Bass Hersteller_G&L
Test
7
27.05.2019

Praxis

Wenn man den G&L Tribute Series JB zum ersten in den Händen hält und darauf spielt, hat man beileibe nicht das Gefühl, dass es sich um einen relativ preisgünstigen Bass aus fernöstlicher Fertigung handelt. Der JB ist super stabil konstruiert, die verwendeten Materialien wirken hochwertig und an der Verarbeitung gibt es absolut nichts auszusetzen.

Die solide Konstruktion hat allerdings auch ihren Preis. Richtig, die Waage zeigt bei meinem Testexemplar leider etwas mehr als bei einem durchschnittlichen viersaitigen Jazz Bass an - er kratzt an der 4,5-kg-Marke. Durch die relativ gute Balance hängt der JB aber immerhin in einer guten Position stabil am Gurt und lässt sich trotz des stattlichen Gewichts auch über längere Distanzen ganz komfortabel spielen.

Der Hals weist ein Fender typisches graziles C-Profil auf und liegt gewohnt angenehm in der Hand. Die Lackierung auf dem Halsrücken fühlt sich außerdem sehr organisch an und beeinträchtigt den Spielkomfort nach meinem Empfinden nicht negativ. Eine positive Erwähnung verdient auch das Werks-Setup meines Testbasses. Ich musste weder an der Halskrümmung noch bezüglich der Saitenlage irgendwelche Korrekturen vernehmen - der JB ließ sich quasi aus dem Karton sehr angenehm und butterweich spielen. Und der Sound, welchen der viersaitige Jazz Bass aus dem Hause G&L schon rein akustisch liefert, ist bereits sehr viel versprechend!

Die massive Brücke überträgt die starken Schwingungen effektiv in den Korpus und sorgt so für einen gesunden und gleichmäßigen Ton. Deadspots gibt es schlicht und einfach nicht, nur die bei Schraubhalsbässen fast unvermeidlichen, leichten Sustainschwächen auf der G-Saite um den 5. bis 7. Bund sind auch beim JB auszumachen, wenn man ganz genau hinhört.

Für mich kaum überraschend, klingt der JB aus der Tribute-Serie dann auch am Verstärker hervorragend und liefert Jazz-Bass-typische Sounds in bester Qualität.

Ein fokussiert-sattes Fundament, durchsetzungsstarke Mitten und crispe Höhen ergeben zusammen einen tollen Jazz-Bass-Sound, mit dem man in nahezu jeder Musikrichtung bestehen kann. Der G&L JB klingt durch seine modernen Konstruktionsdetails allerdings etwas aufgeräumter und klarer als ein durchschnittlicher Vintage-Jazz-Bass.

Wenn man die Tonblende komplett zudreht, wird es logischerweise milder und vintagemäßiger, der JB setzt sich aber auch mit komplett abgesenkten Höhen noch bestens durch und liefert einen gut ortbaren Sound.

Von einem Jazz Bass mit Esche-Korpus und Ahorn-Griffbrett darf man völlig zu Recht einen erstklassigen Slapsound erwarten, und auch in dieser Disziplin überzeugt der G&L Tribute JB auf Anhieb. Für die Aufnahme habe ich die Tonblende natürlich wieder voll aufgedreht.

Für die nächsten Beispiele habe ich nur den Halstonabnehmer des JB aufgedreht. Mit dieser Einstellung geht es erwartungsgemäß in eine Precision-mäßige Richtung; der JB klingt allerdings auch hier etwas disziplinierter und klarer als ein richtiger Vintage-Preci.

Als Jazz-Bass-Klassiker kann man zweifellos den sogenannten "Jaco-Sound" bezeichnen, bei dem nur der Stegtonabnehmer zum Einsatz kommt. Durch die Position des Stegtonabnehmers etwa 6 cm von der Brücke werden beim meinem Testkandidaten auch noch tiefere Mitten übertragen, sodass der Sound seine Tragfähigkeit behält. Mit der Tonblende bei etwa 50% klingt der JB im "Jaco-Modus" wirklich klasse, wie ich finde:

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • klassische 70’s-Optik
  • erstklassige Jazz-Bass-Sounds
  • hoher Spielkomfort
  • tadellose Verarbeitung
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • stattliches Gewicht

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