Gitarre Hersteller_Fender
Test
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13.09.2016

Fender The Edge Deluxe Amp Test

Vollröhren-Combo für E-Gitarre

Chefsache

Fender hat dem U2-Gitarristen The Edge nicht nur eine eigene Signature-Stratocaster spendiert, den dazugehörigen Amp in Form eines leicht modifizierten Tweed Deluxe gibt es obendrauf. Der handverdrahtete Verstärker in Vollröhrentechnik orientiert sich am klassischen ´57er Fender Tweed Deluxe Combo mit einer 5E3 Schaltung, vier Eingängen, drei Reglern, einem Celestion 12 Zoll Blue Speaker und einer Leistung von 12 Watt. The Edge integrierte neben den Vox AC30 Verstärkern seit über zehn Jahren auch immer alte Fender Deluxe-Amps in sein Setup. Im Studio nahm er mit einem Tweed Deluxe unter anderem die Hitsingle "Vertigo" auf. Die Deluxe Amps aus den 50ern sind heiß begehrt und auf unzähligen Aufnahmen (auch heute noch!) zu hören. Der Verstärker wurde eigentlich für Instrumentalisten und Harmonica-Spieler konzipiert, daher die Eingänge Inst und Mic. Bekanntlich sind die Wattangaben bei Röhrenverstärkern nicht unbedingt eine definitive Aussage über ihren tatsächlichen Schalldruck. So auch bei dieser Verstärker-Reihe, bei der 12 Watt auf der Bühne locker mit Drums und Bass mithalten können. Bekannte User von Fender Deluxe Amps sind unter anderem Neil Young, Billy Gibbons, Larry Carlton oder U2-Produzent Daniel Lanois.

Ein Deluxe Amp punktet nicht mit modernen Möglichkeiten wie getrennt regelbaren Kanälen oder einer ausgiebigen Klangregelung. Hier passiert nicht sehr viel in Signalweg und Schaltkreis, daher wird ein sehr puristischer Ton mit schmatziger Endstufenkompression erzeugt. Sound und Feinabstimmung werden am Instrument erledigt - alte Schule total! Wir haben den kleinen Tweed-Kasten für eine Testrunde in unser bonedo-Studio geholt und werden unter anderem auch der Frage nachgehen, ob der Amp für andere Zwecke als U2-Songs geeignet ist. Und ob der The Edge Deluxe Amp tatsächlich in der Tradition der Klassiker steht, gilt es natürlich ebenfalls herauszufinden.

Details

Gehäuse/Optik

Der The Edge Deluxe Amp kommt in einem Gehäuse aus massivem Kiefernholz und ist mit lackiertem Tweed-Style-Bespannstoff sehr sorgfältig bezogen. An der Vorderseite schützt der traditionelle braun-gelbe Frontgrill den Lautsprecher. Auch der Tragegriff aus Leder ist an Ort und Stelle, nur leider hat man den Vintage-Gedanken auch an der Unterseite konsequent fortgeführt und den Amp mit Metallfüßen ausgestattet. Rutschfestigkeit ist da nicht garantiert und beim teueren Parkettboden sollte man auch etwas vorsichtiger sein. Aber grundsätzlich hält ihn sein Lebendgewicht von 13 Kilo fest am Platz.

Der Amp hat den 5E3-Schaltkreis der Deluxe Amps aus den späteren 50er Jahren geerbt, alles handverdrahtet im Fender-Hauptwerk in Corona, Kalifornien. Das ist auf jeden Fall einer der Gründe, warum man für den kleinen Würfel so viel hinblättern muss, denn der Arbeitslohn ist in den USA nun mal auf einem anderen Niveau als zum Beispiel in Mexiko oder gar Fernost. Für den amtlichen Röhrensound sorgen zwei 12AX7 in der Vorstufe, zwei 6V6-Röhren in der Endstufe und eine 5Y3 Gleichrichter-Röhre. Der kraftvolle Ton gelangt über einen 12 Zoll Celestion-Blue-Speaker (15 Watt) ans Ohr der Zuhörer. Hier ist man vom Original abgewichen, denn in den originalen Tweed Deluxe Amps waren Jensen-Lautsprecher verbaut. Als Transportschutz spendiert der Hersteller außerdem ein Ampcover.

Bedienfeld

Der Verstärker ist als Toploader konzipiert, das verchromte Bedienfeld ist von oben zugänglich und wie bereits erwähnt sind die Regelmöglichkeiten eher sparsam gesetzt. Dafür gibt es vier unterschiedliche Eingänge, zwei Inputs für Mic (niedrige Eingangsimpedanz) und zwei für Instrument (hohe Eingangsimpedanz). Das bedeutet natürlich nicht, dass die Mic-Inputs für die Gitarre verboten sind. Dadurch, dass sich die Eingänge 1 und 2 auch in der Eingangsempfindlichkeit unterscheiden, stehen mit den vier Inputs auch vier komplett unterschiedliche Grundsounds zur Verfügung. Der Klang wird mit einem Tone-Regler eingestellt und jeder Kanal (Mic, Inst) hat seinen eigenen Lautstärkeregler, wobei die beiden Kanäle auch gleichzeitig genutzt werden können. Eine gängige Praxis ist es, die Kanäle des Amps mit einem Patchkabel zu brücken, also beide Kanäle gleichzeitig zu benutzen. Somit stehen noch mehr Klangfarben zur Verfügung. Die klanglichen Unterschiede der einzelnen Anwendungen werdet ihr im Praxisteil hören. Laut Hersteller wurde am Low End noch etwas gebastelt, im Gegensatz zu den alten Amps klingt der Edge Deluxe etwas straffer im Bassbereich. Außerdem hat man zur Schonung der Röhren einen Standby-Schalter integriert und ihm und dem Power-Schalter zum Schmutz vor Staub Gummikappen spendiert.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sound
  • Klangübertragung, dynamische Anspreche
  • Schalldruck
  • Verarbeitung

  • kein zusätzlicher Speaker-Out
  • Regelweg des Volume-Reglers

Gehört zu dieser Serie

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