Gitarre Hersteller_FGN
Test
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25.06.2020

FGN Boundary Iliad Test

E-Gitarre

T auf Japanisch

Die FGN Boundary Iliad kann schon auf den ersten Blick eine nahe Verwandtschaft zur Telecaster nicht leugnen. Hinter dem Kürzel FGN steckt der japanische Instrumentenhersteller Fujigen, der schon seit 1960 unzählige Gitarren für Hersteller wie Fender und Ibanez fertigen konnte. Seit 2010 produziert das Fujigen-Werk unter dem Namen FGN nun auch eigene Modelle, die sich stellenweise an den traditionellen Vorbildern orientieren, aber auch mit eigenen Designs aufwarten.
Unser heute zum Test eingetroffenes T-Style Modell in Sunburst kostet momentan im Handel gerade einmal knapp 600 Euro und ist damit für eine Gitarre "Made in Japan" erstaunlich günstig. Was die FGN Boundary Iliad im Detail zu bieten hat, gilt es nun herauszufinden.

Details

Lieferumfang

Die FGN Boundary Iliad wird ohne Tasche oder Koffer in einem einfachen Pappkarton ausgeliefert, der das obligatorische Werkzeug zum Nachjustieren des Instruments bereithält. Bei der ersten Begutachtung macht die Gitarre einen absolut sauber verarbeiten Eindruck und bringt 3,6 kg auf die Waage.

Korpus/Elektronik

Kommt das historische Vorbild meist wahlweise mit einem Erle- oder Esche-Korpus, fiel die Wahl bei der FGN Boundary Iliad auf Linde. Unser Modell präsentiert sich mit einer 3-Tone Sunburst-Polyesterlackierung, alternativ ist die Gitarre auch ganz schlicht in Schwarz oder mit einem Cherry Sunburst-Finish erhältlich. Auch wenn sich das Modell offensichtlich als T-Style E-Gitarre zu erkennen gibt, haben wir es hier an einigen Stellen mit einer eigenen bzw. modernen Interpretation des berühmten Modells zu tun. Der Korpus weist dabei eine etwas abgewandelte Form auf und offenbart, genau wie die modernen Versionen aus dem Hause Fender, eine Ausfräsung an der Korpusrückseite. Der sogenannte "Belly Cut" sorgt für ein angenehmeres Spielgefühl am Oberkörper und war übrigens bei der Stratocaster von Anfang an Bestandteil des Korpusdesigns.

Etwas Eigenes im Erscheinungsbild bekommt die FGN Boundary Iliad außerdem durch ihr Schlagbrett, das das untere Horn ausspart. Die Saiten werden von der Rückseite durch den Korpus eingefädelt und laufen über eine Bridge aus eigenem Hause (FGN FJIL-6SSTD), die mit ihren sechs verstellbaren Saitenreitern eine genaue Einstellung der Intonation ermöglicht.

Die zwei Single Coils stammen ebenfalls aus eigener Produktion und werden ganz klassisch über einen Dreiwegschalter angewählt oder zusammengeschaltet. Ein Volume- und ein Tone-Poti sorgen für die weitere Abstimmung des Signals am Instrument, wobei beim Testmodell das Tone-Poti etwas aufliegt und nicht ganz so geschmeidig läuft.

Hals

Der geschraubte Ahornhals wirkt natürlich und weist nur eine matte Satinlackierung auf, das Ahorngriffbrett wurde mit einem sogenannten Compound Radius (250-350mm) versehen. Dabei nimmt der Radius über die Länge des Griffbretts kontinuierlich zu und wird in Richtung Korpus flacher. Ziel dieser Konstruktion ist es, eine möglichst niedrige Saitenlage über das gesamte Griffbrett zu gewährleisten und außerdem ein komfortables Ziehen der Saiten in den oberen Lagen zu ermöglichen. Die 22 sauber polierten und abgerichteten Medium Size-Bünde wurden mit dem vom Hersteller patentierten Circle Fretting System (C.F.S.) eingesetzt. Bei diesem Kreis- oder Bogen-Bundiersystem laufen die Saiten im gleichen Winkel über die Bünde, was sich positiv auf die Intonation und das Sustain auswirken soll.

Im Detail werden die Bundschlitze mit einem minimalen Radius gefräst. Demzufolge können bei einer Neubundierung sorglos reguläre Bünde eingesetzt werden. Auch die FGN Boundary Iliad kommt mit der für T-Style Modelle typischen Mensur von 25,5"/648 mm. Die Saiten laufen über einen 43 mm breiten Sattel zu den Gotoh SD91-05M Stimmmechaniken. Ab Werk kommt die Gitarre mit D'Addario-Saiten in den Stärken 010 - 046.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • optimale Werkseinstellung
  • angenehme Bespielbarkeit
  • typische T-Style Sounds
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • keins

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