Test
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22.05.2018

Praxis

Testbedingungen

Für diesen Test habe ich den Heritage Audio RAM System 2000 unter Verwendung diverser Kabel der Marken Vovox und Cordial in mein Studiosetup eingebunden und alle analogen Stereoverbindungen mit „Kabelpärchen“ des gleichen Modells und gleicher Länge hergestellt. Zusätzlich zu Hörchecks mit meinen Monitoren (Neumann KH120 + Adam Sub8, Sony SRS-Z1, IK Multimedia iLoud) und Kopfhörern (AKG K812, Ultrasone Pro 580i) habe ich einige Audiobeispiele unter Verwendung eines UAD Apollo 8 aufgenommen. Zum Check der digitalen und kabellosen Eingänge dienten der S/PDIF Out des Apollo 8 und mein iPhone SE, welches nach erfolgter Bluetooth-Kopplung automatisch den AAC-Codec im Monitorcontroller aktivierte.

Klang

Mein positiver erster Eindruck ist die Abwesenheit von hörbarem Rauschen, welches ich aus der Nahfeld-Konstellation meiner Neumann-Monitore und einem SPL-2Control-Monitorcontroller allerdings auch gewohnt bin. Allerdings weiß ich aufgrund verschiedener Tests (Monitorcontroller, Monitore) für bonedo.de, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist. Somit hat der RAM 2000, dessen Rauschabstand vom Hersteller mit -99 dBu angegeben ist, den Rauschtest schon einmal bestanden. Bevor ich mit dem System 2000 ausgiebig vertrautes Material angehört und ihn in meine DAW-Tätigkeiten integriert habe, musste ich dem Monitorcontroller aber erst einmal mit Klemmbrett und weißem Kittel auf den Zahn fühlen. Dabei habe ich herausgefunden, dass der Stereogleichlauf über den kompletten Dämpfungsweg lediglich Abweichungen von 0,1 bis maximal 0,3 dB hat, was ein sehr gutes Ergebnis ist und (zumindest von mir) nicht wahrzunehmen ist. Bei „gewöhnlichen“ Lautstärke-Fadern vernimmt man an verschiedenen Faderpositionen nicht selten spürbare Abweichungen zwischen linkem und rechtem Kanal. Positiv anzumerken ist auch die mit etwa -83 dB geringe und nicht relevante Übersprechung beider Stereokanäle. Neben diesem „Zahlenfirlefanz“ ist aber auch mein subjektives Empfinden bezüglich der Wiedergabeeigenschaften des RAM System 2000 sehr gut. Eine Klangfärbung kann ich bei bestem Willen nicht feststellen, eher klingt der spanische Monitorcontroller noch eine Nuance transparenter als mein Controller von SPL.

In den folgenden Audiobeispielen ist zunächst ein digital gerenderter Mix und anschließend die Aufnahme über den RAM (inklusive A/D-Wandlung mit dem UAD Apollo 8) zu hören:

Die beiden unabhängigen Kopfhörerverstärker wurde bisher nur beiläufig erwähnt. Laut Hersteller werden diese als audiophil bezeichnet und tatsächlich arbeiten diese mit bemerkenswert hoher Auflösung, geringem Rauschpegel und einem hohen, verzerrungsfreien Output, sodass die Anschaffung eines separaten, professionellen Kopfhörerverstärkers für den ambitionierten Studiobetrieb redundant ist. 

Auch im eingangsseitig digitalen Betrieb vermag der Monitorcontroller von Heritage Audio mit seinem professionellen D/A-Wandler (24 Bit/96 kHz) von Burr Brown zu überzeugen und liefert eine transparente und dynamische Wiedergabe, die subjektiv meinen Interfaces von Universal Audio und Apogee in nichts nachsteht.

Sonstige Eindrücke

Das Klacken der Relais bei der Lautstärkeregelung und dem Umschalten verschiedener Ein- und Ausgangszuweisungen vermittelt ein Gefühl der Seriosität und Professionalität, was auch daran liegt, dass bei den beschriebenen Umschaltvorgängen keine weiteren Störgeräusche zu vernehmen sind. Leider trifft das nicht auf das Aktivieren der Talkback-Funktion zu. Betätigt man die entsprechenden Buttons, welche in unmittelbarer Nähe des eingebauten Mikrofons liegen, werden teilweise doch erhebliche Klackgeräusche durch die offensichtliche Übertragung der mechanischen Betätigung produziert. Hier wäre eine andere Position oder die Anschlussmöglichkeit eines externen Mikrofons oder Fußschalters zur Aktivierung vorteilhaft gewesen.

Ergonomie und Bedienung

Die grundsätzliche Bedienung des Heritage RAM System 2000 ist komfortabel und der Status der beleuchteten Buttons stets eindeutig. Die wenigen Funktionen/Doppelbelegungen, die durch das gleichzeitige Drücken des Shift- und des entsprechenden Funktionsknopfs aktiviert werden, sind gut lesbar auf der Gehäuseoberfläche beschriftet. Auch das Display und die LEDs zur Anzeige des Eingangspegels und des Bluetooth-Status geben eine klare, gut lesbare Rückmeldung über Werteeingaben, Pegel sowie eine vorhandene Bluetooth-Kopplung und den verwendeten Codec. Die Buttons und Drehregler lassen sich präzise bedienen und hinterlassen einen langlebigen Eindruck des durch seine vier Gummifüße ausreichend standfesten RAM System 2000.

Pro & Contra

  • umfangreiche professionelle Ausstattung und Funktionalität
  • vielfältige Anschlussmöglichkeiten (analog und digital)
  • hervorragende und färbungsfreie Audioqualität
  • Bluetooth und Kompatibilität zu wichtigen Codecszwei hochwertige Kopfhörerverstärker
  • robuste Verarbeitung

  • Störgeräusche beim (De-)Aktivieren des Talkback-Mikrofons

Gehört zu dieser Serie

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