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30.12.2020

FOH-Techniker: Eure persönlichen Vorsätze für das neue Jahr

Das neue Jahr mit guten Vorsätzen zu begrüßen, ist grundsätzlich eine gute Sache. Üblicherweise schauen wir auf die vergangene Zeit und nehmen uns vor, an einigen Schrauben drehend die Situation zu verbessern. Doch auf welche Monate sollen FOH-Techniker diesmal sehen? Für die Eventbranche war das Jahr 2020 - gelinde gesagt – eine zwangspausierende Katastrophe, bedrückend  bis erdrückend. Bis auf wenige Ausnahmen hat Corona sämtliche Veranstaltungen gecancelt. Hoffen wir gemeinsam auf Licht am Horizont und bereiten uns mental und körperlich darauf vor, dass sich das Event-Karussell im kommenden Jahr wieder richtig drehen möge. Kopf hoch, es kann nur besser werden:

Der Gesundheit zuliebe

Dass dein Job nicht normal ist, ist dir bewusst. Auch deswegen hast du ihn schließlich gewählt. Dass deine körperliche Gesundheit dabei bisweilen auf der Strecke bleiben kann, hast du in den letzten Jahren auch zu spüren bekommen. Die Arbeitszeiten pfeifen auf deinen Biorhythmus, das Wachhalten per Kaffee & Co. macht’s nicht unbedingt besser. Außerdem werden deine Ohren dauerhaft mit Lautstärke zugeballert, die Augen mit Lichtszenarien vollgestopft. Die meisten dieser Aspekte sind unumgänglich und lassen sich nicht vermeiden. Kein Grund aber, sich damit selbstentschuldigend abzufinden. Es ist schon mal gut, wenn du dir vornimmst, dich vernünftiger und regelmäßiger zu ernähren. Es gibt auch noch andere Getränke als Kaffee oder den Alkohol nach Dienstschluss. Auch solltest du dir ausreichend Schlaf holen und nicht jeden Abend bis zum Exzess auskosten. Nimm‘ dir 2020 mehr Momente zum Abschalten abseits irgendwelcher Aftershow-Partys. Auch ein Spaziergang in der frischen Luft, das Joggen oder schlichtweg Ruhe, können dir frische Energie geben.

Gelassen bleiben – gelassener werden

Du erlebst es tagtäglich oder - treffender ausgedrückt – Abend für Abend. Keine Aufführung ist wirklich identisch mit der vorherigen. Es gibt immer irgendwelche Punkte, an denen es hakt, an denen improvisiert oder schnell mal manuell eingegriffen werden muss. Im besten Fall sind das lediglich Kleinigkeiten; zuweilen ist auch das gesamte Konzept für Augenblicke über den Haufen geworfen. Manch einer der Bühnenakteure benötigt schnelle Hilfe, irgendein Teil des Equipments hat sich verabschiedet, die Crew ist nervlich angespannt und jeder zeigt eine eigene Nervosität. Das kannst du nun mit eigener genervter Haltung quittieren und dich lautstark darüber aufregen. Oder du nimmst es als das, was es ist: vollkommen normal. Ohne die selbstverständlichen Abweichungen vom festgezurrten Fahrplan wär’s doch langweilig. Im nächsten Jahr wirst du einfach ruhig und entspannt bleiben. Keine Hektik vor und on Stage.

Kommunikationswillen und Kommunikationsfähigkeit verbessern

Zumal du der fachkompetente Herrscher über die Technik bist, erwischt du dich immer wieder dabei, dass du am bestens alles alleine machen willst. FOH-Sound, Monitor-Sound, dann vielleicht noch die Lichttechnik und mehr. Fehlt nur noch, dass du dir das Essen beim Catering selber kochst. Ob das wirklich kollegial ist, weißt du nicht. Ist dir eigentlich auch egal. Für dich geht’s so einfach schneller, als wenn du den anderen jede Kleinigkeit erst zeitraubend erklären musst. Dass das eine selbstbelügende Momentaufnahme ist, ist dir allerdings tief im Inneren bewusst. Erklärst du deinen Kollegen mit verständlichen Worten, was wie und warum gemacht wird, werden sie das in Zukunft nach deinen Vorgaben umsetzen. Und du stehst nicht gefühlt alleine da. Ein guter Vorsatz ist es, weniger eigenbrötlerischer Platzhirsch zu sein und die Aufgaben zu delegieren. So schreibt sich Entlastung im Team.

Immer auf dem Laufenden bleiben

Die Eventbranche stellt unaufhaltsam neue innovative Produkte vor. Eine wahre Equipment-Flut, die sich dem Markt mit außergewöhnlichen Details anbietet und nach Käufern und Anwendern sucht. Angesichts der immer wieder neuen Vielfalt kann man schon mal überdrüssig werden, sich permanent damit zu beschäftigen. Dabei ist dir ja klar, dass es für dich die Grundlage schlechthin ist, dich mit der vorhandenen und künftigen Technologie möglichst detailliert auszukennen. Die Fachkompetenz macht dich jobsicher und sorgt dafür, dass du wirklich effektiv arbeitest. Schließlich musst du dich im Normalfall mit den unterschiedlichsten Setups schnellstens anfreunden müssen. In Zukunft willst du einen regelmäßigen Teil deiner Zeit darauf verwenden, dich über die Fachmedien, auf den Messen und bei den Herstellern selbst über die Neuigkeiten zu informieren. Wer Bescheid weiß, gewinnt.

Fortbildung ist deine Jobsicherheit

Der Veranstaltungssektor boomt; die Events werden immer größer und auch mehr. Bei angespannter Kalkulation werden zeitgleich die Margen der Dienstleister und Veranstalter geringer. Das wirkt sich auch auf das Jobangebot aus. Die Anzahl der Freelancer nimmt zu und die Konkurrenz schläft nicht auf dem Baum. Die Luft der wirklich gefragten und Anerkannten Spezialisten wird dünner. Aber zu den Auserwählten, die diese Luft atmen, willst du langfristig gehören. Das schaffst du nur durch konsequente Weiterbildung. Man muss es ja nicht übertreiben und sich künftig nur noch auf Schulungen rumtreiben. Aber damit dein Sattel auch in den nächsten Jahren nicht wackelt, wirst du dich noch weiter qualifizieren. Vielleicht machst du den Industriekletterschein, möglicherweise machst du die Zertifikate für Pyrotechnik oder was auch immer. Für 2021 steht für dich ganz oben auf der List der Vorsätze, die schleichende Bequemlichkeit abzulegen und deine Visitenkarten mit weiteren Fachargumenten zu füllen.

Veröffentlicht am 30.12.2020

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