Test
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28.07.2020

Praxis

Der DELTA-160 Digitalmixer wird über den Power-Taster auf der Gehäuseoberseite eingeschaltet, dazu muss der Taster länger als drei Sekunden gedrückt werden. Das Gleiche gilt für das Ausschalten des Mixers. Somit besteht nicht die Gefahr, den DELTA-160 unabsichtlich in den Feierabend zu schicken.

Drückt man den Power-Taster nur kurz, ist das Pult gesperrt (Lockscreen). Der Bildschirm schaltet sich aus, das Pult läuft aber im Hintergrund weiter. In diesem Zustand können auch keine Änderungen an der Fader-Position vorgenommen werden. Man kann zwar die Fader verstellen, drückt man aber wieder kurz den Power-Taster, dann fahren die Fader in ihre reguläre Stellung zurück und der Bildschirm erwacht. Soweit so gut.

Etwas unglücklich ist die Tatsache, dass im Lock-Zustand die Verbindung zum iPad abbricht. Das Tablet hält zwar die W-LAN-Verbindung zum DELTA-160, nur die App funktioniert im Lock-Zustand nicht. Erst wenn das DELTA-160 aus dem Lock Zustand erweckt wird, lässt sich wieder eine Verbindung zur App herstellen. Es wäre schön, wenn sich das ändern ließe.

Wo ich gerade am Meckern bin: Was den Einstieg ins Mixgeschehen unnötig erschwert, ist die Tatsache, dass viele Funktionen per Default ausgeschaltet sind. Beispiel: Die Aux-Sends für Monitorwege oder FX-Sends sind beim ersten Start deaktiviert. Als User wundert man sich, wenn man die Fader hochschiebt, dass am Ausgang kein Signal anliegt. Das wird erst hörbar, wenn man die Aux-Sends via Taster aktiviert.

Schön, dass man in jedem Kanal ein Gate und einen Kompressor findet. Die Einstellmöglichkeiten sind bekannt und die Dynamik-Abteilung ist durchaus brauchbar. Es gibt zwar eine Library, in der der User eigene Presets ablegen kann. Werks-Preset oder passende Voreinstellungen für die üblichen Signale (Vocals, Bass Drum, Bass usw.) sucht man allerdings vergebens. Das Gleiche gilt auch für Kanal-EQs.

Effekte, Kanäle und Struktur

Die Mixmöglichkeiten des DELTA-160 sind durchaus ansprechend. Ich notiere je zwei Effektmodule für Modulationseffekte, Hallräume, Delays und zwei 31-Band-GEQs. Diese Module lassen sich in der Summe, den Bussen und einzelnen Kanälen insertieren. Wer den klassischen Send-Effekt bevorzugt, der insertiert die Hall- und Delay-Effekte vorzugsweise in die vier vorhanden Stereo-Busse und schickt den Hall-Anteil aus den Kanälen über FX Sends dorthin. Auch diese Busse wollen erst einmal eingeschaltet sein, damit das Effektsignal hörbar wird.

Der Mixer verfügt über eine recht starre Struktur. Layer 1 bedient die Eingänge 1 – 8, Layer 2 die Kanäle 9 – 16, während das dritte Layer die Ausgänge/Busse 1 – 8 (6 x Aux plus Summe L/R) adressiert. Der DELTA-160 verfügt allerdings als einer der wenigen Mixer in dieser Preisklasse über „Custom Output Patching“. Ihr könnt damit selbst entscheiden, welche Ausgangssignale die acht XLR-Out-Buchsen und die digitalen Schnittstellen ausspielen sollen.

Kanäle für einen Zuspieler braucht man eigentlich nicht zu „verbraten“, da der integrierte USB-Media-Player viele bekannte Audiodateiformate akzeptiert. Gut, dass er auch Wav-Files abspielt, ansonsten wäre eventuell ein Qualitätsunterschied zu den Live-Eingängen hörbar. Beim Ausprobieren wird klar, der DELTA-160 klingt wirklich gut! Ob es an der internen 192-kHz-Audioverarbeitung, den Preamps oder der Summierung des Mixers liegt, kann ich im Detail nicht sagen. Der Mixer klingt jedenfalls sehr aufgeräumt und sauber.

Samplerate, Bedienung und Co.

Stichwort Samplerate: Die AES/EBU- und die S/PDIF-Schnittstellen können ihre Signale nur in 44.1 oder 48 kHz ausspielen. Die 192 kHz stehen nur für die interne Audioverwaltung zur Verfügung.

Ein Wort zur Bedienung: Ich finde gesuchte Funktion fast immer dort, wo ich sie auch intuitiv vermuten würde. Alles, was ich nicht auf Anhieb finde, befindet sich in der Auswahl „System“ oder „Setup“. Wie der Frequenzoszillator, der sich hinter dem System-Tab versteckt.

Die Kanalausstattung bietet den professionellen Standard. Einen Vierband-EQ plus Low Cut, ein Noise Gate und einen Kompressor. Alles von guter Qualität, damit lässt sich arbeiten. Ein hochwertiger Mixer, einfach zu bedienen und mit guter Hardware ausgestattet. Aufgrund der begrenzten Kanalzahl ist der DELTA-160 eher für die kleineren Band-Jobs prädestiniert. Aufgaben wie Sprachbeschallung, Messeeinsatz, Schulbetrieb oder als Installationsmixer für Clubs oder Kabaretts deckt der Kandidat ebenfalls souverän ab. Für den Einsatz im Proberaum nicht uninteressant: Über den freien USB-Port kann man die Stereosumme des Mixers aufzeichnen. Multitrack-Recording ist mit dem DELTA-160 allerdings nicht möglich.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • einfache Bedienung
  • guter Sound (192 kHz interne Signalverarbeitung)
  • 7-Zoll-Touchscreen
  • 9 Motorfader
  • speicherbare Preamp-Einstellungen
  • S/PDIF
  • AES/EBU-Ausgang
  • WiFi-Dongle im Lieferumfang
  • USB-2-Track-Aufnahme und -Wiedergabe
  • fernbedienbar über iOS-App

  • Remote App nicht für Android verfügbar
  • lange Boot-Zeit

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