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08.06.2017

Fostex HP-A8 mkII Test

Highend-DAC und Kopfhörerverstärker

Fidel auch im Studio

In Zeiten, in denen immer mehr dort produziert wird, wo ein Laptop auf den Tisch passt, wird statt Lautsprechern zum Abhören immer häufiger ein Kopfhörer eingesetzt. Um aus hochwertigen Kopfhörern auch das letzte Quäntchen Klangqualität herauszukitzeln, sind spezialisierte, leistungsfähige und sauber arbeitende Kopfhörerverstärker eine sinnvolle Investition. In Kombination mit einem DAC, also einem Digital-Analog-Converter, lassen sich Geräte herstellen, die den Anforderungen von reinen In-The-Box-Produktionen, Editing- und auch Mixing-Vorgängen mehr als gerecht werden. Der Fostex HP-A8 mkII ist ein solches Gerät, das in Verbindung mit einem DAW-Computer und einem guten Kopfhörer ein vernünftiges Arbeitsumfeld bieten kann. Wirklich mobil ist das System dabei nicht, denn der Fostex HP-A8 mkII wiegt stolze 3,8 Kilogramm.

Details

Hi-Fi?

Eine glänzende Lackoberfläche, Chromoptik und große, runde Standfüße: Blickt man den HP-A an, wird deutlich, dass er bestimmt nicht für die Zunft der musikproduzierenden Personen entwickelt wurde, sondern einen anderen, deutlich größeren Personenkreis im Visier hat, die Musikhörer. Nun sind Hi-Fi und Pro Audio keine Gegensätze, wenngleich aber durchaus unterschiedliche Anforderungen an Ausstattungen und Klang vorkommen können. Lassen wir uns aber nicht von der Consumer-Optik abstoßen, sondern freuen uns darüber, dass eine hohe Serienstückzahl bedeutet, dass Geräte preiswerter angeboten werden können. Dennoch: Fostex' Kopfhörerverstärker-/DAC-Kombi kostet mehr als 1000 Euro.

Ausstattung und technische Werte

Bis hierhin liest sich alles vielleicht recht nüchtern: Kopfhörerverstärkung und Wandlung. Doch unter der etwas biederen Haube steckt modernste Technik. So kann die Wandlung mit bis zu 192 kHz erfolgen, wahlweise auch mit DSD. Dabei begnügt sich der Fostex nicht mit einfacher Rate, sondern ermöglicht auch doppelte und vierfache, also bis zu DSD256 – das sind 11,2 MHz! Die nutzbare Rate ist durch das verwendete Inputformat begrenzt: Für DSD-Playback muss der USB-2.0-Anschluss verwendet werden oder eine Karte mit Daten im ebenfalls vorhandenen SD-Kartenslot. Auf dem Mac kann PCM über USB mit bis zu 32 Bit aufgelöst sein, auf Windows-Systemen nur mit 24 Bit. USB, die beiden TOS-Link-, der RCA- und der AES/EBU-Input erlauben Samplerates von bis zu 192 kHz. Für den HP-Amp gibt es zudem einen analogen Input, der allerdings unsymmetrisch ist, auch ein Word-Clock-Terminal gibt es nicht, Syncs müssen über die Digitalanschlüsse laufen. Damit wird die hauptsächliche „Target Group“ beim Planen des Gerätes klar. Ausgangsseitig stehen neben den beiden frontseitigen Kopfhörerausgängen ein TOS-Link und ein analoger Thru (Cinch) zur Verfügung.  

Auch bezüglich der technischen Werte ist der HP-A8 mkII nicht von schlechten Eltern. Der Pegelfrequenzgang wird von 18 Hz bis 80 kHz angegeben, die Toleranz dafür mit nur +/- 0,3 dB. Anschließen lassen sich Kopfhörer mit einer Impedanz von 16 bis 600 Ohm, die Leistung an einem modernen 32-Ohm-Hörer beträgt maximal 0,7 Watt. Wird eine Leistung von 0,1 Watt abgerufen, beträgt der Anteil von Verzerrungen eines 1kHz-Signals 0,002%.

Pro & Contra

  • hervorragende Klangualität
  • Anschlussvielfalt
  • akzeptiert unterschiedliche Formate, auch DSD

  • keine symmetrischen Analogeingänge

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