Gitarre Bass Serie_Hersteller
Feature
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05.06.2009

Alles begann 1979, als Lothar Stamer in der väterlichen Garage unter dem Firmennamen „Stamer Musikanlagen“ die ersten Audioanlagen entwickelte und baute. Sein Bruder Hans war für die geschäftlichen Belange verantwortlich, und mit Stefan Fischer fand ein kreativer Kopf zu dem kleinen Team, der sich – übrigens bis heute – um das Marketing und die Optik der Produkte kümmert.

Auch der Name Hughes & Kettner geht auf Stefan Fischer zurück: Für ihren ersten großen Messeauftritt suchten Hans und Lothar Stamer nach einem international klingenden Namen für ihre Firma, weil sie ihr Geschäft nicht auf Deutschland beschränken wollten und „Stamer Musikanlagen“ für den internationalen Markt zu kantig klang. Stefan Fischer war es, der schließlich mit „Hughes & Kettner“ Name und Konzept für die Zukunft der jungen Firma lieferte. Die beiden Herren Hughes und Kettner sollten symbolisch für den internationalen Musiker und den deutschen Ingenieur stehen, die zusammen Produkte entwickeln. Inzwischen hatte man die Garagenzeit hinter sich gelassen und mit einem wachsenden Team neue, größere Produktionsstätte bezogen. Bis zu diesem Zeitpunk verließen ausschließlich Audioprodukte die Fertigung, aber die kreativen Köpfe des Teams ruhten sich nicht auf dem wachsenden Erfolg aus und forschten auch in anderen Richtungen.

1985 stieß Bernd Schneider zum Team. Der Perfektionist und leidenschaftliche Musikelektroniker hatte zuvor nicht weit von Sankt Wendel entfernt bei einer kleinen Verstärkerschmiede namens PCL Röhrenverstärker entwickelt und gebaut. Sie wurden unter dem Namen „Vintage Amps“ recht bekannt und erfolgreich: So entdeckte beispielsweise Rory Gallagher den Verstärker und setzte ihn bei den Kölner Studioaufnahmen zu seinem Album JINX und bei seiner anschließenden Tour ein. Bei den Recherchen für die Story kam übrigens heraus, dass auch unser Chefredakteur Hansi Tietgen sich damals einen dieser Amps gekauft hatte – so klein ist die Welt! Mit Bernd Schneider startete Hughes & Kettner in die Ära des Verstärkerbaus.

 Leicht machen wollte man es sich allerdings nicht und einfach nur kopieren war von Anfang an keine Option. Im Gegenteil, Innovation war angesagt. Und mit dem AS64 räumte man gleich mit nahezu allen hergebrachten Gitarrenverstärker-Traditionen auf: Stereo, Röhrenvorstufe, Effekte, Loopsystem, Presets und nicht zuletzt MIDI-Fähigkeit waren die herausragenden und innovativen Merkmale dieses neuen Amps. In dieser Phase verstärkte Thomas Blug das Team, der übrigens bis heute gemeinsam mit Bernd Schneider für das Soundkonzept der Amps mit dem Hughes & Kettner Logo verantwortlich zeichnet. Mit seiner großen musikalischen und technischen Kompetenz integrierte er sich schnell und unterstützte nicht nur Entwicklung und Sounddesign, sondern präsentierte die Ergebnisse auch auf Messen und bei Workshops – ein Ergebnis der „Runde-Tisch-Tradition“, die Hans Stamer in unserem Video-Interview erwähnt: Gute Ideen werden nach Möglichkeit sofort integriert.

Film 3: Bernd Schneider LIVE am offenen Objekt

Wie stellt Hughes & Kettner sicher, dass die Amps auch klingen? Bernd Schneider arbeitet ständig daran Röhrenamps weiterzuentwickeln - in diesem Video könnt Ihr ihm über die Schulter sehen, wie er am offenen Switchblade TSC seinen "Servicetechniker an Bord" zeigt.

Schon mal eine Röhre hochgehen sehen? Bernd Schneider zeigt es Euch in diesem Video ... und PLOPP!

Und das war erst der Anfang. Mit der Cream Machine folgte die nächste Innovation und der erste echte „Hit“ im Gitarrenbereich. Das Trio Blug, Schneider und Stefan Fischer brachte das Produkt in Form und die Cream Machine mit ihrer kleinen Röhrenendstufe wurde zum Riesenerfolg und gehört inzwischen zu den Klassikern. Diese Technologie wurde weiterentwickelt und steckt in den aktuellen Geräten der „TubeTool“-Serie.  Auch viele weitere Verstärker folgten.

Ein kleines unscheinbares rotes Kästchen, das maßgeblich für die Bekanntheit der Marke in den USA sorgte sollte hier nicht vergessen werden: die Red Box!

Kaum ein Gitarrist, der in den Neunzigern ohne diesen Problemlöser das Haus verließ. Seitdem hat der Markt einige Generationen der Red Box gesehen und bis heute gilt sie als Standard, wenn es darum geht, ein Gitarrensignal frequenzkorrigiert und symmetriert direkt zum Pult zu schicken. Mehr als 100000 verkaufte Geräte sprechen eine klare Sprache.

Thomas Blug und der TriAmp

Damit die beiden großen Produktionsbereiche glaubwürdig und kompetent auf dem Markt vertrieben werden konnten, wurden die Audioprodukte unter dem Markennamen HK AUDIO gebündelt. Eine Maßnahme, die zur damaligen Zeit durchaus Sinn machte, denn der Markt war weit undynamischer als heute und unterschiedliche Produkte verlangten nach unterschiedlichen Identifikationen.

Für die Qualität der Audio-Anlagen jener Zeit spricht übrigens, dass man nicht selten auch heute noch Audioanlagen mit dem Hughes & Kettner Logo findet - getreu dem alten VW-Käfer Motto: Er läuft und läuft und läuft ...

Eine Tradition, die sich bis heute fortsetzt, denn auch hier heißt die Antriebsfeder Innovation, „ ... die Spur besser“, wie Stefan Fischer im Interview sagt. Deshalb blieb es auch nicht bei Standardprodukten, sondern man packte immer wieder neue Themen an. Die LUCAS Kompakt PA ist das Beispiel für die Entwicklung einer Produktkategorie, die es so vorher noch nicht gab: Eine komplette Anlage, die trotz kompakter Abmessungen „richtigen“ Sound lieferte.

Bis heute stehen die Marken der Brüder Stamer für hochwertige Produkte „Made in Germany“. Die Amps sorgen auf den großen Bühnen dieser Welt für den richtigen Sound – von Rush über Queensryche bis zu KISS. Verstärkt wird das Ganze nicht selten über eine LineArray-PA der Schwestermarke HK Audio - und für Studioaufnahmen stehen Front-Ends von MindPrint zur Verfügung.

Doch genug der Worte! Denn damit wir nicht so viel schreiben müssen, haben wir ja eigentlich die Videos gemacht! :-)

Viel Vergnügen mit diesem Hausbesuch – der uns sehr viel Spaß gemacht hat!

Veröffentlicht am 05.06.2009

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