Test
5
31.08.2015

Imaginando TKFX Traktor Controller Test

DJ-App für iOS und Android

Treckerfahren smart gemacht

Das Schöne am bunten, großen App-Kosmos ist ja, dass jeder, der eine (mehr oder weniger) pfiffige Idee im Kopf hat und des Programmierens mächtig ist, sofort zur Tat schreiten und das fertige Produkt innerhalb kürzester Zeit unters Volk bringen kann. Dies hat gerade im Musikbereich für eine schier endlose Zahl an Programmen gesorgt, deren Spektrum von nutzlos bis unverzichtbar reicht. Die umtriebige portugiesische Software-Manufaktur Imaginando will uns mit ihrer App TKFX nun die Effektsteuerung von Traktor auf das Mobilgerät unserer Wahl bringen.

Details

Als passionierter Controller-DJ wird man sich an dieser Stelle vielleicht fragen, was das soll, denn die meisten Hardware-Controller verwenden nicht wenige ihrer zahlreichen Bedienelemente genau für dieses Thema: die Effektsteuerung. Allerdings sind den Möglichkeiten hier aufgrund der physikalischen Abmessungen des Befehlsgebers selbst natürlich enge Grenzen gesetzt. Daher hat sich bei den meisten Herstellern ein Mapping aus drei Potis etabliert, was naturgemäß nur einen Ausschnitt der verfügbaren Möglichkeiten widerspiegelt. Der Bedarf für eine dedizierte Steuerung ist also durchaus gegeben. Wenn sie dann noch auf iOS- und Android-Mobilgeräten lauffähig ist und einem die Entwickler eine echte Trialware zur Verfügung stellen, ist der Schritt zum „Kaufen-Button“ oft nicht weit entfernt. In TKFX darf der geneigte Anwender mit vollem Funktionsumfang alles ausprobieren, bis sich irgendwann ein Nagscreen meldet, der einem den Erwerb der Vollversion nahe legt, die mit 9,99 Euro zu Buche schlägt. Ob die gut investiert sind, erfahrt ihr nun.

Einrichtung

Typischerweise bedingt eine solche Remote-Verbindung die Installation einer Serversoftware, welche die vom Client (die App selbst) gesendeten Befehle entgegennimmt und sie in Standard-MIDI-Befehle übersetzt, die dann von der zu steuernden Anwendung (hier Traktor) verstanden werden. Diesen Job erledigt im Fall von TKFX das kleine Programm TKLINK, das man sich neben dem Traktor-Mapping von der Homepage des Herstellers herunterladen kann.

Auf Apple Rechnern ist außer dem Server selbst keine weitere Software erforderlich. Windows Rechner benötigen dagegen noch einen virtuellen MIDI-Port, der von vielen Freeware-Programmen wie beispielsweise LoopBe, virtualMIDI oder Midi Yoke bereitgestellt wird. Nachdem TKLINK installiert ist und läuft, gilt es lediglich noch, Traktor über den Controller Manager das entsprechende Mapping zu verabreichen.

Natürlich müssen auch das Endgerät, auf dem Traktor läuft, und das Steuergerät (Handy, Tablet) miteinander kommunizieren. Dies erfolgt entweder über eine kabelgebundene USB-Verbindung oder WLAN. Drahtlos stehen einem dann zwei Wege offen: einerseits das direkte Ad-hoc-Netzwerk, das sich unter MacOS und Windows relativ leicht etablieren lässt, andererseits der Weg über einen Router, der die Daten aller im selben Netz befindlichen Geräte entgegennimmt und verteilt.

Logischerweise arbeitet TKFX grundsätzlich mit der gleichen Aufteilung und Ausstattung wie Traktor. Also wahlweise einen oder drei Effekte pro Einheit, derer wahlweise zwei oder vier aktiviert werden können. Das Layout von TKFX lässt sich zwischen der Steuerung einer Effekteinheit oder dem Split in vier separate XY-Pads umschalten. Schauen wir uns den Einzeldeckmodus einmal im Detail an.

Entsprechend verhält es sich auch im Quad-FX-Betrieb, nur dass hier die Arbeitsfläche pro Effekt natürlich entsprechend kleiner wird. Welchen der üblicherweise drei Effektparameter man mit welcher Achse (X/Y/Z) der Pad-Fläche zu steuern gedenkt, lässt sich im Zuweisungsmodus festlegen. Hier sind auch Doppelbelegungen möglich.

Tipp: In der Praxis hat es sich als ausgesprochen nützlich erwiesen, den Z-Parameter, also die Erkennung, ob gerade ein Finger anwesend ist oder nicht, mit dem Befehl „Effekt On/Off“ zu verknüpfen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Umfassende Effektsteuerung möglich
  • Effekte gewinnen teilweise durch Touch-Bedienung
  • Trial-Version voll funktionstüchtig
  • Vier XY-Pads möglich

  • Keine Visualisierung der Parameter
  • Orientierung gewöhnungsbedürftig
  • Kommunikation stellenweise instabil

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X