Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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06.03.2020

Harley Benton SC-550 Test

E-Gitarre

Budget-Diva

Die Harley Benton SC-550 stellt sich als klassische Single-Cut E-Gitarre im klassischen Les Paul Stil vor - daher das SC im Namen - und besticht mit einem äußerst attraktiven Finish sowie goldener Hardware, die dem Instrument etwas sehr Wertiges verleiht und es zu einem wahren Hingucker macht.
Die Ansage ist klar: Hier wird sowohl optisch als auch in puncto Ausstattung auf genau das Bewährte gesetzt, das man von diesem archetypischen Gitarrenformat auch seit über 50 Jahren gewohnt ist. Umso mehr muss man staunen, wenn man einen Blick auf das Preisschild wirft, denn der mir vorliegenden Testkandidat geht für weit unter 300 Euro über die Ladentheke. Klar, von der Thomann-Hausmarke weiß man, dass versucht wird, bestmögliche Qualität zum günstigsten Kurs anzubieten. Der Test soll offenbaren, ob diese Attribute auch auf die SC-550 zutreffen.

Details

Korpus

Die SC-550 besitzt einen gekammerten Korpus aus Mahagoni, genauer gesagt, einer Mahagoni-Art, die auf den Namen "Swietenia Macrophylla King" hört. Auf den Korpus ist eine gewölbte Decke aus geflammtem AAAA-Ahorn aufgeleimt, das eine extrem ansprechende Maserung zur Schau stellt und sehr edel wirkt. Farblich präsentiert sich unsere Testkandidatin in einem roten Black Cherry Flame Finish und wirkt in diesem Look sehr traditionell. Ganz ähnlich verhält es sich übrigens auch mit den anderen Lackierungen, die für das Modell zur Auswahl stehen, wie Faded Tobacco Flame, Amber Flame und Flame Burst - hier orientiert man sich an den klassischen Les Paul Finishes.

Als zusätzliches optisches Schmankerl dient ein cremefarbenes Binding, das den Korpus umrandet und von minimalen Ausreißern abgesehen relativ sauber eingearbeitet wurde. Die Kammerung des Korpus hat neben akustischen Gründen natürlich auch Einfluss auf das Korpusgewicht, das mit gerade einmal 3,6 kg zu Buche schlägt und damit in etwa beim Gewicht einer durchschnittlichen Strat liegt.

Eine goldfarbene Deluxe Tune-O-Matic Bridge samt Stop-Bar hält die Saiten sicher in Position. Die Rückseite offenbart die Mahagoni-Maserung und wird nur durch die beiden schwarzen Kunststoff-Elektrikfächer hinter den Potis und dem Pickup-Schalter unterbrochen. Die Gurtpins, ebenfalls vergoldet, befinden sich an den dafür üblichen Stellen in den Zargen.

Hals

Der Hals besteht, wie der Korpus, aus Mahagoni und ist in den Korpus eingeleimt, während das Griffbrett aus Jatoba mit 22 Bünden und Perloid-Trapezeinlagen aufwarten kann. Das Binding des Korpusses setzt sich übrigens am Halsrand elegant fort. Auch wenn die Bundstäbchen überwiegend gut abgerichtet sind, erkennt man doch spürbar zwei, drei leichte Kanten, die man noch besser hätte abfeilen können. Nichtsdestotrotz ist die Verarbeitung, gemessen am Preis, überraschend gut.
Die Halsform wirkt schon fast schlank und wird vom Hersteller als Sechzigerjahre-Form bezeichnet, möglicherweise, weil Gibson in diesem Jahr bei den Les-Paul-Modellen vom eher kräftigen Shape auf den dünneren Slim Taper wechselte.

Hinsichtlich der Mensur setzt man auf die typische Les Paul-Länge von 628 mm, wobei die Halsbreite am Sattel 43 mm beträgt. Der Griffbrettradius beläuft sich auf 350 mm, was sogar noch einen Hauch flacher als der einer Standard-Les Paul ist.
Die Saiten führen über einen Knochensattel zur Kopfplatte, an der die sechs goldenen DLX Wilkinson Stimmmechaniken in Keystone-Optik symmetrisch angebracht sind. Diese wirken sehr solide und halten stabil die Stimmung.
Hinter dem Sattel ist ein kleiner Kunststoffdeckel, der abgeschraubt den Zugang zum Halsstab freigibt. Der passende Inbusschlüssel hierzu ist im Lieferumfang enthalten.

Elektrik

Die SC-550 wird mit zwei Roswell LAF AlNiCo-5 Humbuckern ausgeliefert, die passend zur Hardware mit goldenen Kappen versehen sind. AlNiCo 5 steht für hohen Output, starke Präsenzen und straffe Basswiedergabe und bezeichnet die meistverwendeten Humbucker-Modelle seit den 60er Jahren.
Ein Dreiwegschalter mit schwarzer Kunststoffrosette ist an der für Les Paul-Modelle üblichen Stelle oberhalb des Hals-Korpusübergangs angebracht und schaltet die SC zwischen Bridge-Pickup, beiden Pickups zusammen und Hals-Pickup um. Zwei Volume- sowie zwei Tone-Potis für Steg- und Halstonabnehmer befinden sich unterhalb der Brücke, wobei die Potiknöpfe aus schwarzem Kunststoff tadellos und fest sitzen.

Zum Lieferumfang gehört lediglich ein Inbusschlüssel zum Einstellen der Halsneigung.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • guter Grundsound
  • saubere Verarbeitung (mit kleinen Einschränkungen)
  • ansprechende Optik
  • sehr guter Preis

  • Pickups mit leichter Undifferenziertheit in den Bässen und Schärfe in den Höhen
  • Bünde teilweise nicht sauber abgerichtet

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