Hersteller_Fender Gitarre
Test
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03.05.2010

Praxis

Wenn man das Instrument in die Hand nimmt und die Augen schließt, dann hat man nicht das Gefühl, eine Telecaster in den Fingern zu haben. Der Hals ist sehr schmal und liegt wirklich sehr gut in der Hand. Durch die geringe Portion Lack ist er auch sehr glatt. Angenehm! Außerdem ist die Gitarre ab Werk mit einem 010er Satz bestückt und die Saitenlage sehr flach über das komplette Griffbrett eingestellt. Bei hartem Anschlag schnarrt es dann schon mal. Man muss aber auch gar nicht viel arbeiten, um einen Ton zu erzeugen. Mir persönlich ist bei einer Tele eine höhere Saitenlage lieber, denn dann schwingen die Saiten besser und man kann auch mal kräftiger zulangen, ohne dass das Instrument sofort in die Knie geht. Aber das ist nun mal Geschmacksache, und mit ein paar Handgriffen hat man ohnehin „seine“ Einstellung gefunden. Trocken angespielt punktet das Instrument durch eine schnelle Ansprache, genau wie man es auch von einer Tele gewohnt ist.

Jetzt aber geht es an den Amp und wir hören uns zuerst die drei Pickup-Kombinationen mit einem Cleansound an. Mit dem Hals-Tonabnehmer erzeugt die Gitarre einen ausgewogenen, warmen Sound.   

Auch die Kombination der beiden Tonabnehmer klingt noch verhältnismäßig rund mit einem Hauch von Twang. Da habe ich schon bissigere Klänge von anderen Teles gehört. Unser Testmodell ist hier etwas zurückhaltender.

Der Steg-Pickup hat einen Hauch mehr Output, kann daher einen Amp schneller zum Zerren bringen, aber genau den gleichen, eher warmen Grundsound.

Die Gitarre hat also einen weichen, ausgeglichenen Basiston bei allen Pickup -Kombinationen im Angebot. Hier fällt nichts aus der Reihe. Wie gesagt, ich habe schon wesentlich giftigere Telecaster-Kratzbürsten gespielt. Doch auch hier teilt sich die Gitarristenschaft, denn der eine will den ultimativen Country Hyper-Twang, der andere wiederum sucht einen warmen, runden Ton. Die American Special passt auf jeden Fall in die zweite Kategorie.

Der Hals-Pickup kann bei etwas geänderter Einstellung am Amp (Höhen rein, Mitten und Bässe zurück) mit einem Cleansound zu Funk-Grooves genutzt werden. Wie bereits erwähnt, hat die Gitarre einen sehr guten Attack, der Ton ist sofort da und sie verträgt auch eine starke rechte Hand. Dieser direkte Anschlag wird auch sehr gut über den Halspickup übertragen.

Mit der Kombination von beiden Tonabnehmern über einen angezerrten Amp bekommt man den typischen schlanken Crunch-Sound, den man bei der Telecaster besonders schätzt. Durch den etwas weicheren Grundsound dieser Gitarre ist es erforderlich, ihr über den Amp ein paar zusätzliche Höhen zu gönnen, damit sie etwas an Biss und Durchsetzungsvermögen gewinnt.

Als nächstes hört ihr alle drei Pickup-Kombinationen (Hals, Hals & Steg, Steg) über einen angezerrten Marshall Plexi. Nach vier Takten wird die nächste Kombination angewählt. Hier fällt auf, dass der Steg-Pickup eher mittig als brillant rüberkommt. Es zerrt mehr und geht schon fast in Richtung Humbucker. Also eher für Rock als für Country geeignet.

Mit mehr Verzerrung funktionieren Rock-Riffs problemlos. Allerdings sollte man beim Herunterstimmen auf jeden Fall dickere Saiten aufziehen und die Saitenlage erhöhen, denn die tiefe E-Saite ist sehr träge und knallt bei härterem Anschlag gegen das Griffbrett.

Leider komprimiert der Sound ein wenig, wenn der Steg Pickup allein angewählt ist. Mit der Kombination von beiden Pickups oder dem Hals-Tonabnehmer einzeln klingt die Gitarre für mich wesentlich knackiger und auch die Ansprache ist viel direkter.

Das Ton-Poti arbeitet im Vergleich zur Strat aus der gleichen Serie wesentlich stärker, es senkt ab 2 kHz weiträumig die hohen Frequenzen ab. Mit einem verzerrten Sound lassen sich Stoner Rock Powerchords sehr gut spielen. Aber auch mit Cleansounds können schöne „muffige“ Jazz-Begleitungen und Soli gespielt werden. Hier ist der Unterschied zwischen ab- und aufgedrehtem Ton-Poti mit einem verzerrten Sound.

Jetzt wird die Regelmöglichkeit der Verzerrung über das Volumenpoti an der Gitarre überprüft. Wenn man es weit zurücknimmt, dann lässt die Verzerrung stark nach, aber auch der Gesamtpegel geht weit zurück. Hier ist das Beispiel.

Als nächstes hören wir uns die Übertragung der Dynamik beim Anschlag an der Gitarre an. Der Amp ist verzerrt eingestellt, die Kombination von Hals- & Steg-Pickup angewählt und ich habe zuerst leicht mit den Fingern und dann hart mit dem Pick angeschlagen. Der Volumenregler an der Gitarre ist immer voll aufgedreht. Hier ist das Ergebnis.

Da gibt es nichts zu meckern, die Anschlagsnuancen werden gut übertragen und auch die Einstreuung und Nebengeräuschkulisse bei höheren Gain-Einstellungen am Amp halten sich bei diesem Instrument in Grenzen.  Zum Abschluss widmen wir uns noch der Akkordverständlichkeit beim Steg-Pickup bei ebenfalls hohem Gain. Die Akkorde E, G, A, D werden langsam nacheinander angeschlagen und sollten als solche noch zu erkennen sein. Hier schwächelt der Pickup ein wenig, es klingt etwas schwammig, besonders die einzelnen Anschläge beim letzten Akkord kommen nicht ganz gleichmäßig. Das Phänomen tritt aber nur beim alleinigen Einsatz des Steg Pickups auf.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Optik, Verarbeitung
  • Bespielbarkeit
  • Ansprache
  • Geringe Nebengeräusche für Single Coil Pickups

  • Steg-Pickup komprimiert schnell

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