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Test
7
10.04.2014

Fender AM Special PJ-Bass RW VIB FSR Test

Precision Bass

Doppelt hält besser

Der Fender AM Special PJ-Bass RW VIB FSR im bonedo-Test  -  Schön, wenn man in einem Jahr gleich zwei Gelegenheiten hat, auf ein Jubiläum anzustoßen. Nicht nur, dass das Musikhaus Thomann 2014 seinen sechzigsten Geburtstag feiert, auch die legendäre Fender Stratocaster kann auf sechzig Jahre Rock’n’Roll zurückblicken. Zu dieser Gelegenheit hat man in Franken die Initiative ergriffen und gemeinsam mit Fender drei exklusive, nur für Thomann produzierte original USA-Sondermodelle aufgelegt, die zum günstigen Jubiläumspreis erhältlich sind. Neben einer Strat und einer Tele gehört dazu auch die Spezialausgabe eines Fender Precision Basses.

Hinter dem illustren Produktkürzel Fender AM Special PJ-Bass RW VIB FSR verbirgt sich ein waschechter USA American Special Precision Bass mit P/J-Tonabnehmerbestückung. Dabei sitzt der Precision Pickup in Hals-und der Jazzbass Tonabnehmer in Stegposition. RW bedeutet lediglich, dass ein Palisander-, also Rosewood-Griffbrett verbaut ist, und VIB steht für die Farbgebung des Korpus, der ein schlichtes Violin Burst trägt. Das letzte Kürzel FSR heißt ausgeschrieben Fender Special Run und sagt aus, dass es sich bei unserem Testkandidaten um ein Sondermodell handelt. Was das in der Praxis bedeutet, schauen wir uns genauer an.

Details

Der Fender AM Special PJ-Bass RW VIB FSR wird in einem Gigbag ausgeliefert, das allerdings nur schwach gepolstert ist. Ist der Bass raueren Roadbedingungen ausgesetzt, sollte man sich unter Umständen nach einer stabileren Behausung umsehen. Aber angesichts des günstigen Preises für ein Fender USA Modell ist selbst die Beilage eines preiswerten Gigbags als Bonus zu betrachten. Weiterhin befinden sich Unterlagen, Zertifikat und Stellschlüssel im Lieferumfang.

Der Bass wiegt ca. 3,7 Kilo, hat also einen Platz auf der Leichtgewicht-Skala, was ein sehr angenehmes Handling verspricht. Der einteilige, mattlackierte und daher griffige Ahornhals mit Palisandergriffbrett und 20-Bünden ist in einem schlanken C-Profil gearbeitet. Die Kopfplatte beherbergt vier offene Mechaniken mit großen, sich zur Mitte hin verjüngenden Achsen. Neben dem Fender-Logo steht der große und fette Schriftzug „Precision Bass“. Auf der Rückseite der Kopfplatte befinden sich Seriennummer, die Bezeichnung „American Special“ und die Herkunftsangabe „Made In USA“.Der Hals ist standardgemäß mit vier Schrauben am Korpus befestigt, die Einpassung ist tadellos. Der Zugang zur Einstellschraube des Halsstellstabes liegt korpusseitig am oberen Ende des Halses, allerdings so versenkt und ohne ausreichende Ausfräsung, dass kein Zugang mit dem Stellschlüssel möglich ist, ohne den Hals vorher abzuschrauben. Für mich ist es ein Phänomen, dass man auch nach 60 Jahren immer noch beharrlich eindeutige Fehler mitkopiert.

Unser Testmodell verfügt über einen dreiteiligen Erle-Korpus mit klassischer Precisionbass-Form. Die Sonderfarbe Violin Burst, laut Herstellerinformation handgebeizt, verleiht ihm ein antikes Aussehen. Die Oberfläche wirkt naturbehandelt und sehr dünn mattlackiert, was darauf schließen lässt, dass sie sehr kratzempfindlich ist und deshalb erste Gebrauchsspuren wohl nicht lange auf sich warten lassen - Anhängern von Roadworn- und Aging-Designs könnte das durchaus gefallen. Bei der Brücke handelt es sich um die einfachste verfügbare Version ohne Saitenführungsoption durch den Korpus. Die Reiter sind vom Spacing her ca. 2 mm enger ausgelegt als bei Standard Precision-Bässen, was sich aber nicht merklich auf das Spielgefühl auswirkt.

Der Bass bietet eine Tonabnehmerkombination in sogenannter P/J-Bestückung, der Halstonabnehmer ist also ein klassischer Precision Splitcoil Pickup, der Stegtonabnehmer die Singlecoil Jazzbass Version, beides American Alnico Pickups. Das weiße Pickguard trägt drei Potis mit Chromknöpfen, das vordere regelt die Lautstärke des Halstonabnehmers, das mittlere die des Stegtonabnehmers und das hintere, das an der Stelle sitzt, wo beim einfachen Precision-Bass die Klinkenbuchse wartet, dient als passive Tonblende. Der Klangregler setzt sich auch optisch durch die Verwendung eines minimal kleineren Potiknopfes ab. Bei unserem Kandidaten befindet sich die Klinkenbuchse an der unteren Korpuskante.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • gute Verarbeitung
  • klassischer Fender Sound
  • zwei Alnico Tonabnehmer, Singlecoil-& Splitcoil-Humbucker
  • ansprechende Vintage-Optik durch Violin Burst Finish

  • Korpusoberfläche kratzempfindlich
  • Halsstellstab nur nach Entfernen des Halses vom Korpus erreichbar (Korpusaussparung fehlt)

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