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Test
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27.06.2013

HK Audio LUCAS NANO 300 Test

Aktive Mini-PA

Leichtes Gepäck

Die Lucas Nano 300 ist eine neue Mini-PA aus dem Hause HK Audio, die mit sauberster Wiedergabe und einem Gewicht von nur 10,3 kg glänzen will. Das System führt auf kompakte Weise alle notwendigen Komponenten in einem sinnvoll durchdachten Paket mit sich, und der Aufbau scheint kinderleicht. Drei regelbare Eingänge für Mikrofone oder Instrumente speisen ein integriertes Mischpult samt Verstärker, der einen Subwoofer und zwei Satellitenboxen versorgt. Die mitgelieferten Stative und Kabel für die Satelliten sollen eine unverzügliche Stereobeschallung für ein kleines Auditorium möglich machen. Schauen wir mal, ob HK Audio Wort hält...

Details

Frisch ausgepackt

Das Lautsprechersystem wird in einer Verpackung ausgeliefert, die hinsichtlich Größe und Gewicht an eine Bierkiste erinnert. Mit zwei großen, stabilen Griffen lässt sich die komplette Einheit mit einer zum Lieferumfang gehörenden Schutzhülle bequem transportieren. Die zwei Satelliten sind mit der schwarzen Bassbox, die aus sehr stabilem Kunststoff gerfertigt ist, über einen Patentanschluss verbunden und am hinteren Teil der Box über Drehverschlüsse befestigt. So sind die die kleinen Lautsprecher mit je 1 kg Gewicht beim Transport optimal geschützt.

In dem Tieffrequenzwürfel (30 x 39 x 42 cm) steckt ein 160 Watt starker Verstärker für den integrierten 8-Zoll-Subwoofer sowie zwei kleinere Amps mit je 35 Watt für die 3,5 Zoll großen Breitbandlautsprecher in den Satellitenboxen. Die Hochtöner sind 13 x13 x 11,5 cm groß und sind mit einer Hand problemlos zu installieren. Mit einem Abstrahlwinkel von 60 x 40 Grad ist man für viele Szenarien bestens bedient. Das Lucas Nano 300-System trennt die Frequenzwiedergabe bei 190 Hz und kann im Bassbereich einen maximalen Schalldruck von 118dB(SPL) erzeugen. Die Satelliten erreichen bei Vollaussteuerung des Verstärkers einen maximalen Schalldruck von 118dB(SPL). Alle Lautsprecher werden von stabilen, schwarzen Metallgittern geschützt.

Mixer und Eingänge

Auf der Oberseite des Subwoofers sind im hinteren Drittel die Anschlüsse und die Bedienelemente auf einer schwarzen Metallplatte untergebracht. Ein spartanischer, aber durchaus sinnvoller dreikanaliger Audiomixer ist ebenfalls hier eingelassen. Der erste Channel besitzt einen elektrisch symmetrierten Monoeingang mit einer XLR/Klinke-Kombibuchse. Über einen stabilen Schiebeschalter wird die Eingangsempfindlichkeit der Vorverstärker zwischen Mic und Line umgeschaltet. Ein weißes Mikrofonsymbol und eine kleine weiße Mischpultzeichnung zeigen die jeweils gewählte Empfindlichkeit an. Eine Phantomspeisung existiert nicht, sodass sich also nur dynamische Mikrofone betreiben lassen. Ein Lautstärke-Poti mit rastender Mittelstellung und ein Contour-Drehregler oberhalb des Eingangs erlauben eine Pegelanpassung und eine klangliche Bearbeitung des Eingangssignals. Der Contour-Controller beeinflusst bei Linksanschlag den Sound gar nicht, bei Rechtsdrehung hingegen werden in einer Art gehörrichtigen Klangregelung Bässe und Höhen stufenlos angehoben sowie der Mittenbereich abgesenkt.  

Eingang 2 verfügt über zwei XLR/Klinke-Kombibuchsen, jeweils für die linke und rechte Seite. Über einen Schiebeschalter wird die Eingangsempfindlichkeit für Instrumenten- oder Line-Signale ausgewählt. Die Symbole dafür sind eine Gitarre und ein kleines Mischpult. Hier können Instrumente oder Line-Quellen, die Stereosignale liefern, eingespeist werden. Ein Laustärkeregler und ein Contour-Regler, die auf gleiche Weise wie in Kanal 1 arbeiten, zeigen sich für beide Seiten gleichzeitig verantwortlich.  

Eingang 3 ist ebenfalls ein Stereoeingang und nimmt die Signale über zwei Cinchbuchsen oder eine 3,5 mm Stereo-Miniklinke auf. Das Cinchpaar verfügt über eine etwas höhere Eingangsempfindlichkeit als der kleine Klinkeneingang. Bei Benutzung der Klinke werden die Cinchwege automatisch abgeschaltet. Auch dieser Kanal bietet je einen Laustärke- und Contour-Regler für die Pegelanpassung und die klangliche Manipulation.

