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17.12.2019

Fluid Audio FX80 Test

Aktive, koaxiale Studioabhöre

Erschwingliche Abhöre mit präziser Mitten-Abbildung

Mit den beiden Modellen FX80 und FX50 erweitert Fluid Audio ihre F-Serie mit zwei weiteren Koaxial-Lautsprecherboxen. Modernisiert durch digitale Verstärker und mit einigen DSP-Funktionen unter der Haube, treten die FX-Abhöre auf die Studiobühne. Die größere der beiden Abhören, die Fluid FX80, wird hier im Test unter die Lupe genommen.

Details & Praxis

Merkmale und Besonderheiten

Die Fluid Audio FX80 ist eine aktive Abhöre mit Koaxial-Lautsprecher. Ein 8-Zoll-Woofer und ein 1,2-Zoll-Tweeter sind in einem direkt übereinander angeordnet, die beiden Treiber befinden sich also auf der selben akustischen Achse. Von Vorteil ist hierbei, dass die Abstrahlung der beiden Lautsprechersignale akustisch von einem Punkt aus zu erklingen scheinen, wodurch beim Hören eine präzise Abbildung und Ortungsschärfe empfunden wird.

Für das Gehäuse der FX80 wurde Vinyl-laminiertes MDF-Holz verwendet. Die Front fällt durch eine außergewöhnliche Formgebung rund um den Koaxial-Lautsprecher auf. Diese Rundungen sollen einer verbesserten Abstrahlung dienen. Die fast quadratisch anmutende Box wurde – abgesehen vom auffälligen Coax-Speaker und der außergewöhnlichen Frontplatte – mit einem neuen Feature ausgestattet, welches man nicht auf Anhieb erkennen dürfte: Die FX80 beherbergt im Inneren digitale Endstufen. Class-D-Amps sind eine Neuerung des Boxen-Portfolio im Hause Fluid Audio, die nicht nur eine höhere Effizienz beim Stromverbrauch und geringere Hitzeentwicklung bieten. Class-D-Verstärker ermöglichen darüber hinaus einen leicht zu realisierenden Einsatz von DSP-Funktionen zur manuellen Frequenzgang-Anpassung.

Mit Gehäusemaßen 29,5 x 25,4 x 34 cm (T/B/H) und dem für ihre Größe relativ geringen Gewicht von 7,9 Kilogramm zählt die Abhöre zu den eher handlichen Vertretern der Gruppe der Mittelfeld-Abhören.

Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse der FX80. Die bei Fluid-Audio-Boxen traditionelle Lautstärke-Regelung an der Boxen-Vorderseite wurde bei beiden FX-Modellen auf die Rückseite versetzt. Mit Hilfe des Volume-Drehreglers lässt sich die Gesamtlautstärke der Abhöre mit einer Range von -30 dB bis +6 dB justieren. Das recht deutlich vernehmbare Grundrauschen der Box wird von dieser Regelung nicht beeinflusst. Es bleibt konstant laut, selbst bei einer maximalen Absenkung der Boxenlautstärke, was aber ein typisches Verhalten von Monitoren mit Class-D-Amps darstellt.

Wie ihr direkter Vorgänger, die Fluid Audio FX8, besitzt die FX80 drei verschiedene Analog-Eingänge. Neben symmetrischer XLR- und Klinkenbuchse findet man außerdem einen unsymmetrischen Cincheingang um die Box mit Audiosignalen zu versorgen.

Den digitalen Verstärkern ist es zu verdanken, dass Fluid Audio ihren Sprösslingen DSP-Funktionen mit auf den Weg gegeben haben. High-Shelf, Mid-EQ, Acoustic-Space und ein Low-Cut lassen sich per 8-fach-Dipschalter an der Rückseite der Box zuschalten und ermöglichen so die Anpassung der Abhöre an akustische Gegebenheiten des Raumes oder auch einfach nur an die Vorlieben der Benutzer.

Um die Boxen an die Wand montieren zu können, befinden sich zwei Gewindebohrungen mittig auf der Rückseite der Box. Zum Aufstellen auf einer Oberfläche wie beispielsweise eines Tisches oder einer Mischpult-Ablagefläche zu platzieren werden lediglich vier kleine, selbstklebende Gumminoppen mitgeliefert. Große Akustikpads zum Entkoppeln (oder um verschiedene Neigungswinkel herstellen zu können) werden nicht mitgeliefert. Als Zubehör kann hierzu das Fluid Audio DS8 erworben werden. Das DS8-Stativ ermöglicht drei verschiedene Neigungswinkel und sorgt anhand von Gummikappen für eine akustische Entkopplung.

Klang

Für den Praxistest stelle ich die Fluid Audio FX80 auf Stative in zirka zwei Metern Abstand auf. Mit Hilfe von zusätzlichen, dicken Schaumstoff-Pads richte ich die Abhöre aus und beginne, sie mit einer Reihe mir vertrauter Songs zu beschicken.

