Gitarre Hersteller_Fender
Test
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03.12.2018

Fender American Performer Telecaster MN Penny Test

E-Gitarre

USA-Tele für Preisbewusste

Die Fender American Performer Telecaster richtet sich, wie die anderen Instrumente der aktuellen American-Performer-Serie, an Gitarristen, die ein preiswertes Instrument suchen, aber dennoch auf den Made-in-USA-Faktor der Traditionsfirma nicht verzichten wollen. Dabei weiß die Baureihe mit einigen interessanten Features aufzuwarten, darunter die speziellen Fender Yosemite-Pickups, die 2005 entwickelte Greasebucket-Schaltung und sehr interessanten Farboptionen, zu denen auch die Finishes Vintage White, Honey Burst, Satin Sonic Blue und Penny gehören.

Auch unsere Testkandidatin kommt in Penny, das sich in einer Art Rosé-Gold-Metallic wohl an das Erscheinungsbild der gleichnamigen Münze anlehnt. Übrigens darf die aktuelle Perfomer-Reihe nicht mit der futuristischen Fender Performer des Jahres 1985 verwechselt werden, denn bei der neuen Serie handelt es sich um bereits vertraute Modelle wie Strat, Tele oder Mustang. Als Testkandidat liegt mir aktuell die Telecaster-Variante mit Ahornhals und Penny-Lackierung vor und will auf Herz und Nieren getestet werden.

Details

Korpus

Packt man die American Performer Telecaster aus dem Gigbag, sticht einem tatsächlich sofort die außergewöhnliche Farbwahl ins Auge. Der Korpus präsentiert sich in der klassischen Telecaster-Form und ist aus Erle gefertigt. Da Erle ein eher mäßig schweres Holz ist, bringt unsere Telecaster auch nur rückenschonende 3,3 kg auf die Waage.

Auf der Oberseite zeigt sich ein schwarzes, einlagiges Schlagbrett, das mit der Korpuslackierung sehr gut farblich harmoniert und in dem die beiden Singlecoils montiert sind. Die Hardware präsentiert sich chromfarben in Form von zwei Potis mit geriffelten Knöpfen und dem typischen "Ashtray" mit den für klassische Teles üblichen drei Saitenreiter aus Messing, die jeweils zwei Saiten führen. 

Diese Konstruktion ist zwar der traditionelle Look, hat jedoch den Nachteil, dass die Oktavreinheit nicht pro Saite individuell eingestellt werden kann, sondern nur paarweise. Zu diesem Zweck zeigen sich auch drei Schlitzschrauben an der Rückseite des "Aschenbechers". Das Einfädeln der Saiten vollzieht sich über die Rückseite, wo sechs Chromhülsen angebracht sind. Der Hals ist per Metallplatte und Vierpunktverschraubung mit dem Body verbunden. Die leicht nach innen versetzte Klinkenbuchse sowie die Gurtpins finden sich an den üblichen Stellen am Korpus und sind ebenfalls chromfarben.

Hals

Beim Hals handelt es sich um eine Ahornvariante mit aufgeleimten Ahorngriffbrett. 22 Jumbo-Bünde stehen dem Spieler zur Verfügung, die an den bekannten Stellen durch schwarze Punkteinlagen markiert und dank des Cutaways alle sehr gut zu erreichen sind. Die Bundstäbe sind sauber verarbeitet und verleihen ein gutes Spielgefühl, wurden jedoch nicht poliert.

Die Halsform wird von Herstellerseite als "Deep C Shape" bezeichnet. Traditionelle Telecaster-Modelle wurden oft mit U-Shapes ausgestattet, die auch gerne ironisch mit Baseballschlägern verglichen wurden. Doch das ist hier nicht der Fall, denn auch wenn dem Hals ein gesundes Volumen attestiert werden kann, so fühlt er sich immer noch sehr komfortabel und modern an und trifft ein gutes Mittelmaß aus Masse und Ergonomie. Die Sattelbreite beträgt 42 mm und die Mensur die arttypischen 648 mm. Im Gegensatz zu Ur-Tele fällt der Halsradius etwas moderner, d.h., größer bzw. flacher aus und Bendings sind in allen Lagen sehr komfortabel umzusetzen.

Die Kopfplatte besitzt ebenfalls die gewohnte Teleform und versammelt in Reih und Glied die sechs hauseigenen Stimmmechaniken aus Chrom, wobei der hohen e- und b-Saite ein Saiten-Niederhalter angedacht wurde. Hinter dem weißen Sattel aus synthetischem Knochen liegt der Zugang zum Halsstab, falls Einstellarbeiten bzgl. der Halsneigung anfallen sollten.

Elektrik

Die American Performer ist mit zwei Yosemite-Singlecoils aus eigener Produktion ausgestattet. Laut Fender klingt diese neue Pickup-Serie sehr musikalisch und ist stilistisch vielseitig einsetzbar. Dazu tragen Magneten aus speziellen Alnico-Legierungen bei und die Tatsache, dass die Tonabnehmer gezielt auf jedes Instrument abgestimmt werden. Die Verdrahtung entspricht der klassischen Tele-Schaltung: Nach hinten ist der Steg-Singlecoil aktiviert, in der Mitte beide Pickups und vorne der Halspickup. Die beiden Potis verarzten Volume und Tone, wobei bei letzterem der Fender’sche "Greasebucket Circuit" verbaut wurde. Dabei handelt es sich um eine Schaltung, die seit 2005 bei Fender zum Einsatz kommt und die beim Zurückdrehen sowohl die Höhen als auch die Bässe beschneidet, sodass der Ton nicht mulmig und undefiniert wird (im Gegensatz zum Standard-Tonregler, der lediglich die Höhen zurücknimmt).

Insgesamt ist die American Performer tadellos verarbeitet und weist keinerlei Unregelmäßigkeiten im Lack und den Bauteilen auf. Zum Lieferumfang gehören ein einfaches Deluxe Gig Bag sowie der Inbusschlüssel für den Halsstab. Die Gitarre ist ab Werk mit .009er Fender-Saiten bestückt.

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Audiobeispiele

Video

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • authentische, variable Tele-Sounds
  • Greasebucket Circuit am Tone-Regler
  • interessante Farbwahl
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

  • Bünde nicht poliert
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