Einer der Transportgriffe sitzt versetzt über den Eingangsbuchsen und schützt so die Anschlüsse und Stecker. Auf dem rechten Teil des Anschlussfeldes liegt die Ausgangssektion, über einen Setup-Schiebeschalter kann man den Mono- oder Stereobetrieb für das Verstärkersystem auswählen. Ein in der Mittelstellung rastender Balance-Regler korrigiert die akustische Mitte im Stereobetrieb, daneben sorgt ein Poti für die Lautstärke des Subwoofers. Dieses verfügt ebenfalls über eine rastende Mittelstellung. Auf einen getrennten Masterregler für die Summenlautstärke des Systems wurde seitens HK Audio verzichtet. Lautstärkekorrekturen sind also nur separat an den Eingängen möglich, was ich persönlich ein wenig unpraktisch finde.

Unter den beiden eben genannten Reglern sind zwei 6,3 mm große Monoklinken als Recordingausgang platziert, über einen Schiebeschalter lässt sich das Summensignal oder das Signal von Kanal 3 abgreifen. Eine weitere 6,3 mm Stereoklinkenbuchse wird als „Link In/Out“ bezeichnet und ermöglicht die Speisung eines weiteren Nano-Systems.  

Über jenen Ausgängen liegt der Netzschalter mit einer LED. Ist die Einschaltverzögerung des Systems noch aktiv, leuchtet die LED rot und wechselt dann bei Betriebsbereitschaft ins Grüne. Diese LED wird aber auch vom eingebauten Summenlimiter genutzt - bei einer roten Illumination setzt der Limiterprozess ein.  

Unter dem integrierten Mischpult liegen hinten die Lautsprecheranschlüsse in Form von Klinkenbuchsen vor. Eine grüne LED zeigt die Betriebsbereitschaft des Ausgangs an, wird ein Satellit direkt auf den Woofer an dem Patentschuh angesteckt, so wechselt die rechte LED neben dem Lautsprecheranschluss die Farbe. Sie leuchtet dann rot und suggeriert damit, dass dieser Verstärkerausgang schon benutzt wird.  

Der Netzanschluss liegt hinten unter dem Satellitenhalter und wird über ein Kaltgerätekabel gespeist. Das Schaltnetzteil arbeitet mit Versorgungsspannungen zwischen 90 und 240 Volt. Um den Netzanschuss herum hat man noch eine praktische grafische Anleitung für die verschiedensten Arbeitsweisen des Systems aufgedruckt.

Oben auf dem Subwoofer ist ein patentierter Schuhschlitten für die Montage eines Satelliten installiert. Er verbindet mechanisch den Hochtöner fest mit dem Bassgehäuse und wird gleichzeitig über zwei integrierte Kontakte mit dem Verstärkersignal gespeist. Im Monobetrieb kann man über den gleichen Schuhschlitten auf dem Hochtöner noch die zweite Box setzen. Auch die ist automatisch elektrisch mit dem Amp verbunden und benötigt keine weiteren Anschlusskabel. Das zeigt auch das Detailfoto der Steckverbindung.

Ebenfalls auf der Bassboxoberfläche existiert ein integriertes Fach, in dem ein Stativ aus dem „Add-On Package“, welches optional für 99 Euro erhältlich ist, Platz findet. Hiermit kann man den 1 Kilogramm „leichten“ Hochtöner dann in eine Höhenposition von bis zu 190 cm ausfahren. Befestigt werden die Hochtöner über ein 3/8 Zoll-Gewinde. Ein Gewindeflansch an der Box ist genau im Schwerpunkt der Box platziert, und die Lautsprecherverkablung erfolgt über eine integrierte Klinkenbuchse. Ein geschirmtes Lautsprecherkabel mit zwei Metern Länge gehört auch zu jenem Paket. Für Lagerung und Transport der Lautsprecherkabel liegen Kabelbinder mit Klettverschlüssen und eine Tragetasche diesem Package bei.  

Über ein weiteres stabiles Dreibeinstativ aus dem „Add-On Package“ lässt sich die zweite Box auf die gleiche Höhe bringen. Diese Anordnung erlaubt einen Stereobetrieb mit einer guten Basisbreite. Das längere zweite Lautsprecherkabel findet sich ebenfalls in diesem Paket. Es wird ein dreipoliges abgeschirmtes Klinkenkabel verwendet, der Tip des Klinkensteckers ist vergoldet und schafft so eine erhöhte Verbindungssicherheit.  

Im Monobtrieb kann man auch zwei Boxen direkt auf ein Stativ setzen. Die Stabilität der Stative reicht auch für so eine Anordnung locker aus. Es ist aber eine Betätigung des Monobetrieb-Schaltes in der Mischpultsumme notwendig, damit es keine Phasenprobleme mit zwei übereinander gesetzten Hochtönern gibt.

Der 30 x 39 x 42 cm große Subwoofer hat vorne am unteren Rand eine Bassreflexöffnung. Im Betrieb steht er auf vier gummierten kleinen Flächen. Sie sind in kleine Vertiefungen geklebt und können sich bei unsachgemäßen Verschieben nicht einfach lösen. Der Woofer wird so zudem akustisch vom Bühnenboden entkoppelt.

Pro & Contra

  • Extrem kompaktes PA-System
  • Mit Mischpult und integrierten Endstufen
  • Sehr einfache Bedienung
  • Geringes Gewicht für einfachen und leichten Transport

  • Ein- und Ausschaltknacks trotz Verzögerungsschaltung
  • Kein Masterregler in der Summe

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