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Test
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09.04.2019

GEWA UP360G Test

Digitalpiano

Pianosound aus deutschen Landen

Der deutsche Musikinstrumente-Hersteller „GEWA“ baut dessen Palette an Digitalpianos stetig aus. Ein Neuzugang im mittleren Preissegment ist das „UP360G“, das den potenziellen künftigen Besitzer unter anderem mit 256 Stimmen, einer gewichteten „Ivory Touch“-Tastatur und einer über 1 Gigabyte großen Sample-Reproduktion eines Steinway D-274 Flügels erwartet.

Details

Das „Made in Germany“ auf dem Typenschild der von GEWA produzierten Digitalpianos ist echt, denn sie werden nicht in Fernost, sondern im Adorfer Stammwerk gefertigt. Seinerzeit hat man bei GEWA Kosten, Lieferzeit und Qualität noch einmal auf den Prüfstand gestellt und festgestellt, dass es durchaus machbar ist, in Deutschland selbst zu produzieren und dabei sogar Kosten zu sparen. Was für den elektronischen Aufbau des Digitalpianos nötig ist, wird in Platinenform von „Technisat“ geliefert. Der eigentliche Klangerzeugungs-DSP stammt vom französischen Hersteller „Dream“, der mit dessen SAM-Serie überaus leistungsfähige Schaltkreise produziert.

Diese sind die in der Lage, auch komplexe Steuerungen der Klangerzeugung eines Digitalpianos zu übernehmen. So wird im GEWA UP360G auch das DSP-Spitzenmodell „SAM5916B“ verwendet, das neben einer Polyphonie von 256 Stimmen auch einen Sample-Speicher von 2 Gigabyte verwalten kann, USB-MIDI Daten übermittelt sowie diverse DSP-Effekte zur Verfügung stellt. Selbst die Samples auf die das UP360G zurückgreift kommen aus selektierter Herstellung im Heimatland. Diese wurden von Frank Plasa in dessen „H.O.M.E.“-Studio in Hamburg mikrofoniert und aufgenommen. Die Basis der Sounds kommen dabei von einem speziell ausgesuchten „Steinway & Sons D-274“ Konzertflügel.

Auspacken

Das UP360G Digitalpiano wird uns in einem großen Versandkarton auf Palette geliefert. Das Gewicht des Pianos liegt bei 54 Kilo weshalb man für den Anlieferungstermin zwingend einen Helfer für das Bewegen der Kiste und die Montage des Instruments einplanen sollte. Aus der Verpackung hole ich dann fünf Einzelteile: Die Keyboard-Sektion, zwei Seitenteile, das Pedalbord, sowie die Rückwand. Dazu noch mehrere Tüten mit Schrauben und Kleinteilen. Daneben befinden sich noch eine mehrsprachige Anleitung sowie ein Netzanschlusskabel.

Das Digitalpiano sollte man nicht alleine aufbauen, es sei denn man sportlich trainiert, denn der Spieltisch ist recht schwer und lässt sich alleine nicht richtig fassen. Zu zweit gestaltet sich der Aufbau weitgehend unproblematisch: Erst komplettiert man den Unterbau, indem man die Seitenteile über das Pedalbord verbindet und anschließend die Rückwand anschraubt, danach senkte man die Klaviatur auf den Unterbau und verschraubt sie ebenfalls. Hiernach gilt es nur noch das Anschlusskabel des Pedalbords mit der Buchse am Keyboard zu verbinden und mit den mitgelieferten Kabelhaltern an der Rückwand zu befestigen. Ferner sollte man die kleine Entlastungsschraube unterhalb der Pedaleinheit drehen, bis sie auf dem Boden aufsetzt und sich so dem Druck der Füße entgegenstemmt. 

Erster Eindruck

Für unseren Test stellten uns GEWA die Farbvariante „Rosewood“ (Rosenholz) zur Verfügung, die mit ihrem dunklen rot-braun Ton eine sehr wohnliche Anmutung ausstrahlt, die noch dadurch unterstrichen wird, da das Design einer relativ traditionellen Formensprache folgt. Wer es edler oder luftiger will, greift zur schwarzen oder weißen Farbvariante. Mit einer Breite von 143 cm und einer Tiefen von 42 cm wirkt das Instrument durchaus stattlich. Besonders dann, wenn man den integrierten Notenhalter aufklappt. Bei Nichtbenutzung schützt ein herausziehbarer Deckel die Klaviatur vor Staub.

Links von der Klaviatur befindet sich die Bedieneinheit mit einem hintergrundbeleuchteten Matrixdisplay (128 x 64 Pixel) und den Funktionstastern zur Steuerung sämtlicher Bedienvorgänge. Rechts neben der Klaviatur sitzen dann der Power-Taster und der Lautstärke-Regler.

Anschlüsse

Die Anschlüsse des Digitalpianos befinden sich auf der rückseitigen Unterseite, um die optik des Instruments nicht zu stören. Hier gibt es zwei Gruppen: Eine vorne links, wo sich zwei Kopfhörer-Ausgänge (Stereo-Klinke) samt USB-Port befinden, eine weiter hinten an der Rückwand. Dort finden sich: Ein Line-In (Stereo-Miniklinke), eine Sustain-Pedal-Buchse, ein Stereo-Line-Out (Klinke), MIDI-In/Out (DIN), USB-MIDI sowie die Strombuchse.

Besonders zum Erreichen der hinteren Buchsen muss man unweigerlich unter das Instrument krabbeln – hier sollte man also die benötigten Kabel am besten einmal stecken und dann durch den Spalt zwischen Rückwand und Tastatur-Einheit nach hinten durchführen und auch bei Nichtbenutzung einfach hängen lassen. Das Stöpseln wird hier nämlich noch dadurch erschwert, dass die Anschlussplatinen offensichtlich von innen an den Öffnungen im Press-Span befestigt und entsprechend „tief“ im Gehäuse versteckt sind. Das erweist sich auch bei der USB-Buchse als unhandlich, weswegen ich – bei häufigem Gebrauch – auch hier zum Einsatz einer Verlängerung raten würde.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Guter akustischer Pianoklang
  • Gut spielbare Tastatur
  • Nachkalibrierung einzelner Tasten möglich
  • Solide Verarbeitung
  • Großer Funktionsumfang

  • Mittenlastiges Lautsprechersystem
  • Schlechte Ablesbarkeit des Bedienfeld
  • Recording-Modus unklar gelöst

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