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Test
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06.10.2019

Heavyocity Ascend Test

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Der sparsamste Hybrid so far…

Heavyocity ist bekannt für seine hybriden, cineastischen Instrumente. Stets handelt es sich um eine Mischung aus analog, elektronisch, gerne sphärisch-weltraumartig anmutend und immer cineastisch. Klassiker sind u. a. Gravity, Novo, die Evolve-Serie. Nun kommt mit Ascend der erste Flügel dazu, der ebenfalls all diese Parameter erfüllt und sich somit nahtlos in das Klangbild des Hauses einreiht. Was Ascend genau kann und ob er ebenfalls das Zeug zum Klassiker hat, soll im folgenden Kurztest näher beleuchtet werden.

Details & Praxis

Download und Installation

Download und Installation erfolgen hier, wie mittlerweile fast überall, über die hauseigene App Heavyocity Portal. Im Gegensatz zu anderen will es Heavyocity aber etwas genauer wissen, und man muss Produkt, Kaufdatum etc. eingeben, bevor die Seriennummer eingegeben und das Instrument heruntergeladen werden kann. Die 26 GB sind relativ fix aus dem Netz gesogen. Anschließend wird noch kurz per Native Access registriert und dann kann es auch schon losgehen.

GUI und Presets

Erster Punkt: Das GUI ist angenehm groß. Das macht auch Sinn, denn es ist gut gefüllt mit Fadern, Fenstern, Buttons, die einem genau wie das Design klarmachen, dass es hier nicht um die reine Lehre des klassischen Klavierklangs geht, sondern um die mannigfaltigen Möglichkeiten seiner Bearbeitung und Hybridisierung.

Die Presets sprechen eine ähnliche Sprache. Es gibt fünf Preset-Ordner. Nur einer befasst sich mit dem reinen Klavier, Core Concert D, und der hat die wenigsten Presets. 

Es bleiben Ascend, Extended, Rhythmic und Rhythmic Melodic. Das sind mehr als hundert Presets, in denen der Steinway auf die ein oder andere Weise durch den Wolf gedreht wird. Manches davon klingt gängiger als anderes, aber alles klingt edel und fügt sich bruchlos in die vertraute Soundästhetik von Heavyocity ein.

Soundquellen

Die Weichen für Klangverfremdung werden bei Ascend nicht erst in der FX-Sektion gestellt, sondern schon bei der Aufnahme des Flügels. Verschiedene Raumsignale gibt es natürlich sowieso, einmal regulär und einmal in der pianopianissimo Variante. Außerdem gibt es jeweils vier Struck-Signale (Muted, Metal, Wood, Chain) und Sustained-Signale (Brush, Twine, Ebow, Harmonics). Ascend bietet also auch Sounds aus der Wundertüte eines präparierten Klaviers. Und natürlich lassen sich diese unterschiedlichen Soundquellen miteinander kombinieren. Bis zu drei Stück können parallel geladen und gemischt werden. Die präparierten Sounds klingen unterm Strich in meinen Ohren besser als der reguläre Flügel. Bei dem fehlt es mir an klanglicher Tiefe, Stichwort Velocity-getriggerte Obertöne. Alles, was da ist, klingt zwar gut, aber mir fehlt trotzdem was. Für Pop, Film etc. würde es mir reichen, sobald es mehr ins orchestrale Detail gehen soll jedoch nicht.

Alles, was man für den Hybridantrieb braucht; Modulate, Arp, Echos, FX, Convolve

Jetzt geht die Party richtig los, fünf Fenster für unterschiedliche Effekte, Heavyocity zeigt, worum es ihnen geht. Modulate erweitert den Mixer um einen LFO und ein Envelope. Außerdem lassen sich hier CC-Befehle für X- und Y-Achse des Mixers definieren. Der Arpeggiator funktioniert wie all seine Kollegen. Es gibt vier verschiedene Optionen, wie der Arpeggiator eingehende MIDI-Signale verarbeitet (Retrigger, Legato usw.), bis zu 16 Steps und sieben verschiedene Arp-Typen (Chords, Up, Down etc.). Außerdem kann man noch eine Oktave zuschalten, um das Pattern anzufetten.

Echoes: Nun ja, der Name ist Programm. Prinzipiell ist zu sagen, dass der Effekt entweder als traditionelles Delay funktioniert oder als Engine, die zusätzliche Noten generiert. Interessant ist, dass sich für beide Modes Optionen finden, um die Echos zu transponieren oder in bestimmten Intervallen zum Eingangssignal abspielen zu lassen. FX bietet 12 Effekte (u. a. Compressor, Saturation, EQ, Filter, Hall), von denen sich bis zu vier Stück in Reihe schalten lassen. Praktischerweise gibt es auch hier 12 Presets, um sich schnell einen ersten Überblick zu verschaffen und die grundsätzliche Richtung zu definieren.

Den Abschluss bildet Convolve, eine weitere (dezente) Effektkette, die unabhängig von den Master-Effekten funktioniert und extra gepegelt werden kann. Sie besteht aus den vier Effekten: High- und  Lowpass Filter, tempogesteuerte Convolution-Effekte, Delay und algorithmischer Reverb, rhythmisches Gate. Das Ziel sind rhythmisch gesteuerte Effekte, die sich automatisch dem Tempo des Host anpassen. Convolve hält dafür vier Abteilungen (Forward, Reverse, Rhythmic, Rhythmic, Reverse) mit jeweils 12 Presets bereit. Wem es also bisher noch nicht wirr genug war, der sollte spätestens mit Convolve glücklich werden.

Fazit

Heavyocitys Ascend ist eine satte Ansage und fügt sich reibungslos in die Produktfamilie ein. Obwohl der Steinway D, Ascends Grundlage, ordentlich klingt, ist dies doch keine klassische Klavier-Library, sondern eindeutig ein Hybrid, der dutzende Optionen bereithält, um den Klavierklang in alle möglichen Richtungen zu erweitern und nebenbei noch als präpariertes Klavier funktioniert. Ob Ascend zum Klassiker wird, muss die Zeit entscheiden, klanglich hat es auf jeden Fall das Zeug dazu und das von Heavyocity gebotene Preis-Leistungs-Verhältnis ist definitiv nicht zu schlagen.

  • PRO
  • sehr guter Klang
  • endlos viele Bearbeitungsmöglichkeiten
  • sehr günstiger Preis
  • multifunktional
  • CONTRA
  • nichts
  • FEATURES
  • Knapp 48 GB Content
  • Über 12000 Samples
  • Bis zu drei miteinander kombinierbare Klangquellen
  • Reiche FX Palette (Echos, FX, Arpeggiator, Modulation)
  • Über 100 Presets, traditionell und hybrid
  • Spieltechniken eines präparierten Klaviers
  • Unabhängig regelbare Convolution Effekte
  • Systemanforderungen
  • Kontakt 6.1.1. (Player) oder später
  • Preis:
  • EUR 119,- (Straßenpreis 6.10.19)
Veröffentlicht am 06.10.2019

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr guter Klang
  • endlos viele Bearbeitungsmöglichkeiten
  • sehr günstiger Preis
  • multifunktional

  • nichts

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