Test
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19.07.2019

Hörluchs HL 4410 Test

Monitoring-In-Ears mit 4-Wege-Treibern

Für Profis: Das Top-Modell des deutschen Herstellers

Die Hörluchs HL 4410 sind das Spitzenmodell der In-Ear-Serien der Kopfhörer-Schmiede. Die Hörakustik-Spezialisten aus dem Fränkischen spendieren diesen Knopfkopfhörern gleich vier Balanced-Armature-Treiber. Sie sollen einen erstklassigen, weil differenzierten Klang in allen Frequenzbereichen liefern. Wie und ob das gelingt, prüfen wir für Euch im Praxis-Check. Das Gerät richtet sich an Profi-Anwender im Bereich Monitoring und macht auch in Sachen UVP keine Kompromisse. Umso spannender ist es zu sehen, ob auch das Preis-/Leistungs-Verhältnis der HL 4410 noch in Ordnung geht.

Details

Der Umkarton der HL 4410 ist durch einen Magnetverschluss gesichert, der ordentlich "Zug" hat. Beim Aufklappen dieser Box kommt im Inneren ein sehr strapazierfähiges Case zum Vorschein. Boden und Deckel des Cases sind außergewöhnlich fest und schützen die teuren In-Ears perfekt vor äußeren Einflüssen. Am Zipper des Reißverschlusses ist eine Handschlaufe angebracht. Im Halbdunkel des Backstagebereichs muss also nicht umständlich nach dem Reißverschlussfuß gesucht werden, soll das Case geöffnet oder geschlossen werden. In den Schaumgummifächern des Case-Inneren sind die HL 4410 so gelagert, dass für Kabel und In-Ear-Gehäuse separate Fächer genutzt werden, das Kabel aber beim Verstauen der Kopfhörer dennoch nicht von diesen abgenommen werden muss.

Ein vergoldeter Adapter von Miniklinke auf Klinke liegt ebenso im Case bei wie zwei Behältnisse mit Cerumen-Wechselfiltern und Wechselstäbchen. Als weiteres Behältnis ist ein Kordeltäschchen aus Jeans-Stoff enthalten. Je drei beiliegende Paare Ohrpasstücke aus Silikon beziehungsweise Memory-Schaumstoff ermöglichen die individuelle Anpassung der Knopfkopfhörer an die Gehörganggröße. Ein Pflegetuch rundet den gut aufgestellten Lieferumfang ab.

Ergonomie und hochwertige Technik

Die Oberfläche der hier getesteten Kopfhörer ist schwarz und glänzt ähnlich einem Klavierlack. Dem Hörluchs-Onlineshop ist jedoch zu entnehmen, dass die HL 4410 ausschließlich mit glänzend grau transparenten Gehäusen sowie in mattem(!) Schwarz erhältlich sind. Davon ist das Äußere des Testgeräts jedoch weit entfernt. Kaufinteressenten sollten das wissen, um vom Finish der In-Ears nicht enttäuscht zu sein, sobald sie erst in den eigenen Händen liegen. Eine unauffälligere Variante in der Farbe Beige ist indes nicht im Programm.

Die Form der Hörluchs HL 4410 In-Ears hat der Hersteller mithilfe langjähriger Erfahrung im Bereich medizinischer Hörhilfen entwickelt. Dort werden für einen perfekten Sitz Ohrabdrücke genommen und in entsprechender Form Otoplastiken angefertigt. Dabei geht es nicht nur um den perfekten Sitz, sondern auch darum, wie der von den Membranen abgegebene Schall in die Gehörgänge gelangt. Hörluchs haben diese Anpassungen an das menschliche Ohr ausgewertet und ein Universal-Design entwickelt, das in der Anwendung dem Erlebnis einer maßangefertigten Otoplastik nahekommen soll.

Auch die Art der Treiber, die in den HL 4410 verbaut sind, ist typisch für Hörhilfen. Sie arbeiten nämlich mit aufwendiger Balanced-Armature-Technik statt mit dynamischem Prinzip. Die als besonders präzise geltenden BA-Treiber liefern in der Regel sehr fein auflösende Höhen, aber eher dezente Bässe. Im Praxischeck höre ich deshalb an diesen Stellen besonders genau hin.

Die In-Ears kommen mit einem etwa 1,60 m langen Wechselkabel. Es wird mit einem zweipoligen kleinen Stecker an ihre Gehäuse angeschlossen. Die offen liegenden Kontakt-Pins der Wechselkabelstecker sind ebenso vergoldet wie der Miniklinkenstecker am anderen Ende des Kabels sowie der beiliegende Klinkenadapter. Auch bei langjährigem Einsatz ist deshalb an keinem der offenliegenden Kontakte Korrosion zu erwarten. Apropos Kabel: Ohne Kabel kommen die In-Ears übrigens auf ein Gewicht von insgesamt gerade einmal 6 g.

Von Infra- bis Ultraschall

Beim Blick auf den Frequenzumfang der Hörluchs HL 4410 wird deutlich wieviel "mehr Sound" die Vier-Wege-Treiber gegenüber solchen Modellen der HL4-Serie bieten, die lediglich mit Drei-Wege-Treibern ausgestattet sind. Laut Herstellerangaben reicht der Übertragungsbereich der HL 4410 nämlich statt von 15-28.000 Hz immerhin von 10 Hz bis zu stolzen 35.000 Hz. Somit liefern die In-Ears bis in den Infra- und Ultraschallbereich hinein ein deutlich größeres Spektrum, als das menschliche Ohr für gewöhnlich erfassen kann (Quelle 1). Wie sich das beim Hören mit den HL 4410 auswirkt, wird ein interessanter Punkt des Praxis-Checks sein.

In Sachen Impedanz sollten die In-Ears mit den vom Hersteller angegebenen geringen 20 Ohm auch an leistungsschwachen Headphone-Amps gut dastehen. Ihr maximaler Schalldruck ist auf dem Papier etwas geringer als der ihrer kleineren Brüder der HL4-Serie, befindet sich mit offiziellen 130 dB SPL aber dennoch im Bereich der Schmerzschwelle des menschlichen Gehörs (Quelle 1).

Pro & Contra

  • gute Isolation
  • sehr ausgewogener Sound
  • immense Bass-Reserven
  • starke Transienten-Wiedergabe
  • hohe Lautstärken möglich
  • ausgefeilte In-Ear-Technik
  • inkl. Wechselfilter
  • optionale Wechselkabel erhältlich

  • keins

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