Test
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13.05.2011

PRAXIS

Das Anschlussfeld des Mixers wirkt sehr aufgeräumt: Alles ist eindeutig beschriftet. Die Buchsen haben zudem eine durchgehend gute Qualität. Man findet sich schnell zurecht und daher gibt es hier nichts zu meckern.

Die Bedienelemente auf der Oberseite des PS-626USB sind allesamt klar und sinnvoll angeordnet. Zudem weisen sie ausreichenden Abstand zueinander auf, sodass man (Scratch-DJs ausgenommen, dazu später mehr) schnell und fehlerfrei agieren kann.

Dazu trägt ebenfalls bei, dass die Beschriftungen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gut abzulesen sind. Ein grünes Lämpchen zeigt an, ob der Mixer eingeschaltet ist.

Sämtliche Drehregler sind stabil, griffig und haben eine klare Positions-Markierung. Die Equalizer verfügen zusätzlich über eine Mittenrastung. Die Kanal-Fader sind zwar recht leichtgängig und wurden mit einer praxistauglichen Fader-Curve versehen, doch sie sind in ihrer seitlichen Führung leider etwas wacklig geraten. In Anbetracht der Preisklasse geht die Qualität aber in Ordnung. Der Überblendregler ist zu meiner Freude hochwertiger als seine Mitstreiter ausgefallen, denn er ist sehr leichtgängig und gleitet deutlich stabiler in seiner Bahn.

Die Crossfader-Reverse-Funktion ermöglicht eine störungsfreie Umkehrung der Arbeitsrichtung - auch während des laufenden Betriebes. Echt super! Dagegen enttäuscht der Crossfader-Curve Schalter mit seinen zwei Stellungen leider etwas. Anders als es die Grafik vermitteln möchte, ist hier der Unterschied zwischen den beiden Stellungen einfach zu gering. Im „harten“ Modus, der in der Regel für Scratch-DJs und Turntablists gedacht ist, erfolgt die Einblendung des Signals nicht schnell genug.

Dies ist aber leider nicht der einzige Grund, warum der PS-626USB für diesen Typ DJ nicht die erste Wahl sein wird. Wieso? Nun, der Abstand der einzelnen Channel-Fader zueinander wurde zwar großzügig gestaltet. Doch obwohl der Crossfader „Battle-Mixer-gerecht“ genau in der Mitte des Mischers positioniert wurde, liegt er viel zu dicht an den Kanal-Fadern, sodass sie einem beim Scratchen mit dem Crossfader in die Quere kommen. Für sonstige DJ-Techniken ist der Aufbau des Gemini PS-626USB dagegen hervorragend geeignet.

Die Gain-Regler sorgen für eine Aufholverstärkung der eingehenden Signale. Separate Level-Meter an den einzelnen Kanälen sind nicht zu finden. Dennoch ist der Mixer in der Lage, die Einzelpegel optisch darzustellen, indem man den gewünschten Kanal als Cue-Signal auswählt, der dann wiederum auf der LED-Anzeige erscheint. Ein simples und wirkungsvolles Prinzip.

Auch die Cue-Sektion des PS-626USB ist zweckdienlich umgesetzt. Mit dem dreifach Kippschalter kann der gewünschte Kanal blitzschnell für den Kopfhörer-Playout ausgewählt werden. Bei Bedarf lässt sich der anliegende Sound mit dem Master im Kopfhörer mischen oder auch der Hauptausgang separat abhören. Was will man mehr? Daumen hoch!

Digitales Playback und Recording werden über den USB-Anschluss realisiert – auch simultan. Als Systemvoraussetzung sind USB 2.0 und ein Windows-PC oder Macintosh mit OS X Betriebssystem angesagt. Ohne zusätzliche Treiber-Installation kann der DJ am Computer einfach den USB-Audiocodec in der Systemeinstellung auswählen. Getestet habe ich dies mit einem iMac 2,4 GHz Intel Core Duo und OS X 10.5.8. Über Kanal 3 des Mixers habe ich ein MP3-File eingespielt, welches ich auf dem gleichen Rechner mit Logic-8 aufgezeichnet habe. Funktioniert einwandfrei. Toll!

Klang - Mikrofon-Input
Der Mikrofonkanal des Mixers hat einen akzeptablen, aber leicht dumpfen Klang. Auch könnte er etwas rauscharmer sein. Doch nimmt man den Preis mit auf den Zettel geht dies völlig in Ordnung. Der zweifache EQ leistet wirklich sehr gute Dienste, um den Klang an individuelle Anforderungen anzupassen. Obwohl mir separate On/Off-Schalter bei Mikrofonkanälen grundsätzlich lieber sind, muss ich zudem sagen, dass der kombinierte Drehschalter/Volume-Drehregler hier wirklich eine akzeptable Lösung darstellt.

Phono-Preamps 
Die Phono-Vorverstärker liefern einen - besonders im Bassbereich - druckvollen Klang, das obere Frequenzspektrum könnte allerdings klarer ausgespielt werden.

Equalizer
Die dreifachen Equalizer der Hauptkanäle machen ihre Sache gut. Sie sind passend abgestimmt und greifen daher effektiv ins Geschehen ein. Und obwohl die EQs nicht über eine Kill-Funktion verfügen, lassen sie sich dennoch ganz gut als Effekt einsetzen (zum Beispiel temporäres Verschwinden der Bässe). Top!

Master/Record
Der analoge Master- und auch der Record-Ausgang klingen sehr neutral - kein Frequenzbereich wird besonders betont. Allerdings könnte der Sound noch ein gutes Stück druckvoller sein. Teurere Profi-Mixer leisten in dieser Disziplin eindeutig mehr. Doch auch bei dieser Betrachtungsweise muss man die Preisklasse des Mixers in die Rechnung mit einbeziehen - und dann kann man eigentlich nicht wirklich meckern.

USB Recording/Playback
Sowohl die A/D-, wie auch die D/A-Wandler des PS-626USB arbeiten absolut zuverlässig und störungsfrei. Sie liefern einen erstaunlich brillanten und druckvollen Klang. Absolut top!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • gute Verarbeitung
  • stabiles Metallgehäuse
  • Crossfader-Reverse
  • Gut greifende 3-Band-Equalizer
  • intergriertes USB-Interface (In/Out)
  • leichtgängiger Crossfader
  • Fader leicht auswechselbar
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Crossfader-Curve nicht Scratch kompatibel
  • LED-Anzeige etwas grob

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