Gitarre Hersteller_Ibanez
Test
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09.01.2017

Ibanez OD850 Overdrive Test

Overdrive Pedal

Auferstanden aus Platinen

Der Ibanez OD850 Overdrive war Mitte der 1970er Jahre ein beliebtes Zerrpedal, das der japanische Hersteller jetzt in einer limitierten Stückzahl wieder auferstehen lässt. Die Neuauflage des nach wie vor begehrten Zerrers kommt nicht nur im authentischen Outfit, sondern ist laut Hersteller auch nach dem Schaltplan des Originals auf einer identischen Platine aufgebaut.

Zugeständnisse an die Neuzeit sind eine LED und ein 9-Volt-Anschluss für ein Netzteil, ansonsten soll alles beim Alten geblieben sein. Grund genug für einen Trip zurück in die Siebziger.

Details

Dem japanischen Traditionshersteller und Erfinder des legendären Tube Screamers gelingt mit dem OD850 der erste Eindruck, denn neben dem typischen 70er Design des Umkartons steckt auch das Pedal selbst in einer authentischen Behausung. Das massive Metallgehäuse wurde im damals äußerst beliebten Farbton Orange lackiert und mit einer passenden schwarzen Beschriftung versehen. Mit seinen 285 Gramm (inkl. Batterie) bei 122 mm x 71,6 mm x 55,4 mm (L x B x H) macht es einen super robusten und wertigen Eindruck. Die Abmessungen definierten damals zusammen mit den Pedalen von Boss den Standard und wer Effektpedale der 70er und 80er Jahre kennt, wird sich hier automatisch heimisch fühlen.

Die Bedienung fällt entsprechend simpel aus, lediglich drei Potis mit schwarzen Kunststoffknöpfen befinden sich im vorderen Drittel der Oberseite und lassen das Regeln von Sustain, Balance und Tone zu. Diese Bezeichnungen machen im ersten Moment stutzig, denn sie klingen nicht wirklich nach Verzerrer. Aber beschäftigt man sich mit den Parametern, die sich hinter den Potis verbergen, hellt sich das Ganze auf. Mit Sustain wird laut beigelegtem Faltblatt die Tiefe der Verzerrung gesteuert, was sich auch auf den Sustainpegel, die Unreinheit des Tons und die Ausgangslautstärke auswirkt. Übersetzt heißt das für mich, dass wir es beim Sustain-Poti mit dem Gain zu tun haben. Balance bestimmt dementsprechend die Ausgangslautstärke und Tone den Pegel der hohen Frequenzen, sprich, der Höhen. Eine rote LED zeigt den Betriebsstatus an, sobald das Pedal mit dem satt einrastenden Fußschalter aktiviert wird. Im deaktiviertem Zustand wird das Eingangssignal direkt an den Ausgang geleitet, das Gerät verfügt also über einen True Bypass.

Wie beim Original lässt sich auch die Neuauflage mit Batterie betreiben, dazu muss jedoch die Bodenplatte abgeschraubt werden. Dort befindet sich bereits ab Werk ein 9-Volt-Block und ein weiterer Blick zeigt, dass im Inneren des Zerrers recht viel los ist, denn neben den Platinen gibt es hier auch jede Menge Kabel. Offensichtlich ist das der Originalschaltung geschuldet, und apropos identisch: Natürlich ist der Signalweg komplett analog ausgelegt, ganz wie beim OD850 aus den 70ern.

Das Pedal wird in Japan gefertigt und macht einen sehr robusten Eindruck, verarbeitungsseitig ist alles tipptopp, daher geht es mit dem Praxisteil weiter.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • große Zerr-Vielfalt
  • Netzteilanschluss
  • True Bypass
  • gute Preis-Leistung

  • keins

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