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Test
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13.12.2016

Harley Benton SC-400 SBK Vintage Series Bundle Test

E-Gitarren Set mit E-Gitarre, Combo und Zubehör

Rocken zum Taschengeldpreis

Preislich kaum zu schlagen ist das Harley Benton SC-400 SBK Vintage Series Bundle, ein Einsteigerset mit Gitarre, Verstärker, Gigbag und Kabel, das die Hausmarke des Musikhauses Thomann zusammengestellt hat. Ein Ensemble, das für nicht einmal 160 Euro den Besitzer wechselt und laut Website-Beschreibung und -Fotos bemerkenswerte Qualitäten aufweist.

Genau aus diesem Grund haben wir uns das Angebot im großen Paket kommen lassen und seinen Inhalt auf Herz und Nieren geprüft. Wir wollten wissen, ob ein so preiswertes Set tatsächlich für den Einstieg taugt.

Details

Optik/Verarbeitung

Das Set kommt mit einer Harley Benton SC-400, einem Les-Paul-Nachbau, dem Harley Benton HB-10G Combo, einem robusten, schwarzen Gigbag und einem drei Meter langen Instrumentenkabel. Bis auf ein Stimmgerät ist damit alles an Bord, was man zum Musizieren benötigt.

Gitarre

Geliefert wird die schwarz-seidenmatt lackierte SC-400 in einem Pappkarton, in dem sich auch Schlüssel zum Einstellen des Instrumentes befinden. Der Korpus der Harley Benton besteht aus Linde, einem Tonholz, das auch bei wesentlich teureren Instrumenten gerne verwendet wird. Wie bei Les Pauls üblich, wurde auch hier der Hals mit dem Korpus verleimt. Diese Arbeiten sind allesamt tadellos verrichtet, ebenso die seidenmatt-schwarze Lackierung, die auf Korpus, Halsrückseite und Kopfplatte aufgetragen wurde. Das gilt auch für die wie beim Original gewölbte Decke, auch bei ihr gibt es nichts Negatives zu vermelden.

Auf dem Korpus befinden sich zwei Classic Open Humbucker in cremefarbenen Pickup-Rahmen, die sich mittels zweier Schrauben wie gewohnt in der Höhe feinjustierten lassen. Jeder der beiden Tonabnehmer verfügt über einen eigenen Volume- und Tone-Regler mit bernsteinfarbenen Top-Hat-Knöpfen. Unterhalb der Pickups findet sich wie beim Original ein cremefarbenes kleines Schlagbrett, das mit zwei Schrauben am Korpus befestigt ist und sich bei Nichtgefallen entsprechend leicht entfernen lässt. Geschaltet werden die beiden Humbucker per Dreiwegschalter, der oberhalb des Hals-PUs zu finden ist. Sämtliche Elektronik der SC-400 befindet sich auf der Rückseite in zwei Ausfräsungen, die mit schwarzen Kunststoffdeckeln verschlossen sind. Löblicherweise wurden die beiden Gurtpins mit Filzunterlagen versehen, die ein Beschädigen des Lacks verhindern.

Der ab Werk aufgezogene .010 - .046 Satz wird über eine verchromte Tune-o-matic Brücke geführt und läuft über 22 Bünde, die ebenfalls tadellos in das Palisandergriffbrett eingesetzt wurden. Allerdings könnten diese besser poliert sein, aber das ist bei dem aufgerufenen Preis kein Problem, spätestens beim nächsten Saitenwechsel lassen diese sich ohne großen Aufwand mit ein wenig Stahlwolle auf Hochglanz bringen. Der eingeleimte Hals besteht aus Ahorn, auf den ein Palisandergriffbrett aufgeleimt wurde. Auch hier gibt es nichts zu bemängeln.

Bevor die Saiten auf die Kopfplatte treffen, müssen sie einen 43 mm breiten Kunststoffsattel überqueren, und das ohne Spiel. Der Halsstab ist ebenfalls hier oben anzutreffen, wobei der Zugang mit einer ebenfalls cremefarbenen Abdeckung verschlossen ist. Beim Halsstab handelt es sich übrigens um die Double-Action-Variante, sehr gut! An die angewinkelten Kopfplatte wurden sechs geschlossene und verchromte "Die Cast" (Druckguss) Mechaniken verbaut, die einen mühelosen und exakten Stimmvorgang zulassen.

Die Gitarre besitzt die Les-Paul-typische Mensur von 628 mm, und auch was das Gewicht betrifft, tritt sie mit ihren nicht gerade rückenschonenden 4034 Gramm ebenfalls in die Fußstapfen des Originals.

Verstärker

Der kleine Combo bringt schlanke 4281 Gramm auf die Waage und ist mit einer schwarzen Kunststoffhaut in toller Optik beklebt. Die Ecken werden zudem durch schwarze Metallschoner geschützt, die allesamt mit dem Gehäuse verschraubt sind. Der handliche, gerade einmal 289 x 286 x 150 mm messende Amp lässt sich dank des Gummigriffs komfortabel transportieren und steht sicher auf vier Gummifüßen.

Ein Blick auf die Bedienfläche zeigt einen Dreiband-EQ, bestehend aus Bass, Middle und Treble, sowie Volume- und Gain-Regler und einen Channel Select-Taster. Genau genommen besitzt der Combo also zwei Kanäle, nämlich Clean und Overdrive. Im Clean-Kanal hat der Gain-Regler übrigens keine Funktion. Erst im Overdrive-Kanal tritt er in Erscheinung.

Zwei Mini-Klinkenbuchsen dienen zum Anschluss eines Kopfhörers und eines Abspielgerätes wie beispielsweise einem MP3-Player, einem Computer oder einem CD-Player. Natürlich dürfen die Klinkenbuchse zum Anschluss des Instrumentes und ein An/Aus-Schalter ebenfalls nicht fehlen.

Unterhalb des Bedienfeldes verdeckt schwarzer Stoff den 6" Lautsprecher, der die 10 Watt, die der Amp erzeugt, an die Außenwelt weitergibt.

Bei diesem Combo handelt es sich um einen Transistorverstärker mit Tube Emulating Circuit (TEC), der, wie der Name schon sagt, einen Röhrenverstärker emulierten soll. Wie das klingt, werde ich im Praxisteil herausfinden.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • gute Verarbeitung
  • bemerkenswerter Sound
  • gute Bespielbarkeit

  • Werkseinstellung Gitarre
  • Kopfhörersound des Combos

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