Die FX80 klingt – was den Frequenzgang anbelangt – für meine Ohren recht Höhen-betont, mit wenig, aber dafür äußerst klaren Mitten, und mit wenig ganz tiefen Bässen. Die hohen Frequenzen ab 10 Kilohertz aufwärts klingen sehr dominant und sind wesentlich lauter zu hören als die Oktave darunter. S-Laute, wie sie in Gesang und Sprache meist unvermeidlich sind, werden von den Fluid Audio FX80 besonders stark hervorgehoben. Wurde bei Mischungen nicht auf De-Essing geachtet oder dies nur wenig angewandt, so bekommt man die Zischlaute hier gnadenlos zu hören. Der tiefe Bassbereich, der einem bei entsprechendem Musikmaterial förmlich in die Magengegend fahren würde, wird von den FX80 nur sehr schwach wiedergegeben. Dafür empfinde ich den Bereich um 250 Hertz als ein wenig zu dick und unsauber. Der Frequenzbereich in dem die FX80 ihre Stärke ausspielt, ist meiner Meinung nach der Mittenbereich, also grob die beiden Oktaven ab 300 Hertz aufwärts. Sehr präzise und sehr klar klingen für mich jene Mitten. Diese Klarheit finde ich recht beeindruckend. Die Fluid Audio FX80 sind ein echtes Mitten-Präzisionsmonster.

Was das Thema Lautstärke angelangt, kann es die FX80 locker mit ihrer Konkurrenz vergleichbarer Abhören aufnehmen und dürfte die meisten vielleicht sogar noch überragen. Die Box limitiert rechtzeitig die Lautstärke so dass nie unangenehme Verzerrungen und Übersteuerungen zu hören sind. Die Maximal-Lautstärke kommt mir für die Boxengröße sehr laut vor und ist für kleinere bis mittlere Räume meiner Meinung nach mehr als genug. Zu Risiken und Nebenwirkungen von noch lauteren Abhörlautstärken sollte man dringend seinen Arzt oder Psychiater aufsuchen.

Sonstiges

Im Lieferumfang der Fluid Audio FX80 befinden sich außer der Box ein Stromkabel, vier kleine, selbstklebende Gummiunterlagen und eine Bedienungsanleitung.

 

 

Fazit

Die Fluid Audio FX80 ist eine Abhöre die sich gut fürs Mischen und fürs präzise Editing eignen dürfte, vor allem wenn es um den Mittenfrequenzbereich geht. Mit ihrer klaren Abbildungsschärfe und der unverzeihlichen S-Laute-Abbildung kann sie auf jeden Fall sehr hilfreich sein, um genau jene Tugenden in der täglichen Studioarbeit oder im heimischen Kleinstudio pflegen zu können. Zum reinen Hörgenuss würde man vielleicht eher auf die deutlichen S-Laut-Abbildungen verzichten wollen und wünscht sich zum Spaß-Hören manchmal vielleicht eher ein wenig mehr Schönfärberei und Tiefbassdruck. Für den Einsatz als alleinige Allround-Hauptabhöre ist mir der Frequenzgang der FX80 eine Spur zu unausgewogen. Für gerade mal € 259,- pro Box (Straßenpreis am 07.12.2019) ist sie aber keine teure Investition und bietet sich hervorragend als zusätzliche Abhöre an oder als Präzisionswerkzeug wenn es um eine genaue Platzierung oder Justierung von Klängen im Stereobild geht.

  • Pro
  • drei Anschlussvarianten (Cinch, Klinke und XLR)
  • DSP-Features per DIP-Schalter
  • sehr präzise Mitten-Abbildung und Ortung im Stereofeld
  • hohe Pegel möglich
  • Contra
  • recht auffälliges Grundrauschen
  • etwas dick und undifferenziert rund um 250 Hz
  • wenig Tiefbässe
  • Features und Spezifikationen
  • aktiver Monitor mit Koaxial-Lautsprecher
  • Class-D-Verstärker, Low-Speaker 60 Watt / High-Speaker 50 Watt
  • Basstreiber: 8 Zoll
  • Hochtöner: 1,2 Zoll
  • Bassreflex-Öffnung vorderseitig
  • Frequenzgang: 35 Hz - 22 kHz (+/- 3 dB)
  • Übergangsfrequenz: 2,4 kHz
  • max. SPL: 95 dB @ 1 m
  • unsymmetrischer Eingang: Cinch (RCA) -10 dBV
  • symmetrische Eingänge: Klinke & XLR jeweils +4 dBu
  • DSP-Funktionen:
  • HF Shelf: -2 dB, -1 dB, 0 dB, +1 dB
  • Mid EQ: -2 dB, -1 dB, 0 dB, +1 dB
  • Acoustic Space: 0 dB, -1 dB, -2 dB, -4 dB
  • LF Cut: Flat, 60 Hz, 80 Hz, 100 Hz
  • Maße: 26,4 x 25,4 x 34 cm (T x B x H)
  • Gewicht: 7,9 kg
  • Preis: € 259,– (Straßenpreis am 07.12.2019)
Veröffentlicht am 17.12.2019

Pro & Contra

  • drei Anschlussvarianten (Cinch, Klinke und XLR)
  • DSP-Features per DIP-Schalter
  • sehr präzise Mitten-Abbildung und Ortung im Stereofeld
  • hohe Pegel möglich

  • recht auffälliges Grundrauschen
  • etwas dick und undifferenziert rund um 250 Hz
  • wenig Tiefbässe

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