Gitarre
Test
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16.08.2013

Fender Blacktop Tele Baritone

Bariton E-Gitarre

Tele-gen?

Die Fender Blacktop Tele Baritone im bonedo-Test - Für Fender ist die Blacktop Tele Baritone nicht das erste Instrument dieser Gattung, die bekanntlich in ihrer Stimmung ungefähr in der Mitte zwischen Gitarre und Bass liegt. Den Anfang machte 1961 die Fender VI, eine Gitarre mit sechs Saiten, schmalem, langem Hals, Jazzmaster-Korpus und einer 30" Mensur. Sie klang eine Oktave tiefer als eine normale Gitarre und es stellte sich unweigerlich die Frage, ob man es nicht doch eher mit einem Bass zu tun hatte. Aber klären ließ es sich zumindest unter der Spielerschaft nicht. Für die Bassisten waren die Abstände der Saiten auf dem schmalen Hals zu eng, die Gitarristen beklagten sich über die zu lange Mensur. Alles Gründe, warum sich dieses Produkt nicht unbedingt zu einem Verkaufsschlager entwickelte. Trotzdem blieb es im Programm, auch wenn in 16 Jahren gerade einmal 800 Instrumente gebaut wurden.

Verglichen damit stehen die Chancen der Blacktop Tele Baritone erheblich besser, denn bei ihr handelt es sich um eine reine Baritongitarre mit 27er Mensur und einem Tuning von B nach B, also eine Quarte tiefer als die Standardgitarre und eine Quinte höher als der Bass. Das gute Stück wird in Mexiko gebaut und liegt mit einem Straßenpreis von unter 600 Euro noch in einem absolut moderaten Bereich.

Details

Korpus

Die Gitarre kann man nicht als reinrassige Tele bezeichnen, sie ist mehr eine Promenadenmischung, bei der die Tele-Gene am stärksten vertreten sind. Das sieht man schon an der Korpusform, die selbstverständlich im Tele-Shaping daherkommt, sich aber mit der typischen Fräsung an der Rückseite dem Körper des Spielers anpasst. Dabei handelt es sich zwar eher um eine Eigenart der Strat, wird aber dankend entgegengenommen. Die Gitarre ist in drei Lackierungen erhältlich, nämlich in Silber, 3-Tone-Sunburst und einem dunklen Kupferrot, Classic Copper genannt.

Hardware und Pickups sind komplett verchromt und die Potiknöpfe beziehen ihre Herkunft auf die klassischen Fender-Amps. Große Hüte, mit Beschriftung von 1-10, bei denen die Zahlen allerdings vom Spieler aus gesehen auf dem Kopf stehen. Aber auch daran gewöhnt man sich. Wer den Volume-Regler immer voll aufgedreht hat, dem kann‘s sowieso egal sein.

Ein schwarzes, dreilagiges Schlagbrett bedeckt fast die gesamte vordere Hälfte des Korpus und trägt die beiden Single Coils, der Humbucker am Steg sitzt in einem Rahmen dahinter im Korpus. Die Gitarre ist mit einer String Thru Body Hardtail-Brücke ausgestattet, also nicht mit einem Tremolo, sondern einer fest montierten Brücke, die für eine extra Portion Sustain sorgen soll.

Pickups

Eine Tele mit Super Strat Pickup-Konfiguration: Die Mexikaner haben alle Register gezogen und eröffnen den Zugang zu einer Vielzahl an Sounds. Heavy-Brett mit dem Humbucker und eventuell knackigen Twang mit den Single Coils? Im Praxisteil gibt es Genaueres dazu. Die Pickups sind aus dem Hause Fender und gehören zur Blacktop Serie, geschaltet werden sie über einen Fünffachschalter im Tele-Design, mit dem folgende Kombinationen möglich sind:

Pos 1: Stegpickup

Pos 2: Steg- und mittlerer Pickup

Pos 3: Mittlerer Pickup

Pos 4: Hals- und mittlerer Pickup

Pos 5: Halspickup

Die Lautstärke- und Klangregelung erfolgt über einen Master Volume und Master Tone-Regler.

Hals

Der Ahornhals ist, wie bei Fender üblich, mit dem Korpus verschraubt. Auf ihm thront ein Palisandergriffbrett mit 22 Mediumbünden und Punktmarkierungen zur besseren Positionsfindung. Sicherheitshalber gibt es die Punkte einige Nummern kleiner auch an der Halskante. Die Mexiko-Modelle, die ich in letzter Zeit in den Fingern hatte, punkteten durchweg durch gute Verarbeitung und Voreinstellung, und bei dieser Gitarre trifft das ebenfalls zu. Saitenlage und Halsneigung stimmen und die etwas kräftigere C-Form liegt gut in der Hand - ein dünner Hals würde auch nicht zum mächtigeren Baritonsound passen. Über einen weißen Kunststoffsattel laufen die Saiten dann geradlinig zu den Stimm-Mechaniken, die in gewohnter Art und Weise ihre Arbeit ohne Spiel und tote Punkte verrichten. Die Kopfplatte selbst zeigt sich in schlanker Tele-Form, auf ihr finden wir das Spaghettilogo und am Halsübergang den Einstieg zum Halsstellstab.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Verarbeitung
  • werkseitige Voreinstellung
  • Hals
  • „Bass“-Sound mit Hals- und mittlerem Pickup

  • Klangübertragung des tiefen Frequenzbereichs
  • Pickups

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