Gitarre Hersteller_Hughes&Kettner Genre_Metal
Test
1
18.05.2009

Sound und Praxis
Einschalten und loslegen war erst einmal nicht drin. Vor dem ersten Einschalten sollte man zuerst alle Gain- und Masterregler zurückdrehen, damit sich die Box nicht in Schall und Rauch auflöst. Gedacht, getan und mit einem Klick war ich im Reich des Triamp MK. II. Beginnen wir mit dem cleanen Bereich, dem Amp 1. Sound A ist ein ultracleaner Sound ohne Masterregler oder die Möglichkeit, den Sound anzuzerren. Hier fühlen sich Jazzer und Countrygitarristen am wohlsten. Von klinischer Sauberkeit ist jedoch nichts zu spüren, stattdessen ein schöner erdiger Röhrensound mit kräftigen Reserven.

Kanal B hingegen bietet das Ganze nun mit einem eigenen Masterregler. Man kann den Sound also schon in Grenzen verzerren und kommt in bluesige und countryrockige Bereiche, die sich leicht herb und lebendig präsentieren. Klanglich bewegen wir uns in einem Bereich zwischen Marshall und Fender, also sehr ehrlich und direkt. Der zweite Bereich, der hier „Amp 2“ genannt wird, bietet britische Zerre à la Marshall. Auch hier kommt das Brachiale der erhabenen Endstufe dem wirklich „Großen“ Sound dieses Topteils zugute. Wer heißgemachte Marshalls liebt, der wird hier seine wahre Freude haben. Klasse! Wie bei Amps dieser Güte ist jedoch der Spieler den Offenbarungen des Amps gnadenlos ausgeliefert, denn nichts wird beschönigt oder weichgespült. Für große Bühnen und fette Rockmucke ist das der Sparringspartner schlechthin. Im Kanal „B“ präsentiert sich der Ton etwas feiner in seiner Zerrstruktur und bietet mehr Sustain. Beide Sounds unterscheiden sich in Nuancen, wobei sich Kanal B besser für die Soloarbeit eignet.

Kommen wir nun zum „Modern Gain“ Bereich des Triamp II. Hier geht es um High Gain Sounds, die in ihrer Struktur noch feiner aufgebaut sind und einen eher amerikanischen Grundsound liefern. Kanal A bietet einen sehr direkten High Gain ohne Matschfaktor, ist also trotz viel Zerre immer durchsichtig und klar – bestens geeignet für Metal und Powerrock. Mit tiefer gestimmten Gitarren versteht er sich hervorragend. Auch hier klingt es sehr schön nach Röhre, und Angst vor einem billigen sirzigen Brutzelsound ist absolut kein Thema. Schaltet man nun auf Kanal B, wird der Sound sahniger und eignet sich wunderbar fürs Solieren. Beide Kanäle haben im High-Gain-Bereich die Nase ganz weit vorne und lassen sich mittels der Klangregelung unglaublich gut modellieren.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Vielseitigkeit
  • Sound
  • Verarbeitung

  • Recht hoher Preis

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