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Test
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18.04.2016

Genelec M030 AM Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Umweltfreundlich und günstig ?!

Kompakte Einsteiger-Nahfeldmonitore gibt es von Genelec mit der M-Serie. Sie  vervollständigen das Portfolio des finnischen Herstellers mit den beiden Speakern M030 und M040 nach unten – vor allem preislich. 

Besonderes Gehäusedesign gehört bei Genelec zum guten Ton, wobei dies immer den Grundsatz „Form folgt Funktion“ bedient. Das Besondere an unserem heutigen Testexemplar ist aber außerdem der besondere Materialmix des Gehäuses, welches besonders umweltfreundlich sein soll. 

Details

Allgemeines

Seit 2013 bietet Genelec die M030 als Teil der etwas preisgünstigeren M-Serie für mittelgroße Projekte und Studios an. Der aktive 2-Wege-Speaker mit 5-Zoll-Tieftöner ist der kleine Bruder der von uns bereits getesteten M040 (6,5 Zoll) und geht für knapp 400 Euro pro Stück über den Ladentisch. Bezogen auf seine Größe bewegt sich der M030 preistechnisch also eher im oberen Mittelfeld.

Zwei Wege, zwei Endstufen

Der Woofer der M030 misst fünf Zoll und ist damit 1,5 Zoll kleiner als bei der größeren M040. Auch der Metall-Dome-Tweeter ist mit ¾ Zoll etwas kleiner. Wie bei allen professionellen Aktiv-Monitoren werden die Signale für die Treiber erst getrennt und anschließend mit Leistung versorgt, was sich Bi-Amping nennt. Hinter der digitalen Frequenzweiche, welche bei 3 kHz trennt, beheizt je eine Class-D Endstufe (PWM) die beiden Treiber. 

Der Hochtöner bekommt so 30 Watt spendiert und der Tieftöner wird mit 50 Watt befeuert, wobei es sich nicht um RMS Angaben handelt, sondern lediglich um sogenannte „Short Term Power“ Werte. Eventuelle Rückschlüsse zur Sinus-Leitung kann man aber durchaus aus der maximalen Leistungsaufnahme von 40 Watt ziehen.

Modernes Gehäuse aus Kunststoff/Holz-Gemisch

Ein besonderes Augenmerk wurde bei dem Gehäuse – Genelec-typisch – nicht nur auf Optik und Klang gelegt, es wurde sogar auf die Ökobilanz geachtet! Der Monitor mit seinen Maßen von 273 x 190 x 190 mm (HxBxT) wiegt nur 4,6 kg, was auch dem leichtem Gehäusematerial zu verdanken ist. Dabei handelt es sich um einen von der finnischen Firma UPM hergestellten Kunststoff, der zur Hälfte aus Holzfasern besteht. Damit ist dieses Gehäuse nicht nur an sich leichter als das Alu-Gehäuse der 8000er Serie von Genelec, sondern lässt auch ein optimaleres Spritzguss-Verfahren zu, wodurch bei gleichbleibender Stabilität auch dünnere Wände hergestellt werden können.

Das Gehäuse wirkt optisch „wie aus einem Guss“, lediglich die Rückwand ist aufgeschraubt. Das Material ist schwarz/anthrazit gefärbt, fühlt sich aber durchaus „plastikartiger“ an als das dies bei der 8000er Serie der Fall ist. Hart und robust ist es aber allemal. Übrigens: auch die Fertigung des Gehäusematerials emittiert deutlich weniger CO2 als bei der herkömmlichen Kunststoff-Produktion, weil weniger Öl-basierte Kunststoffe Verwendung finden.

Weitere, akustische Gehäusemerkmale

Das „Katamaran“ Design der M-Serie sticht sofort ins Auge: Die M030 steht auf zwei Standbeinen, welche nach unten einen Tunnel bilden. Wenn man den Speaker von unten betrachtet, kann man außerdem zwei Bassportöffnungen in den Standfüßen entdecken. Dieser Technologie liegt ein Genelec-typisches „Drei-Buchstaben-Patent“ zugrunde, in diesem Fall Laminar Integrated Port Technology (LIP).

Die Füße können außerdem mit Moosgummi-Aufkleber versehen werden, die auch ein wenig entkoppeln dürften, überwiegend aber eher der Schonung der Standfläche dienen. 

Das kurvenreiche Gehäuse besitzt außerdem kaum parallele Wände, Ecken und Kanten, um intern Gehäuseresonanzen zu minimieren und Reflexions- und Strömungsgeräusch an den äußeren Gehäusekanten zu vermeiden. Um den Hochtöner herum kommt außerdem das DCW („Directivity Control Waveguide“) ins Spiel. Waveguides sind bei modernen Speakern mittlerweile üblich und dienen einer homogeneren Schallankoppelung an das Gehäuse, was Beugungs- und Reflexionsartefakte minimiert und damit für mehr Präzision in den oberen Mitten und Höhen sorgt.

Leistungsdaten

Der Übertragungsbereich der M030 ist im Handbuch mit 58 Hz - 20 kHz beziffert und sogar mit „richtigen“ Abfallangabe von -3 dB versehen. Der genannte Frequenzgang kann  durchaus als realistisch angesehen werden, allerdings stellt sich die Frage, bis zu welchem Pegel. Die Angabe des Maximalpegels mit 103 dB/m verrät uns leider nicht so viel, da keine Angaben zum Klirrfaktor gemacht wurde und der Wert sich auch nur auf 100 Hz bis 3 kHz bezieht.


Rückseitige Anschlüsse und eingebaute Filter

Die Anschlusssektion lässt keine Wünsche offen: Hier finden wir einen symmetrischen XLR/TRS-Combo-Anschluss als auch einen unsymmetrischen Cinch-Anschluss. 

Rückseitig findet man den Stromanschluss und Hauptschalter, wobei – wie für Digital-Geräte üblich – kein Kaltgeräte-Anschluss, sondern eine „Rasierapparat-Buchse“ verbaut wurde. Der Stromanschluss verdaut Spannungen zwischen 100 V und 230 V.

Kleine Kippschalter dienen der Aktivierung verschiedener Raumfilter. Die Filter bieten ein Bass-Level-Filter, was Absenkung um 2 dB oder 4 dB zulässt. Hinzu kommt ein weiterer EQ, der entweder den Bass noch weiter absenken kann (-2 dB Shelf @ 80 Hz) oder aber als ein Tabletop-EQ wirkt (-3 dB Notch @ 230 Hz), um die Speaker für den Schreibtisch- bzw. Consolen-Einsatz zu optimieren. Abgerundet wird das Ganze von einem Levelswitch (0 dB, -10 dB, -20 dB) zur groben Pegelanpassung.

 

Abschaltautomatik und Schutzschaltungen


Schön ist, dass die Speaker einen Abschaltautomatik spendiert bekommen haben, um Strom zu sparen. Sobald ein Signal anliegt, schalten sich die Speaker wieder an. Leider ist diese Funktion nicht deaktivierbar, was zu ungewollten Verzögerungen in der Wiedergabebereitschaft führen kann. Zu guter Letzt bleibt zu erwähnen, dass beide Treiber magnetisch geschirmt wurden und mit Schutzschaltung gegen Überlast versehen wurden. 

Pro & Contra

  • lineares Klangverhalten
  • analytisches Stereobild
  • umfangreiche Bass-Filter
  • kompakte Maße

  • maximaler SPL

Gehört zu dieser Serie

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