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10.02.2019

Jam-Tracks Vol. 10 - Die II-V-I-Verbindung in Moll für die Gitarre

Gitarren-Workshops: Jam- und Backing-Tracks zum Solo-Üben und Jammen

In der zehnten Folge unserer Jam-Track-Serie geht es um die II-V-I-Verbindung in Moll. Nachdem wir uns kürzlich schon mit der 2-5-1 Kadenz in Dur beschäftigt haben, soll natürlich auch die Moll-Variante nicht zu kurz kommen. Diese Akkord-Verbindung ist im Jazz ebenfalls sehr beliebt und auch in vielen Jazz-Standards zu finden.

Auch wenn ihr euch beim Üben weniger für Jazz interessiert, kann es dennoch nicht schaden, das hier vorkommende harmonische Material eingehend zu studieren. Besonders die Auflösung der Dominante in die Moll-Tonika ist musikalisch absolut elementar und sollte unbedingt genauer beleuchtet werden.

Bevor wir uns dem verwendeten Skalenmaterial widmen wollen, kommen hier zunächst sechs Tracks in unterschiedlichen Tonarten. Grundlage ist ein smoother Funk Groove, der absolut dazu einlädt, mit verschiedenen improvisatorischen Ansätzen zu arbeiten.

Doch dazu gleich mehr.

Jamtrack II V I (A-Moll) - Basistonart: A-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | Bm7b5 | E7 | Am7 | Am7 |



Jamtrack II V I (C-Moll) - Basistonart: C-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | Dm7b5 | G7 | Cm7 | Cm7 |



Jamtrack II V I (G-Moll) - Basistonart: G-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | Am7b5 | D7 | Gm7 | Gm7 |



Jamtrack II V I (D-Moll) - Basistonart: D-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | Em7b5 | A7 | Dm7 | Dm7 |



Jamtrack II V I (F-Moll) - Basistonart: F-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | Gm7b5 | C7 | Fm7 | Fm7 |



Jamtrack II V I (E-Moll) - Basistonart: E-Moll - Tempo: 100 BPM

Akkordfolge: | F#m7b5 | B7 | Em7 | Em7 |



Skalen/Improvisatorischer Ansatz

Wenn ihr mit den verschiedenen Dominantskalen noch nicht vertraut seid, ist es absolut legitim, zunächst nur mit der Moll-Pentatonik oder auch der Moll-Bluespentatonik über das Akkordmaterial zu improvisieren.

Im Pentatonik-Workshop erfahrt ihr dazu, wie ihr die Pentatonik auf dem ganzen Griffbrett meistern könnt:

Workshop

Ganz einfach Pentatonik-Fingersätze lernen und anwenden

Auch die aeolische Moll-Tonleiter der jeweiligen Grundtonart ist bestens geeignet und beinhaltet außerdem schon einige wichtige und spannende Töne in Bezug auf die V. Stufe der Akkordfolge. Im Gegensatz zur II-V-I in Dur, der nur diatonisches Akkordmaterial zugrunde liegt (Akkorde, die sich alle aus der gleichen Skala bilden lassen), stammt die Dominante in Moll aus einer anderen Skala, nämlich aus Harmonisch Moll. Im Bezug auf die Dominante haben sich zudem aber auch noch andere Skalen etabliert, die für Spannung sorgen.

So ist es in diesem Kontext absolut empfehlenswert, die alterierte Skala genauer zu untersuchen, die sich aus dem Universum der Melodisch Moll-Skala herleiten lässt.

Wie sich die Harmonisch Moll-Skala zusammensetzt und was es mit Melodisch Moll auf sich hat, verrät euch unser Harmonielehre-Workshop #5:

Doch keine Sorge, man braucht kein ganzes Gitarrenstudium, um diese Akkordverbindung zu bewältigen. Wir gehen noch einmal einen Schritt zurück und schauen uns nur die Vierklänge (Arpeggios) der einzelnen Stufen an. Genau wie bei der II-V-I in Dur ist es auch hier ratsam, diese auf dem Schirm zu haben, um melodisch stimmige Lines zu bilden.

In unserer ersten Tonart A-Moll werden die folgenden Vierklänge auf den Stufen gebildet.

Bm7b5

Intervall 1 b3 b5 7
Töne B D F A

E7

Intervall 1 3 5 7
Töne E G# B D

Am7

Intervall 1 b3 5 7
Töne A C E G

Besonders die Terz und Septime geben sich dabei ausdrucksstark und sollten in den Fokus genommen werden.

Die zweite und die erste Stufe stammen aus der aeolischen Moll-Skala, die auch als reine Moll-Skala bekannt ist. Wie schon erwähnt, kann man diese Skala über beide Akkorde verwenden. Erklingt die Dominante, sorgen dann die folgenden zwei Dominant-Skalen für Spannung.

E7 - Harmonisch Moll (fünfte Stufe):

Intervall 1 b2 3 4 5 b6 7
HM5 Skala E F G# A B C D

E7 - Alterierte Skala

Intervall 1 b2 3 4 5 b6 7
HM5 Skala E F G G# Bb C D

Anwendung in der Praxis

Am Ende des Tages macht es Sinn, sich einen gesunden Mix aus verschiedenen Ansätzen zu eigen zu machen. Der groovige Style der vorliegenden Backing Tracks schreit dabei eigentlich förmlich nach einer bluesigen Spielweise. Scheut euch also nicht, eure Moll-Bluespentatonik absolut auszureizen.
Um eure Lines dann ausdrucksstärker zu gestalten, können die Arpeggios (Vierklänge) ein sehr gutes Hilfsmittel sein. Schlussendlich könnt ihr mit den erläuterten Dominantskalen auf der fünften Stufe noch ein weiteres Feuerwerk zünden. Es lohnt sich übrigens auch hier II-V-I Linien renommierter Spieler zu studieren.

Und nun viel Spaß beim Jammen!

Veröffentlicht am 10.02.2019

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