Gitarre Hersteller_Gretsch
Test
1
04.07.2019

Praxis

Dank der guten Werkseinstellung und der wirklich exzellenten Verarbeitung lässt sich die Gitarre butterweich bespielen. Sie klingt rein akustisch ausgeglichen und erstaunlich laut. Die Resonanzkammern machen die Gitarre also nicht nur leichter, sondern sorgen außerdem dafür, dass der Klang dezente Anleihen an eine semiakustische Konstruktion erhält.

Was das allgemeine Spielgefühl angeht, so kann man es durchaus mit dem einer Les Paul vergleichen. Einziger Kritikpunkt ist das leichte Rasseln einiger Schräubchen der Brücke, was man leider bei vielen ABR-1 Stegen hören kann.

Kommen wir zu den Klangqualitäten am Gitarrenamp. Wegen der kräftigen, aber nicht zu knalligen Pickups hat die Gitarre trotz ihres Sechziger-Jahre-Looks einiges mehr auf dem Kerbholz, als man es von Vintage-Gitarren gewohnt ist. Hier die Gitarre am cleanen Amp in der Bridge-Position.

Bei der Gretsch G6229-PE-SLV wurde der Tone-Regler so abgestimmt, dass man den Sound nicht nur leicht entschärfen kann, sondern so etwas wie einen dezenten Wah-Wah-Effekt erhält, wenn man ihn komplett zurückdreht. Das Ganze demonstriere ich euch in den beiden folgenden Soundbeispielen, die aus je drei Teilen bestehen. Im ersten Drittel ist das Tone-Poti komplett aufgedreht, sodass alle Höhen durchkommen. Im zweiten Drittel steht er auf Halbgas und im letzten Teil habe ich ihn komplett zugedreht.

Beide Pickups in Kombination bringen einen twängigen und offenen Sound, der aber im Gegensatz zu Gitarren ohne Resonanzkammern mittig und kehliger daherkommt. Es klingt hier also nicht nach einer fetter Telecaster, wie man es von massiven und gut abgehangenen Les Pauls kennt. Stattdessen geht hier die klangliche Reise eher in Richtung 335.

Auch mit dem Halstonabnehmer klingt die Gitarre ausgewogen und harmonisch. Dank des knackigen Anschlages bleibt der Sound immer definiert, während man jeglichen Anflug von Mulm vergebens sucht. Hier können selbst beinharte Jazzer weich werden.

Verzerrt überzeugt unsere Kandidatin ebenfalls. Die Tonabnehmer sind weder zu schlapp noch zu kräftig gewickelt. Klar haben sie nur wenig mit den klassischen Filtertron-Pickups zu tun, aber sie überzeichnen den Primärklang nicht zu stark. Vom Bridgepickup gibt es diesmal gleich zwei Audios, eines mit einem Riff und ein zweites mit einer kleinen solistischen Einlage. In beiden Soundbeispielen ist der Tone-Regler in der ersten Hälfte komplett auf- und in der zweiten Hälfte komplett zugedreht.

Hier nochmal dieselbe High-Gain-Einstellung im Zusammenspiel mit beiden Pickups. Auch in dieser Einstellung bleibt der Sound dank der guten Saitentrennung offen. Dadurch kann man mit viel Verzerrung nicht nur gut solieren, sondern auch Akkorde spielen, wobei die Intervalle klar durchscheinen.

Wenn man vom Bridgepickup auf den Halstonabnehmer umschaltet, bleibt das Verhältnis von Twäng und fettem tonalen Unterbau weitestgehend erhalten. Besonders Mainstream- und Blues-Rocker könnten hier auf ihre Kosten kommen. In Kombination mit Marshall-Amps und einer guten Schippe Gain gibt der knackige Anschlag dem Ton immer Definition.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • ausgewogener lauter Primärklang
  • gute Abstimmung der beiden Pickups
  • sehr gute Bespielbarkeit
  • geringes Gewicht

  • einige Schräubchen der Bridge rappeln

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X