Hersteller_Fender Bass
Test
7
03.03.2015

Fender American Standard Dimension IV HH Test

Viersaiter E-Bass

Überdimensional?

Für diesen bonedo-Test steht mir ein schicker viersaitiger Vertreter des neuen Bassmodells aus dem Hause Fender zur Verfügung: ein Fender Dimension Bass aus der American Standard-Serie mit zwei fetten Humbuckern, einem Palisandergriffbrett und elegantem Sunburst-Finish.

Nachdem sich Fender in den vergangenen 60 Jahren ja in Sachen Bass hauptsächlich um ihre Erfolgsmodelle Jazz- und Precision-Modelle gekümmert haben und regelmäßig neue Variationen der Klassiker auf den Markt brachten, war die Bassgemeinde durchaus überrascht, als der amerikanische Traditionskonzern 2013 ein komplett neues Bassmodell aus dem Hut zauberte. Der Dimension Bass feierte sein Debüt in der Modern Player-Serie; inzwischen ist der moderne Fender aber auch in fast allen anderen Serien angekommen und dementsprechend mit verschiedenen Austattungsmerkmalen und in sämtlichen Preisstufen erhältlich. Im Programm der American Standard-Serie finden sich vier- und fünfsaitige Modelle in den Lackierungen Sunburst, Black, Olympic White und Ocean Blue Metallic.

Details

Der Korpus des Dimension-Basses hat - abgesehen von der Jazz Bass-typischen asymmetrischen Form - keinerlei Ähnlichkeit mit den bekannten Fender-Klassikern, denn er besitzt Eigenständigkeit und wirkt deutlich moderner. Der Halsansatz wurde asymmetrisch gestaltet und das untere Korpushorn sehr weit ausgeschnitten, damit auch die höchsten Töne mühelos zu erreichen sind. Einzig bei der Materialwahl zeigt Fender weniger Experimentierfreude und setzt bei allen Dimension-Modellen aus der American Standard-Serie auf die zu Recht altbewährte Erle.

Innovativer gehen die Amerikaner wiederum beim Hals zu Werke: Dieser besteht zwar nach wie vor aus einem Streifen Ahorn und ist mit einem Palisandergriffbrett (bzw. Ahorn bei den Modellen Olympic White und Ocean Blue Metallic) ausgestattet, das C- Profil des Halses wurde allerdings asymmetrisch mit einer Abflachung zur hohen Seite hin gestaltet, und das Griffbrett wird in Richtung der hohen Lagen flacher, hat also einen sogenannten "Compound Radius" von 241mm - 355 mm. Das sind zwar keine bahnbrechend neuen Features, welche wir nicht schon bei Instrumenten diverser Boutique-Hersteller gesehen hätten, bei Fender-Serienmodelle mussten wir allerdings bis zur Einführung des Dimension-Basses warten, um in den Genuss solcher modernen "Tweaks" für eine komfortablere Bespielbarkeit zu kommen.

Ein weiteres neues Feature zeigt sich außerdem am Halsende: Hier sitzt ein komfortabel zu bedienendes Einstellrad für die Justierung des Halsspannstabes, wie wir es von Music Man- oder Sadowsky-Bässen kennen. Am anderen Ende des Halses finden wir eine Fender-typische Kopfplatte, auf der vier seriös wirkende, aber dennoch leichte Vintage-Mechaniken montiert wurden. Die A-Saite wird durch eine kleine Öse an der Mechanik nach unten auf den Sattel gedrückt, damit sie nicht schnarrt, während für die D- und G-Saite der übliche runde Niederhalter zum Einsatz kommt.

Damit wären wir dann auch schon mitten im Thema Hardware und kommen zu den beiden letzten Features, die den Dimension Bass von den Klassikern aus dem Hause Fender abheben und damit nochmals verdeutlichen, dass es mit dem neuen Modell zweifelsfrei in eine andere, modernere Richtung gehen soll. Fender stattet seine Dimension-Bässe mit einer außerordentlich massiven Brücke aus, die man durchaus als schamlose Kopie der beliebten Badass Replacement-Brücke bezeichnen könnte. Ein derart stabiler und schwerer Steg sorgt im Idealfall für einen ebenmäßigeren Sound und ein sehr gesundes, langes Sustain. Darüber hinaus werden die massiven Saitenreiter in Rillen geführt und behalten somit auch bei harten Anschlägen stets ihre Position bei. Natürlich besitzt die moderne Hi-Mass-Bridge alle nötigen Einstellmöglichkeiten, so dass sowohl die Saitenlage als auch die Intonation sehr komfortabel und fein justiert werden können.

Den größten Anteil am modernen Sound des Dimensions werden aber sicherlich die für Fender-Bässe untypischen Tonabnehmer haben. Zum Einsatz kommen zwei mächtige Humbucker mit Keramikmagneten und rechteckigen Polepieces, die mit ihrer markanten Erscheinung den Look des ganzen Instrumentes prägen und auf einen entsprechend kraftvollen Klang hoffen lassen. Geregelt werden die Tonabnehmer mit dem klassischen Volume/Volume/Tone-Layout - Fender verzichtet also konsequenterweise auch beim American Standard Dimension Bass auf die aktive Elektronik der Deluxe-Modelle.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Klangqualität
  • Klangvielfalt
  • sehr angenehme und komfortable Bespielbarkeit
  • 1a Verarbeitung
  • gelungene Optik

  • Keins

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