Gitarre Hersteller_Fender
Test
1
13.10.2017

Praxis

Sound

Die Gitarre wird nun an einen clean eingestellten Sovtek MIG-50H angeschlossen. Das Signal läuft über eine Marshall 4x12 Box (Greenbacks) und wird von einem Neumann TLM-103 Mikrofon abgenommen. Für spätere Zerr-Einsätze stehen diverse Overdrive- und Fuzz-Pedale bereit. Zu Beginn kümmern wir uns aber erst einmal um die unverzerrten Töne und die Basis-Sounds, die man mit den beiden unterschiedlichen Pickups abrufen kann. Der Singlecoil am Hals hat für diese Spezies Tonabnehmer einen etwas niedrigeren Pegel, daher wird bei eingangsempfindlichen Amps der Übersteuerungsbereich nicht so schnell angefahren. Der Humbucker hat logischerweise etwas mehr Feuer, ist aber auch kein Metal-High-Gain-Monster, sondern bewegt sich im normalen Bereich. Klanglich kommt die Gitarre recht spritzig daher, hat einen schnellen Antritt und ist durch die Tonabnehmer-Bestückung etwas variabler einsetzbar als die Duo Sonic mit zwei Singlecoils. Der Sound über den Hals-Pickup zeigt sich mit einem knackigen Bassbereich und ausreichend Höhen, während der Humbucker am Steg die Muskeln im Mittenbereich spielen lässt. Bei den Cleansounds fällt der Lautstärkeunterschied beider Pickups noch stärker auf, später bei den Zerrsounds macht sich das dann eher in unterschiedlichen Zerrgraden bemerkbar.

Wir wechseln nun zu den schmutzigen Sounds, einer Disziplin, in der die Duo Sonic HS einen guten Eindruck hinterlässt und sich die unterschiedlichen Ausgangspegel in einer differenzierten Dosierung des Zerrgrades bemerkbar machen, womit sich gut arbeiten lässt. Auch funktioniert die Übertragung der Anschlagsdynamik ganz ordentlich. Wenn am Amp/Overdrive ein mittlerer Zerrgrad eingestellt ist, wird bei leichtem Anschlag der Ton entsprechend weniger verzerrt ausgegeben. Auch die Anschlagsunterschiede sind klar hörbar, das sollte aber bei Gitarren in diesem Preissegment auch so sein. Mit dem Volume-Poti kann ebenfalls entsprechend entzerrt werden, hier ist im ersten Drittel des Regelwegs die meiste Aktion. Entgegengesetzt verhält es sich beim Tone-Poti, da passiert in den ersten beiden Dritteln relativ wenig, im letzten schließt die Höhenblende schnell. Mir persönlich ist der Aktionsradius bei beiden Reglern zu grob voreingestellt.

Mit dem Humbucker bieten sich gute Vorraussetzungen für kernige Rocksounds, die auch bei höheren Zerrgraden ohne drastische Einstreuungen erzeugt werden können - ein klarer Vorteil für die Duo Sonic HS. Der Pickup klingt auch hier recht mittig und weniger scharf im Höhenbereich, eignet sich also eher für klassische Rocksounds als für modernen Metal. Downtunings sind auch bei der etwas kürzeren Mensur möglich, ihr hört die nächsten beiden Beispiele mit Drop-D-Tuning, einmal mit dem Friedman BE-OD und dann noch die etwas schrägere Variante mit einem Red Witch Fuzz God.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Hals-Bespielbarkeit (wenn Bünde & Saitenlage gut eingestellt sind)
  • Soundvariationen durch Pickup-Bestückung
  • amtliche Crunch- und Mid-Gain-Sounds

  • werkseitige Voreinstellung (Bünde, Saitenlage, Oktavreinheit, Sattelkerben)
  • Pickup-Schalter etwas wackelig
  • ungünstiger Regelweg bei Volume- und Tone-Poti

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