Gitarre Hersteller_Fender
Test
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06.08.2015

Praxis

Wenn man die Gitarre zum ersten Mal in die Hand nimmt, ist sofort klar, dass es sich hier nur um eine Jazzmaster handeln kann. Das gesamte Handling und der leicht klirrende twängige Sound lassen keinen Zweifel aufkommen. Dabei ist der Primärklang der Testgitarre im Obertonspektrum etwas belegter, als ich das von anderen Jazzmaster-Modellen gewohnt bin. Die Gitarre kombiniert stattdessen einen eher mittig-fleischigen Ton mit einem amtlichen Sustain. Dadurch bringt sie zwar nicht den klassischen Jazzmastersound, der sich gut für 60er Beatmusik eignet, stattdessen tönt sie rockiger und in gewisser Weise auch stabiler, was verzerrten Klängen besonders entgegenkommt.

Aber uns soll es jetzt zuerst um die cleanen Sounds der Gitarre gehen. Dazu absolviert sie das erste Audiobeispiel im Singlecoilmodus, indem ich das Tone-Poti herausgezogen habe. Im ersten Drittel hört man den Stegpickup, dann beide Pickups in der Zwischenposition und im letzten Drittel den Halstonabnehmer.

Im Humbuckermodus geht der Sound noch mehr in Richtung Les Paul. Die Pickups bieten reichlich Ausgangsleistung, aber gleichzeitig auch einen recht komprimierten Ton. Was am verzerrten Kanal durchaus von Vorteil ist, bringt am cleanen Kanal ein eher schlappes und mumpfiges Soundergebniss. Diejenigen, die den klassischen Jazzmastersound suchen, werden deshalb hier nicht fündig werden.

Auch hier habe ich wieder drei Einstellungen hintereinander gespielt. Zuerst kommt der Stegpickup, dann beide Pickups in der Zwischenposition und im letzten Drittel der Halstonabnehmer.

Am verzerrten Kanal kann die Gitarre ihre Vorzüge präsentieren. Der Ton ist zwar unglaublich fett, bringt aber trotzdem wegen der typischen Jazzmaster-Konstruktion einen gewissen Twäng im Anschlag. Dieser macht sich besonders gut im Singlecoilmodus, weshalb mir die Gitarre in dieser Einstellung auch am besten gefällt. Hier also der Stegtonabnehmer mit herausgezogenem Tone-Regler.

In der Humbuckerstellung verschwindet der Twäng größtenteils und der Ton wird extrem fett und sahnig. Dank der hohen Eigenkompression muss man nicht besonders kämpfen, um einen fließenden Sound zu erhalten. In dieser Einstellung werden sich Metallarbeiter und Heavyrocker besonders wohl fühlen.

Kommen wir zum Halspickup im Singlecoilmodus am verzerrten Kanal. Da der insgesamt noch fetter klingt als sein Pendant in der Stegposition, hat mir auch hier die Singlecoil-Einstellung wesentlich besser gefallen als der Humbucker. Der Ton singt dank des guten Sustains der Gitarre mit der entsprechenden Verzerrung bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Zu guter Letzt noch ein Beispiel mit dem Halspickup im Humbuckermodus. Hier hätte sicher auch Gary Moore seine Freude gehabt. Der Ton trieft förmlich vor klanglichem Fett. Sounds dieser Art bekommt man mit einer alten Jazzmaster einfach nicht hin, aber dafür wurde sie im Gegensatz zur Testgitarre ja auch nicht gebaut.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Verarbeitung
  • gutes High-Gain-Soundverhalten
  • Preis/Leistung

  • cleane Sounds wirken etwas statisch

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