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24.06.2020

Finden Konzerte ab jetzt im Glaskasten statt?

So könnte die Corona-Zukunft der Live-Branche aussehen.

Die Grundlegende Frage während der Corona-Krise bleibt – zumindest für uns Musiker – aktuell dieselbe: Wie und vor allem wann dürfen wir wieder auf die Bühne? Großveranstaltungen sind noch bis Ende Oktober verboten. Die ersten Test-Anläufe für ein Live-Erlebnis trotz Ansteckungsgefahr laufen immerhin schon. So fand vergangenen Samstag in der Kölner Lanxess Arena das erste Konzert seit Mitte März statt. Der Sänger Wincent Weiss spielte vor ausverkauftem Haus. Die Lanxess Arena ist mit bis zu 20.000 Gästen die größte Venue Deutschlands. Beim Neustart am Samstag waren jedoch nur 900 Menschen in der Halle – verteilt im Zuschauerraum und durch Plexiglasboxen voneinander abgeschirmt. In den Boxen können bis zu acht Personen Platz nehmen und auch die Ticketpreise haben sich nicht sonderlich erhöht. Auf den Rängen dürfen zudem – natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands – auch wieder einige Leute sitzen. 

Trotz der zunächst ernüchternd wirkenden Zahlen spricht der Veranstalter von einem vollen Erfolg. Das Glasbox-Konzept sei komplett neuartig in Europa und die Lanxess-Arena die erste große Mehrzweckhalle in der Republik, die nun wieder Veranstaltungen durchführt. Bis Ende August sind noch 80 Konzerte geplant, jeweils in Glasbox und mit bis zu 1.000 Besuchern. Auch interessant: Damit es bei Einlass, Toilettengang oder an der Bar nicht zu Warteschlangen kommt, hat jede Glasbox einen eigens zugewiesenen Service-Bereich mit Klo und Theke. Auch Einlass und Ausgang sind jeweils voneinander abgetrennt. 

Aktuell prüfen auch andere Betreiber großer Mehrzweckhallen, wie die Barclaycard Arena in Hamburg oder die Mercedes Benz Arena in Berlin, solche Konzepte um den Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Ob das wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist, wird die Zeit zeigen. 

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