Bass Hersteller_Gibson
Test
7
24.01.2019

Gibson SG 2018 Walnut Limited Run Test

Viersaitiger E-Bass

Echo aus der Vergangenheit!

Der Gibson SG Bass hat absolut das Potential zum Kultbass! Neben den Vertretern aus der anderen großen amerikanischen Gitarrenschmiede führt er zwar zugegebenermaßen eine Art Schattendasein, allerdings macht genau das seinen Reiz aus: Man sieht ihn einfach nicht so häufig! Eigentlich ist sein Name ja auch nicht SG Bass, sondern EB-3. Die Ähnlichkeit zum Gitarrenmodell Gibson SG brachte ihm jedoch den Beinamen "SG Bass" ein. Bereits 1961 erblickte dieses Modell das Licht der Welt und wurde zunächst bis 1979 produziert. Die bekanntesten SG-Spieler waren Jack Bruce (Cream) und Andy Fraser (Free). Seit geraumer Zeit ist der SG nun wieder standardmäßig in Gibsons Portfolio und wird behutsam verbessert, ohne die Tradition zu vergessen. Als Special gibt es immer wieder limitierte Auflagen (Limited Runs) des SG-Basses, was sich auf die Farbe bzw. das Finish bezieht. Jüngster Spross ist der "2018 Walnut Limited Run". Und genau dieser liegt heute zum Test auf meinem Schreibtisch!

Details

Wer bei "Walnut" - genau wie ich - sofort an Walnuss-Holz denkt, liegt falsch: Sowohl Korpus und Hals des Gibson SG sind wie gewohnt aus Mahagoni. Das "Walnut" bezieht sich auf die bräunliche Farbe, die wohl durch eine entsprechende Beize zustande kommt und noch mit einem transparenten Lack überzogen wird. Auf diese Weise ist er gut geschützt und lässt dennoch die Maserung des Holzes erkennen.

Das legendäre Design mit seinen spitzen Korpus-Hörnern hat schon etwas Diabolisches - und damit natürlich einen enormen Rock'n'Roll-Faktor. Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass man bei seinem Anblick einfach zwangsläufig immer an Agnus Young von AC/DC erinnert wird.

Ebenfalls auffallend sind die beiden Tonabnehmer mit ihren Chromkappen. Gerade der Halspickup kann schon problemlos als Schminkspiegel dienen. Ein Update zum Ur-Modell findet man an der Brücke. Sie liegt mittlerweile vollflächig auf dem Korpus auf, die Verstellung der Höhe erfolgt über zwei große Schrauben an der rechten und linken Seite.

Bezüglich der Elektronik gibt es nicht viel zu berichten: Natürlich ist der Gibson SG Bass passiv ausgelegt - was denn auch sonst? Jeder Tonabnehmer besitzt ein eigenes Volumen-Poti, und die einzige Möglichkeit den Klang zu beeinflussen, ist die (für beide Pickups zuständige) passive Höhenblende. Mehr braucht ein Klassiker wie dieser einfach nicht! Die typischen Top Hat (Hutform)-Knöpfe in Schwarz/Silber runden das authentische Bild optimal ab.

Eine Besonderheit des Gibson SG-Basses war schon seit jeher seine kurze Mensur: Statt der üblichen 86,4 cm (34 Zoll) kommt er nur auf 77,4 cm (30,5 Zoll). Dies hat natürlich Auswirkungen auf Sound und Bespielbarkeit, dazu aber später mehr im Praxis-Teil. Wie erwähnt besteht auch der Hals aus Mahagoni, allein das Griffbrett wurde aus Palisander gefertigt. Ein nettes optisches Detail sind die für Gibson typischen Trapez-Inlays. Auf der schwarzen Kopfplatte befindet sich neben den Stimmmechaniken auch der Zugang zum Halsspannstab.

Alles in allem wirkt der aus USA-Produktion stammende Bass sehr solide verarbeitet, ohne jedoch in diesem Bereich in meinen Augen übermäßig zu glänzen. Das passt aber bestens zu seinem Charakter, seiner Geschichte, seinem bevorzugten Einsatzzweck - und ergibt daher für mich ein sehr stimmiges Gesamtbild!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • eigenständiger Ton
  • sehr gute Bespielbarkeit
  • geringes Gewicht
  • coole Optik

  • Masse-Problem der Elektronik
  • mangelhafte Werkseinstellung der Oktavreinheit

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