Hersteller_Focusrite
Test
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31.08.2016

Praxis

Treibersituation

Auf dem Mac braucht es für das Focusrite Scarlett 2i2 keine Treiber, denn das Interface ist „Class-Compliant“ – an iOS Geräten funktioniert es aufgrund des hohen Stromverbrauchs aber dennoch nicht. Apropos Stromverbrauch – trotz Bus-Power beträgt die tatsächliche Phantomspannung solide 45 Volt und ist ziemlich stabil. 

An einem PC braucht es natürlich Treiber, ihr findet sie hier. Aber auch für Mac-User gibt es noch eine Art „Spezial-Treiber“, der den CoreAudio-Buffer reduziert und damit die Latenz verbessert, was allerdings etwas mehr Rechenleistung in Anspruch nimmt und nicht auf allen Systemen komplikationsfrei läuft – mehr Infos dazu hier. Das Handbuch in PDF-Form gibt es hier.

Verbesserte Latenz

Die Verbesserungen der zweiten Generation sind ja vor allem im Inneren zu finden. Was bei der Betrachtung der Klangqualität durchaus subjektiv ausfällt, lässt sich bei der Performance der Treiber allerdings objektiv anhand der verbesserten Latenzwerte dingfest machen. Als Vergleich sollen hier die 128 Sample Werte zwischen dem alten 2i2 und dem neuen 2i2 exemplarisch dienen. Mit 10 ms für das neue Interface ergibt das eine Verbesserung um 1 ms in Ableton Live bei 128 Samples und 44,1 kHz – mit Installation des speziellen Low-Latency-Treibers werden es 9,3 ms. Schon besser, aber wirklich keine Revolution. Zum Vergleich: Mein RME UFX schafft hier 8 ms und das Thunderbolt-basierte Focusrite RED 4Pre 7,2 ms. Unter Windows sieht die Sache allerdings deutlich anders aus: Hatte sich das alte 2i2 mit 22ms noch ein dickes Contra eingefangen, schafft das neue 2i2 nun 12 ms. Das ist schon ein Unterschied. Insgesamt macht das 2i2 nun also eine gute Figur.

Cleane Preamps

Die Preamps klingen transparent und haben genügend Dampf, sodass sich der Charakter der Test-Mikrofone gut entfaltet. Die Bässe der DI sind ebenfalls stramm. Kurzum: Alles gut. Einen Vergleich zum alten Interface kann ich aus Ermangelung dessen leider nicht vornehmen. Die größeren Scarletts klingen dennoch minimal besser, was ich auf das mehr an Strom zurückführen würde. Aufgrund des externen Netzteils steht dies dem Focusrite 2i2 nicht zur Verfügung. Das ist kein Voodoo: Die Schaltungen der netzteillosen Interface-Preamps sind in der Tat angepasst, wie ich auf Rückfrage vom Vertrieb erfuhr.

Schwacher Kopfhörerausgang

Der Kopfhörerausgang soll lauter geworden sein – aber so richtig laut und kräftig ist er immer noch nicht. Gerade stromhungrige Kopfhörer fangen somit schon recht zeitig an zu pressen und verzerren. Auch hier haben die größeren Scarletts aufgrund des externen Netzteils die Nase weiterhin vorn.

Tolles Software-Paket

Das mitgelieferte Software-Paket ist ausdrücklich zu loben, vor allem für Anfänger. Hier ist wirklich kein Mist dabei! Das Softube Reverb, trotz Light-Version, gehört zu einen meiner Lieblings-Reverbs. Der Saturation Knob ist zwar Freeware, aber trotzdem schön. Der S73 wiederum ist ein tolles und einfaches Compression-Tool. Aber auch der Focusrite Red EQ und Compressor ist sehr gut, die Novation Bassstation sowieso. Top!

Ebenfalls erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit Avid, wodurch die Kompatibilität mit dem neuesten Pro Tools gewährleistet sein soll.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Verarbeitung
  • Größe
  • Software
  • Lieferumfang

  • Kopfhörer-Lautstärke/-Qualität

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