KC_Keyboard_Controller KC_einfach
Test
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12.05.2011

Praxis

Meine Damen und Herren, ich möchte ihnen eine Überraschung ankündigen, die eigentlich gar keine sein sollte: Die Tastatur des Infrasonic M49 ist gut! Warum das eine Überraschung sein soll?
Wir haben ja nun bei bonedo eine ganze Reihe von Controllerkeyboards in dieser Preisklasse getestet und die billig-Tastaturen, die hier überall verbaut werden, reichen auf meiner persönlichen Tastatur-Skala von „unspielbar“, „dynamisch unkontrollierbar“ bis zu „einfach nur schwabbelig“.

Unter 200 Euro bekommt man schlicht keine vernünftige - zwar gibt es das Roland A500S für 139 Euro, das hat aber kaum Controller. Von daher ist das M49 hier die rühmliche Ausnahme: Es lässt sich gut spielen, die Tasten geben angenehmen, aber nicht übertriebenen Widerstand, die Dynamik ist gut kontrollierbar.Also, qualitativ kann dieses Keyboard hier mit teureren Kollegen z.B. von Roland Cakewalk oder Novation mithalten. Auch wenn mein Testgerät in der Mitte eine „Zahnlücke“ aufweist.

Kommen wir nun zu den Controllern.

Die acht Potis sind jeweils doppelt belegt. Per „Group“ Taster wird hier hin-und hergeschaltet, sodass man damit insgesamt 16 Controllernummern steuern kann. Mit ihnen können entweder auf demselben MIDI-Kanal 16 verschiedene Parameter gesteuert oder auf 16 verschiedenen MIDI-Kanälen dieselbe Controllernummer gesendet werden. Ein Leuchtring um jeden Regler zeigt an, wenn dessen Position dem aktuellen Wert des gesteuerten Parameters entspricht. Das hilft, Parametersprünge zu vermeiden, wenn man zwischen den Gruppen wechselt.

Ihre Belegung lässt sich selbstverständlich nach Belieben ändern, und dies geht auch ohne Editor-Software am Gerät selbst. Ganz ohne Bedienungsanleitung kommt man hier zwar nicht aus, aber die Programmierung geht recht einfach. Die Anleitung ist recht ausführlich, wenn auch nur als englischsprachiges PDF-File verfügbar. Auf jeden Fall wurde auf kryptische Tastenkombinationen und Werteeingabe über die Keyboardtastatur verzichtet. Da ich das bei Konkurrenzmodellen oft umständlich finde, freue ich mich hier darüber. So lassen sich beim M49 z.B. Transpose und MIDI-Kanal über die Buttons einstellen, während man auf der Tastatur spielt.

Es gibt aber auch eine Editor-Software, die die Bedienung wesentlich komfortabler macht.
Mit ihr lassen sich dann auch M49-Programme auf dem Computer abspeichern, denn eigene Programmspeicherplätze hat das Keyboard nicht.

Der Joystick kann entweder als Ersatz für die Spielhilfen dienen (mit Pitch-Bend auf der Y- und Modulation auf der X-Achse) oder die Maus des Computers ersetzen. Der Mauszeiger in meinem Logic reagiert auf jeden Fall auf den Joystick und fährt wie ein ferngesteuertes Auto durch die Gegend. Da sich der Stick drücken lässt, kann man auch Sachen anklicken. Allerdings geht die Steuerung mit einer echten Maus oder dem Mousepad des Laptops wesentlich schneller als mit dem Joystick, von daher stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit dieser Funktion. Aber egal, im Normalfall wird man hier wohl sowieso eher Pitch und Modulation konfiguriert haben.

Das X-Y Pad ist ein Controller, den ich bisher bei keinem anderen Controller-Keyboard gesehen habe.
Es lassen sich zwei Controllernummern zuordnen, eine für die X- und eine für die Y-Achse. Die Werte reagieren zwar nicht besonders kontrolliert und hüpfen ziemlich durch die Gegend, aber für Effekte à la Chaospad ist das ein ganz lustiges Spielzeug.

Pro & Contra

  • gute Tastatur
  • preiswert
  • Design
  • Joystick
  • X-Y Pad
  • Panic Button

  • teilweise billig verarbeitet

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