Gitarre Hersteller_HeadRush_Electronics
Test
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16.10.2018

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich das Gigboard zunächst als Stereosetup direkt über die Soundkarte (Fireface UFX) in die DAW.

Zum Einstieg steppe ich durch ein paar Werkspresets, die zum überwiegenden Teil bereits überzeugen können und sinnvoll programmiert sind. Hier finden sich einige Sounds in Anlehnung an bekannte Songs und in höheren Presetnummern sogar ein paar Bassrigs:

Den wirklichen Kern eines Multieffekts erkennt man jedoch, wenn man sich selbst ans Programmieren macht.

Ich beginne mit einer Telecaster über dem Fender Tweed Modell, das ich mit einem leichten Crunch versehe. Der Headrush fängt den Grundcharakter des Fender-Modells gut ein und der Ampsound wirkt sehr präsent.

Nun gesellt sich ein Springreverb hinzu, wobei die Simulation des Federklirrens sehr authentisch realisiert wurde:

Um etwas mehr Gain rauszukitzeln, setze ich eine Tubescreamer-Simulation vor den Amp:

Als nächstes betrachte ich die Vox-Abteilung und bin überrascht, wie gut auch dieses Modell umgesetzt wurde, waren doch natürliche, crunchige Sounds immer das größte Sorgenkind aller digitalen Modeller. Dieser Vox brüllt regelrecht und klingt so britisch, wie man es von ihm erwartet:

Im Delayblock wähle ich die modulierende Variante, bei dem das Delay mit einem Vibrato gekoppelt ist. Das Headrush besitzt eine Spillover-Funktion, die über das "Tail"-Icon am rechten Bildschirmrand aktiviert oder deaktiviert wird. Damit kann man bestimmen, ob die Delay- oder Reverbfahne beim Presetwechsel weiterklingt oder hart beschnitten wird.

Nun geht's an die Marshall-Sounds und ich wähle einen 100-Watt-Plexi. Man kann grundsätzlich festlegen, ob zum gewählten Amp das jeweils passende Cabinet aktiviert werden soll oder nicht. Ich entscheide mich jedoch hier für eine 4x12" 20W Greenback Box mit einer AKG C414 Mikrofonsimulation. Das dynamische Verhalten ist sehr gut und ich kann mit meinem Volume-Regler feine Nuancen bestimmen.

Beim Phaser-Sound habe ich die Stereovariante gewählt:

Hier ein Solosound mit Bandecho-Simulation und einem Tubescreamer als Solobooster:

Neben dem Einsatz direkt in die Soundkarte oder ein Mischpult lässt sich das Gigboard auch in eine Endstufe bzw. den Return eines Röhrenamps einspeisen. Zu diesem Zweck deaktiviere ich den Cabinet-Block und spiele in den Return eines Mesa Boogie MkV, der über eine 4x12" Greenback Box gespielt wird. Standesgemäß wähle ich mit dem "Treadplate"-Typen eine Rectifier-Variante.

Im Prinzip läuft alles nach dem Plug&Play-Prinzip, keine Pegel müssen angepasst oder, vom Deaktivieren der Speakersimulation abgesehen, weitere Eingriffe vorgenommen werden. Der Sound ist sofort stimmig und eigentlich sogar etwas druckvoller als in der DI-Variante:

Wie eingangs erwähnt, sind in jedem Effektblock bereits voreingestellte Settings anwählbar und der EQ bietet zum Beispiel mit dem "No-Mids"-Template einen schönen Metal-Mid-Scoop:

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • benutzerfreundlicher Aufbau
  • Soundqualität der Amp/Cabinet-Simulationen
  • Audio-Interface mit verschiedenen Sample-Raten
  • Amp-Schaltfunktion
  • kompakte Maße
  • gleiche Prozessorleistung und Klangqualität wie die große Floorboard-Version
  • guter Preis

  • (noch) keine Editiersoftware (Stand: Oktober 2018)

Gehört zu dieser Serie

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