Gitarre Hersteller_Ibanez
Test
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22.05.2020

Ibanez GB10EM Test

Jazzgitarre

Budget-Benson

Mit der Ibanez GB10EM ist nun eine weitere Variation des George Benson Signature-Modells erhältlich. Nachdem 2016 die erschwinglichere GB10SE auf den Markt kam, folgt nun die noch preiswertere GB10EM. George Benson und Ibanez verbindet eine lange Zusammenarbeit. So ist die Jazzgitarren-Ikone ein Ibanez-Künstler der ersten Stunde, der bereits 1977 mit einem ersten Signature-Modell geadelt wurde, der GB10.
Die GB10 zeichnet sich durch einen für Archtops sehr kleinen Korpus aus und weist eine geringere Feedback-Anfälligkeit auf. Mit diesen Eigenschaften hat sie sich über die Jahre zu einem sehr beliebten Modell in der Jazzgitarrenszene entwickelt. Inwieweit die neue GB10EM dem Urmodell nacheifert, möchte ich heute herausfinden.

Details

Lieferumfang

Die Ibanez GB10EM kommt in einem einfachen Pappkarton ohne Koffer oder Tasche und hält neben einem Kärtchen, das über eine erfolgte Inspektion vor der Auslieferung informiert, Werkzeug, einen zweiten Gurtpin und Anleitungsmaterial zum Einstellen und Nachjustieren des Instruments bereit. Bei der ersten Begutachtung macht die Gitarre einen ordentlich verarbeiteten Eindruck und fällt durch ihr relativ geringes Gewicht von etwas über 2,5 kg auf.

Korpus/Elektronik

Vergleicht man die GB10EM mit dem japanischen Modell, das abgesehen von kleinen Änderungen seit 1977 identisch gebaut wird, fällt die dezent veränderte Korpusform auf. Aber auch bei den verbauten Hölzern und der Hardware gibt es Unterschiede. So kommt die neue GB10EM zwar auch mit einer Fichtendecke, verzichtet aber bei Boden und Zargen auf Ahorn zugunsten von Linde. Der auffällige Saitenhalter des Originals, bei dem man jeweils die drei Basssaiten und die drei Diskantsaiten in ihrem Winkel und damit in ihrem Anpressdruck auf die Stegeinlage justieren konnte, wurde außerdem durch ein einfacheres, mit Holz verkleidetes Exemplar ersetzt, das die Bezeichnung VT14W trägt. Auch bei der restlichen Hardware gibt sich die GB10EM etwas schlichter. Im Detail wird hier eine Floating Bridge aus Walnuss verbaut. Das Pickguard ist schlicht in Schwarz gehalten und die Hardware verchromt.

Auch die neue kleine Benson besitzt zwei schwebende Mini-Humbucker in Hals- und Stegposition, die am Schlagbrett fixiert sind. Geregelt werden die Pickups über zwei Volume und zwei Tone Potis. Ein Kippschalter aktiviert den jeweiligen Tonabnehmer oder schaltet beide in der Mittelstellung zusammen. Unser Testmodell kommt in der gelblich-warmen Farbgebung Antique Amber mit einem glänzenden Polyurethan-Finish. Alternativ ist die Gitarre auch in Jet Blue Burst erhältlich.

Hals

Der eingeleimte Hals der GB10EM wird ebenfalls nicht mehr aus Ahorn, sondern aus Nyatoh gefertigt. Das Griffbrett aus Walnuss ist mit 22 Medium-Bünden bestückt und wird von typischen Block-Inlays aus Acryl geschmückt. Die Mensur dieser Archtop beträgt 628 mm und die Saiten laufen über einen 43 mm breiten Sattel aus Kunststoff zu den Stimmmechaniken aus eigener Fertigung. Ab Werk kommt die Gitarre mit Flatwound Saiten aus dem Hause D'Addario in den Stärken .011" - .050".

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr gute Verarbeitung
  • gute Werkseinstellung
  • leichte Bespielbarkeit
  • authentischer Klang der Pickups
  • geringes Gewicht

  • Bünde nicht poliert

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