei großen Lautstärken und wummernden Bässen davor, ungewollt auf Wanderschaft zu gehen. Oben auf dem Chassis findet man für die Füße entsprechende Mulden, sodass mehrere Evos bereitwillig und sicher aufeinandergestapelt werden können. In das Kunststoffgehäuse sind zudem vier M10 Muttern eingelassen, die eine Montage für Festinstallationen mittels optional erhältlichem Bügel in der waagerechten oder senkrechten Position ermöglichen. An der Unterseite befindet sich eine Aufnahme für eine 35-Millimeter-Stativstange, wenn Evo2 maxX 4A mal über die Köpfe hinweg „strahlen“ soll. Ein nützliches Feature in diesem Kontext ist, dass sich die Stativstange mittels einer großen Schraube arretieren lässt, sodass unbeabsichtigtes Drehen und Wackeln nicht mehr eintreten kann.  

Hier geht´s zu den inneren Werten ...

Die rein physische Arbeit bei der Wiedergabe teilen sich ein 12 Zoll großer Basstreiber mit einer 2,5 Zoll starken Schwingspule und ein 1-Zoll-Neodym-Hochtontreiber, der mit einer 1,4 Zoll starken Spule auskommen muss. Der Hochtöner arbeitet auf eine Austrittsöffnung von 2,5 Zentimetern hin, welche dann in die Hornöffnung mündet. Beide Treiber werden von einer Digital-Endstufe mit Schaltnetzteil betrieben, welche 400 Watt (max. RMS) für den Bass und 100 Watt (max. RMS) für den Hochtontreiber bereitstellt. Die Verstärkerspitzenleistung ist seitens des Herstellers mit 800 Watt für den Tieftöner und 200 Watt für den Hochtöner angegeben. Die Kombination benötigt bei voller Last eine maximale Leistungsaufnahme von 450 VA und soll dabei laut FBT einen maximalen Schalldruck von 124 dB RMS / 130 dB Peak liefern bei einem Übertragungsbereich von 50 Hz – 20 kHz. Alles ohne konkrete Angaben von Abweichungen oder gar Messbedingungen.  

Die FBT strahlt in einem Winkel von 90 x 60 Grad und lässt sich ebenso als liegende Monitorwedge auf der Bühne nutzen. Über den Neigungswinkel habe ich keine konkreten Angaben finden können. Er dürfte aber - mit geschultem Auge betrachtet - bei geschätzten 45 Grad liegen. Durch die Gehäuseform ist die Box bei der liegenden Verwendung als Bühnenmonitor auf eine Seite beschränkt. Der Griff sitzt dann oben und der Hochtöner auf der rechten Seite.  

Als Eingang dient dem Lautsprecher eine symmetrische XLR-Buchse und eine nicht symmetrische 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse, welche sich direkt darunter befindet. Die Eingangsempfindlichkeit lässt sich mit dem links daneben sitzendem Schalter von Line auf Mic umschalten und hinsichtlich der Eingangsverstärkung mit dem darüber angebrachten Poti stufenlos bis +6 dB für Line-Geräte und bis +36 dB für Mikrofone justieren. Somit ist man grundsätzlich für die meisten Signalquellen ganz gut gewappnet.  

Direkt über dem Input haben die Entwickler dem Testprobanden einen Thru in Form einer XLR-Buchse spendiert, die das Eingangssignal für weitere Anwendungen durchschleift. Links darüber sehe ich ein schaltbares Hochpassfilter und drei Status LEDs. Die Oberste von ihnen gibt Auskunft über die Arbeit der Schutzschaltungen und des Limiters (PRT/LMT), die mittlere zeigt an, wenn das Signal sich der Sättigung nähert (Peak) und die unterste gibt an, ob die Box ein- oder ausgeschaltet ist.  

Ein im Panel oben angebrachter, vierstufiger Drehknopf weckt mein besonderes Interesse. Mit ihm werden die vier DSP-Presets für die unterschiedlichen Einsatzgebiete ausgewählt. Position Nr.1 nennt sich „Original“ und liefert den typischen FBT-Sound, eine Herstellerangabe aus dem Benutzerhandbuch. Preset Nr.2 hingegen ist für den Einsatz als Bodenmonitor oder für die ausschließliche Wiedergabe von Gesang konzipiert. Programm Nr.3 heißt „Boost/Lounge“ und in der vierten Schalterstellung soll der DSP die Box für den Einsatz „Club/DJ“ optimieren. Es sind keine konkreteren Infos darüber zu finden, was diese Programme tatsächlich im Detail bewirken, was auch nicht zwingend erforderlich ist, wenn sie so funktionieren wie angegeben. Und das werden wir dann gleich wohl herausfinden, schließlich habe ich zwei gesunde Ohren, also weiter zum Praxisteil ...

Pro & Contra

  • Geringes Gewicht
  • Verschiedene Optionen für Festinstallationen
  • Vier DSP-Presets für verschiedene Beschallungsszenarien

  • Nur ein Tragegriff

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