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Test
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26.08.2016

Genelec 8340A-Test

Aktiver Studiomonitor

Smarter Abhörlautsprecher für kleine und mittelgroße Abhörumgebungen

In der Audiobranche dürfte es so gut wie niemanden geben, der noch nie etwas auf Genelec-Boxen gehört hat. Durch ihre starke Verbreitung in den USA wurden sie dort, wie auch ProTools, zum Quasi-Standard in der Tonstudioszene. Ob der Aktivmonitor 8340A dem voreilenden Ruf der Marke Genelec gerecht wird?

Die Boxenschmiede aus Finnland hat seit 1978 eine große Modell-Palette hervorgebracht. Momenten sind etwa 20 verschiedene Varianten erhältlich. Vom winzig kleinen Nahfeldmonitor bis zum fast 200 Kilogramm schweren 3-Wege-Boliden für den Wand-Einbau bietet Genelec Lösungen für jede Abhörsituation. Zu den rein analogen Produkten gesellten sich in den letzten Jahren vermehrt solche mit digitalen Features dazu. So kann man die Lautsprecher seit geraumer Zeit nicht nur mit AES/EBU-Signalen oder manche sogar mit Sound-over-IP befeuern, sondern mit Hilfe des eigens entwickelten SAM-Systems sein Genelec-Setup auf den Abhörraum einmessen. Mal sehen, was die 8340A so alles kann, und mal hören wie sie klingt.

Details

Alu-Druckguss

Die 8340A ist ein aktiver 2-Wege-Monitor, der für den Einsatz in mittelgroßen Räumen oder für mobile Anwendungen wie im Ü-Wagen ausgelegt ist. Das Gehäuse ist aus Aluminium-Druckguss und besitzt wie alle Boxen der 8000er-Serie abgerundete Kanten, die den Abhören zu einem breitem Sweetspot mit geringen Eigenresonanzen verhelfen. Zwei Farbvarianten sind erhältlich: Anthrazit und weiß. Die Genelec 8340A entspricht von der Optik her den Geschwistermodellen der 8000er-Serie und sieht rein äußerlich wie der Zwilling der 8040B aus. Die Front besticht mit dem 6,5-Zoll-Tieftöner und dem Metallkalotten-Hochtöner, der in der Genelec-typischen Waveguide-Aussparung sitzt. Unten rechts, neben dem Schriftzug, befindet sich eine LED, die rot, gelb oder grün leuchten und blinken kann, und so unterschiedlichste Auskünfte zum Status der Box gibt. Mit Hilfe dieser Anzeige sieht man auf einen Blick, ob die Box einfach nur normal läuft, im Stromsparmodus ist, oder wegen Überlastung die Schutzschaltung aktiviert hat. 

Der Fuß

An der Unterseite ist der bewährte Iso-Pod-Fuß angebracht. Das ist Genelecs Lösung, um sowohl eine Entkopplung von der Standfläche als auch eine Anpassung des Abstrahlwinkels um bis zu +/-15 Grad vornehmen zu können. Damit ist die Box nicht nur hervorragend vom Stativ, Tisch oder von der Meterbridge entkoppelt, sondern kann im Handumdrehen auf die Abhörposition ausgerichtet werden.

XLR-Analoganschluss

Auf der Rückseite der Box befinden sich die Anschlüsse und das Bedienfeld mit dem Powerknopf, dem Trim-Regler und den DIP-Schaltern. Als Analogeingang steht eine XLR-Buchse zur Verfügung. Dies ist keine XLR/Klinke-Kombobuchse, sondern eine reine XLR-Version. Der maximale Eingangspegel beträgt +25 dBu.

Digital Connectivity

Die AES/EBU-Schnittstelle besteht aus einem männlichen und einem weiblichen XLR-Anschluss. Das zweikanalige Digitalsignal wird an den AES/EBU-Input angeschlossen und kann am AES/EBU-Thru erneut zur Weiterleitung an die zweite Box abgegriffen werden. Welche Box welchen Kanal wiedergeben soll, wird über zwei darüber sitzenden DIP-Schalter eingestellt. Man kann entweder Kanal A, Kanal B oder die Summe aus A und B wiedergeben lassen. Soll die Summe aus A und B erklingen, senkt die Genelec den Pegel automatisch um 6 Dezibel ab, um ein Übersteuern aufgrund der Kanaladdition zu vermeiden.

Die Steueranschlüsse

Zwei RJ-45-Anschlüsse dienen der Verkabelung des GLM-Systems. Das „Genelec-Loudspeaker-Manager“-System kann mit den mitgelieferten Cat5-Kabeln an die Boxen angeschlossen werden, um damit ein Raumsetup zu generieren, und die „Gennies“ ganz spezifisch auf die jeweils vorhandene Raumakustik einzumessen, anzupassen und die Abhörlautstärke fernzubedienen. Obwohl die Anschlüsse wie Netzwerkbuchsen aussehen, wird hier ein eigenes Protokoll verwendet das nicht kompatibel zur herkömmlichen Ethernet ist, und somit nicht etwa in ein vorhandenes Netzwerk mit aufgesteckt werden kann.

Dipschalter zur autarken Justierung ohne GLM-System

Ganze 14 Dipschalter befinden sich auf der Rückseite des Lautsprechers. Wer nicht Besitzer des Einmesssystems ist, kann einige Einstellungen anhand jener kleinen Switches manuell vornehmen. Der äußerst rechte Schalter fungiert quasi als Hauptschalter. Mit ihm deaktiviert man eine eventuell zuvor gespeicherte Messung und Justierung. Steht dieser mit „STORED“ beschriftete Dipschalter auf „OFF“, so ignoriert die DSP-Elektronik sämtliche GLM-Settings. Lediglich die Dipschalter greifen nun ins System ein und lassen ein paar grundsätzliche Faktoren beeinflussen. Neben der AES/EBU-Kanalbestimmung und je einer 10- und 20dB-Lautstärkeabsenkung lässt sich hier auch die vorderseitige LED deaktivieren. Und mit Hilfe von verschiedenen Bass-Roll-Offs und Höhen-Tilts lassen sich Frequenzgangkennlinien programmieren, um Postionen auf Tischen oder in der Nähe akustisch zu kompensieren. Wer mehr als diese Bass- und Höhen-Regelung benötigt, sollte unbedingt die GLM-Einmessung nutzen, mit deren Hilfe 20 Filter zur Verfügung stehen, um jedwede Unebenheiten der Raumakustik ausgleichen beziehungsweise linearisieren zu können. Diese Option hat allerdings ihren Preis. Für zirka 500 Euro kann das Paket aus Messmikrofon, Netzwerk-Interface und Software erstanden werden.

Eine Energiesparfunktion ist bei der Genelec 8340A mit eingebaut

Ein schönes Feature der Box ist die sogenannte ISS-Funktion. Über einen der Dipschalter der Rückseite kann diese Funktion ein- oder ausgeschaltet werden. Ist sie aktiviert, so schaltet die Monitorbox in den Stromsparmodus, bei dem weniger als ein Watt verbraucht wird. Die Box geht sozusagen in Standby, sobald nach einer bestimmten Zeitspanne kein Audiosignal am Eingang anliegt. Diese Zeitspanne kann mit Hilfe des GLM-Zubehörs eingestellt werden. Default-mäßig beträgt sie 60 Minuten.

Pro & Contra

  • guter Klang mit erstaunlich viel Druck
  • kleines Gehäuse
  • sehr gute Stereo-Ortung

  • leichter Smileyfrequenzgang
  • GLM-Einmessung führte zu übermäßigen Bassabsenkung

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