Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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26.03.2020

Harley Benton Fusion-T HH Test

E-Gitarre

Singlecut - frisch gebacken

Die Harley Benton Fusion-T HH Roasted FNT kommt mit einem Roasted Maple Neck, einer Holzvariante, die seit geraumer Zeit zum Standard im Gitarrenbau gehört und bei vielen namenhaften Instrumentenherstellern fest im Programm ist. Auch bei Harley Benton, der Hausmarke des fränkischen Musikhaus Thomann, gehört diese Version des Gitarrenhalses zur Ausstattung diverser Instrumente.
Außer den Vorteilen, die Hälse aus gebackenem Ahorn mit sich bringen sollen, haben sie auch fürs Auge einiges zu bieten. Die Fusion-T HH Roasted FNT, die sich bei mir zum Test eingefunden hat, gehört zu diesen Exemplaren. Die Single-Cut-Gitarre im T-Style macht nämlich auch mit ihrem Deckenfurnier aus Riegelahorn einiges daher. Was der Tele-Abkömmling mit zwei Humbuckern klangmäßig zu bieten hat, wird er im folgenden Test beweisen.

Details

Die Harley Benton Fusion-T HH erreicht mich sicher verpackt in einem Karton, in dem sich auch die benötigten Werkzeuge zum Einstellen befinden. Das "T" im Namen lässt erahnen, dass wir es hier mit einer Singlecut-Gitarre zu tun haben, die sich am Klassiker aus dem Hause Fender orientiert. Und ich muss zugeben, die Fusion-T sieht wirklich ziemlich schick aus! Auf den ersten Blick lassen Verarbeitung und Optik nicht darauf schließen, dass es sich bei ihr um ein Instrument aus dem unteren Preissegment handelt.

Ähnlich ging es mir auch beim Test der Fusion II HH FR EB FBB, den man hier einsehen kann.

Body:

Der Korpus besteht aus Sapele, einem Edelholz, das zu den Mahagonigewächsen gehört und vorzugsweise in Afrika zu finden ist. Das zweiteilige Deckenfurnier aus Riegelahorn ist hell eingefärbt und mit Klarlack überzogen, die Rückseite des Korpus besteht, soweit ich es erkennen kann, aus drei Teilen Sapele und ist rötlich eingefärbt. Diese Farbe ist auch von vorn im Cutaway zu sehen, was der Gitarre eine eigene Note verleiht.

Direkt in den Korpus wurden zwei Roswell LAF-B-CR Alnico-5 Pickups mit verchromten Kappen geschraubt, die sich mit einem Dreiwegschalter anwählen lassen.
Ein Volume- und ein Tone-Poti dürfen auch nicht fehlen, wobei letzterer eine Push/PullFunktion besitzt, die die beiden Doppelspuler splittet. Auch die Potis besitzen Metallknöpfe, die für einen besseren Grip geriffelt wurden.

Ein Blick auf die Rückseite zeigt die Tremoloausfräsung sowie ein Elektronikfach, die beide mit schwarzen Kunststoffdeckeln verschlossen sind. Die Tremoloabdeckung besitzt zudem eine Öffnung, durch die der Satz D'Addario EXL110 .010-.046 durch das aufliegende Wilkinson 50IIK Tremolo aufgezogen wird, das mit zwei Schrauben schwebend eingestellt ist. Der steckbare Arm wird in seiner Gängigkeit mithilfe einer kleinen Inbusschraube eingestellt. Auch die Federkralle lässt sich dank zweier länglicher Schlitze mühelos mit einem Schraubenzieher erreichen. Die Rückseite ist im Bauchbereich ergonomisch ausgefräst, ebenso der Cutaway, was ein Bespielen der oberen Lagen erleichtert. Zu diesem Zweck wurde auch der Übergang vom Korpus zum Hals leicht abgeschrägt - sehr gut!

Die beiden Gurtpins sind zum Schutz des Lacks mit Filzplättchen unterlegt und befinden sich an den gewohnten Stellen, die Klinkenbuchse in der unteren Zarge.

Hals:

Der mit vier Schrauben bombenfest mit dem Korpus fixierte Hals besteht wie das Griffbrett aus geröstetem kanadischen Ahorn. Bei diesem Verfahren wird Holz, vorzugsweise Ahorn, stark erhitzt. Dabei wird sein Feuchtigkeitsgehalt minimiert, die Zellstruktur verändert sich, was für das Nachdunkeln verantwortlich ist, und das Ergebnis ist eine größere Widerstandsfähigkeit bei Temperatur- und Klimaschwankungen.
Der Hals unserer Testgitarre besitzt ein C-Profil und fasst sich aufgrund seines Satin-Finish sehr gut an! Mit einem Griffbrettradius von 305 mm (12") und einer Sattelbreite von 42 mm haben wir es hier mit einer modernen Variante zu tun. In das Griffbrett wurden 22 Medium Jumbo-Bünde aus Edelstahl akkurat eingesetzt und an den Kanten verrundet.Punkteinlagen im Griffbrett und in der Halskante erleichtern die Orientierung und sind farblich geschmackvoll an die Optik der Fusion-T angepasst.

Möchte man den Halsspannstab justieren, findet man den Zugang am unteren Ende des Griffbretts, wie beispielsweise auch bei Music Man-Gitarren. Ein entsprechendes Werkzeug liegt im Karton bei, aber auch ein schmaler Schraubenzieher sollte für diesen Zweck völlig ausreichen.
Bevor die Saiten auf die WSC Staggered Locking Mechaniken treffen, überqueren sie zunächst einmal den 42 mm breiten, weißen Graphtech TUSQ XL Sattel, der die Drähte spielfrei zur versetzt angebrachten Kopfplatte leitet. Die hohe E- und H-Saite werden mithilfe eines String-Trees auf das Level der entsprechenden Mechanik gebracht.

Die Gitarre besitzt eine Mensur von 648 mm und bringt recht schlanke 3064 Gramm auf die Waage. Seitens der Verarbeitung gibt es hier rein gar nichts zu beanstanden.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • hervorragende Bespielbarkeit
  • Top-Werkseinstellung
  • hochwertige Saiten ab Werk

  • Pickups mit Schwächen am cleanen Amp
  • leicht kopflastig

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