Software
Test
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06.12.2011

Inklen Tonetable Test

iPad Timecode-Generator

Wenn das Ton-Tablet zum DVS-Turntable mutiert

Bisher haben wir ja schon einige interessante Apps für iOS vorgestellt. Nach Fernsteuerungen, Emulatoren, Sequenzern und virtuellen Instrumenten hat es das iPad nun auf den geliebten Plattenspieler abgesehen. Wer nun behauptet, das sei ja nicht wirklich neu, denn es gibt bereits seit längerem Turntables-Apps, die MP3s abspielen, liegt absolut richtig. Nur lassen sich mit Tonetable eben keine Musikdateien abspielen.

Tonetable ist ein Programm der Firma Inklen und simuliert einen Plattenteller mit einer zeitcodierten Schallplatte. Sie soll die Steuerung eines DVS-Systems wie Traktor, Serato oder Mixvibes übernehmen. Wem bei diesem Gedanken das Entsetzen ins Gesicht geschrieben steht,  dem ergeht es fast wie mir, als ich zum ersten Mal von der App hörte. Denn die Skepsis ist bei solchen Programmen in aller Regel erst einmal hoch, vor allem für Leute, die mit Schallplatten aufgewachsen sind und dem Vinylkult bis heute frönen. Softwaredecks steuern, Pitchen, Pitchbend & Scratchen – das verspricht der Testkandidat. Doch gibt es da nicht oftmals Timing-Probleme mit DJ-Apps aufgrund der drahtlosen Kommunikation? Wieder richtig, nur im Gegensatz zu den Wireless-Apps wird hier nicht über Funk kommuniziert, sondern ganz klassisch über Kabel, genauer: über den Kopfhörerausgang in die Soundkarte. Wenn das dann nicht doch spannend klingt…

DETAILS

Beim Start öffnet sich der Hauptbildschirm, der zu knapp zwei Dritteln von der virtuellen Schallplatte ausgefüllt wird. Ein Tipp: Falls ihr am Tag zuvor noch einen Blockbuster angesehen habt, fahrt zur Sicherheit die Lautstärke herunter, bevor ihr auf die Abspieltaste drückt. Denn dann beginnt das Vinyl zu rotieren und das typische Timecode-Fiepen ertönt aus den iBoxen. Auf der linken Seite wird der Pitchfader eingeblendet (+/-). Er ist standardmäßig auf acht Prozent eingestellt. Mit der virtuellen Faderkappe unter den Finger geht’s gen Norden oder Süden, um die gewünschte Geschwindigkeit einzustellen. Dabei haben sich die Entwickler ein gelungenes System ausgedacht: Greift man direkt auf die Cap und zieht dran, erfolgt der Pitchvorgang eher schnell und äquivalent zur Fingerposition. Fasst man in einiger Entfernung auf den Seitenstreifen, erfolgt die Tempoänderung relativ zur Fingerposition und das weiße Quadrat bewegt sich deutlich langsamer – sozusagen ein Fine-Pitch-Mechanismus mit Auflösung von 0,01 Prozent. Persönlicher Eindruck: Pitch gelungen. Solange der Tempofader sichtbar ist, erscheinen anstelle des PLAY-Buttons zwei sensitive Bereiche mit den Zeichen Plus und Minus. Sie übernehmen die Funktion von Pitchbend-Buttons und beschleunigen oder bremsen den Teller, solange sie gedrückt sind mit ansteigendem Wertezuwachs.

Der letzte Button im Bunde öffnet das Einstellungsmenü, welches unter anderem Zugriff auf die Trägerfrequenz und die Abspielgeschwindigkeit (33 & 45) gibt. Ferner ist eine individuelle Färbung des Labels, des Vinyls und der Marker möglich. Der Import eines Jpegs als Aufdruck ist aktuell noch nicht implementiert.

Pro & Contra

  • Mehrere Timecode Simulationen
  • Präziser virtueller Pitch
  • Frei skalierbare Plattengrößen
  • Notfall-Turntable-Ersatz

  • Keine Needledrop oder Reset
  • Kein Nudging
  • Keine Cuepoints

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