Test
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14.09.2018

IKEA ENEBY20 und ENEBY30 Test

Bluetooth-Lautsprecher

Sound fürs Plattenregal, die Bude, draußen und unterwegs

Wenn IKEA Unterhaltungselektronik anbietet, sieht das Ergebnis oft eher nach Möbel als nach Elektronik aus. Meine erste optische Assoziation beim weißen ENEBY-Modell ist dann auch ein mit grobem Tweed-Stoff bezogenes, winzig kleines EXPEDIT-Regal. Und tatsächlich passt das große Modell ENEBY30 auch exakt in ein Fach dieser Regalserie hinein. EXPEDIT und sein Nachfolger KALLAS sind die Freunde aller (Vinyl-) DJs. Also rein in den Test.

Details

ENEBY kommt nicht unbedingt überraschend. Schon im letzten Jahr hatte IKEA in Sachen Audioequipment eine Kooperation mit den Landsleuten von Teenage Engineering angeteasert. Die ENEBY-Serie kommt in zwei Größen und Farben, für durchaus verschiedene Anwendungsbereiche: ENEBY30 für die Wohnung, ENEBY20 dank Akkubetrieb auch zum Mitnehmen. Sofort fällt der schlichte und minimalistische Look auf: quadratisch, flach, die abnehmbare Plastikgitterblende mit dezent strukturiertem Stoff bezogen. Ein runder, schlichter, gerasterter Endlosdruckregler ohne weitere Beschriftung ist das einzige Bedienelement. Er dient zum Einschalten und Einstellen der Lautstärke, regeln der Bass- und Höhenanteile und seine mittig eingesetzte Status-LED informiert über diverse Schaltzustände, zumeist weiß leuchtend oder blinkend, manchmal aber auch rot.

So minimalistisch die Boxen auch wirken, ein paar versteckte Einstellungsmöglichkeiten gibt es doch. Den Volume-Regler drei Sekunden lang drücken und wir können den Bass anheben oder absenken. Mit einem weiteren Druck gelangen wir in das Menü für die Höhen und mit noch einem weiteren Druck verlasen wir die Sound-Einstellungen wieder. Zum Ausschalten drückt man erneut den Volume-Regler. Nach 20 Minuten ohne Musikzufuhr stellt ENEBY von allein den Betrieb ein und schaltet sich ab.

Rückseitig gibt es Eingänge für das mitgelieferte Euro-Stromkabel und einen 3,5-Millimeter-Miniklinkenstecker. Vornehmlich soll der Sound aber kabellos per Bluetooth Version 4.2 übertragen werden. Beide ENEBYs sind „Mixed-Mono“-Speaker. Vinyl-DJs, die damit geliebäugelt haben, je eine ENEBY30 in zwei leere Fächer ihres EXPEDIT oder KALLAS-Plattenregals zu stellen und dann Stereo vom DJ-Mischpult anzusteuern muss ich leider enttäuschen.

Natürlich kann der Mixer per Stereo-Miniklinkenstecker angeschlossen werden. Der Lautsprecher erkennt den externen Eingang dann automatisch und deaktiviert die Bluetooth-Funktion. Aber richtiges Stereo ist das natürlich nicht. Die Talente der ENEBYs kommen eher dort zum Tragen, wo es um unkompliziertes Musikhören von mobilen Endgeräten geht.

ENEBY20

Die Kleine mit dem Tragehenkel kann über eine optionale 2600 mAH starke Akkubatterie auch netzunabhängig betrieben werden. Mit einer Größe von 20 x 20 x 8 cm, einem Gewicht von 1,5 kg (ohne Akku) und einer durchschnittlichen Laufleistung von ca. acht bis zehn Stunden (bei halber Lautstärke) bietet sie sich als kompakter „Speaker–to-go“ für Balkon, Garten und Park an. Mit ihrem 1-Zoll-Kalottenhochtöner und dem 3,2-Zoll-Bass-Speaker macht sie auch trotz des kompakten und flachen Gehäuses dank 15 Watt für Bass und fünf Watt für den Hochtöner ganz ordentlich Druck.   Die Box kommt übrigens im Lieferzustand ohne Griff. Mit dem beiliegenden Sechskantschlüssel kann man ganz IKEA-like die vorhandenen Plastikabdeckungen entfernen und den Henkel anbringen. Etwas basteln gehört anscheinend zur IKEA-Experience dazu. Das zusätzlich zu erwerbende Akku-Pack wird in eine Mulde an der Unterseite eingeführt, zum Öffnen der Abdeckung wird eine Münze benötigt. Besser so, wer möchte schon ständig mit dem IKEA-Sechskant unterwegs sein?

Hängt ENEBY20 an der Steckdose, wird das eingesetzte Akku automatisch geladen und die Status-LED leuchtet rot. Blinkt sie im Akkubetrieb rot, zeigt dies an, dass der Akku wieder geladen werden möchte.

ENEBY30

Bei der großen Schwester muss nichts gebastelt werden. Sie kommt betriebsbereit „out of the box“ und ist (wie bereits der Name verrät) mit 30 x 30 x 11 cm entsprechend größer – und lauter. Dafür sorgen allein schon die beiden von jeweils 15 Watt befeuerten 4-Zoll-Basslautsprecher, die den 12 Watt starken 1-Zoll-Kalottenhochtöner unterstützen. Wie bei ENEBY20 lässt sich das stoffbezogene Plastikabdeckgitter ruckzuck und ohne Sechskantschlüssel entfernen, sodass man statt Tweed die nackten Tatsachen – sprich: Speaker - sieht. Welchen Look man bevorzugt ist Geschmackssache.

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Pro & Contra

  • klares und ansprechendes Design
  • attraktiver Preis
  • einfache Benutzung
  • guter Klang
  • ENEBY20 mit Akku-Betrieb

  • ENEBY30 nicht mit Akku-Betrieb
  • Bluetooth-Verbindung bei einem Gerät im Test unzuverlässig

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