Gitarre
Test
1
20.12.2017

Jetslide Brass Test

Messing-Slide

Kunst-Stick

Beim Jetslide Brass handelt es sich um einen innovativen Messing-Slide, der dem Spieler die Freiheit lässt, entweder dem typischen Bottleneck-Sound zu frönen oder mit der Greifhand wie gewohnt seine Akkorde und Licks zu spielen. Auch wer sich seinen herkömmlichen Bottleneck optimal zurechtlegt, muss beim Wechsel eine kleine Pause in Kauf nehmen, sogar, wenn alles problemlos verläuft. Ansonsten sind kürzere Varianten eine mögliche Wahl, die aber nicht großflächig einsetzbar sind. Genau an dieser Stelle verspricht das Jetslide Abhilfe.

Das Konzept von Jetslide ist so einfach wie clever, und die Handhabung ähnelt von ferne der des Shubb Axys Reversible Slide. An einem schmalen Ring ist ein runder Messingstab befestigt, der das eigentliche Slide darstellt, darauf eine Fingerauflage aus Stahl und zusätzlich ein kleines Plateau, der beim Drehen hilft und auf dem der Nachbarfinger platziert wird, der für mehr Kontrolle sorgt. Am Knöchel ist der Slide nach oben gekrümmt, was ihn davon abhält, sich beim Spielen wegzudrehen. Der Ring, den man am Finger trägt, ist nicht ganz geschlossen, sodass ein Aufdehnen möglich ist, sollte er nicht genau passen.

Details & Praxis

Das Jetslide Brass ist eher ein schmaler Tone-Bar als ein Bottleneck und das Tragen an einem Ring lässt den restlichen Finger frei. Schaut beim normalen Spielen das Jetslide in Richtung Handrücken, dreht es der kleine Finger durch Drücken auf die abstehende Fingerauflage unter die Hand und damit auf die Saiten. Der Wechsel muss eine Weile geübt werden und natürlich entsteht eine minimale Pause, aber mit der Zeit geht es immer schneller.

Der Sound, den dieses Slide erzeugt, ist voll und extrem bluesig. Es produziert ziemlich viele Nebengeräusche, was einerseits unangenehm sein kann, gerade auf der Akustikgitarre, aber manchmal muss es vielleicht genau dieser eher erdige Klang sein. Obertonreich in den Höhen und Mitten gleitet man über die Saiten, obwohl es manchmal schwierig ist, schnellere Passagen auszuführen, weil man mit der kleinen Auflagefläche nicht ganz so weich über die Saiten rutschen und unter Umständen auch kurz mal hängenbleiben kann. Auf der E-Gitarre und gerade mit einem Drive-Pedal wird aber ein sehr satter Sound erzeugt. Ist das Jetslide vom Griffbrett weggedreht, ist es problemlos möglich, sogar Barré-Akkorde zu greifen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • blitzschneller Wechsel vom Greifen zum Slide
  • innovatives Konzept
  • solide Verarbeitung
  • fetter bluesiger Sound

  • viele Nebengeräusche
  • schnellere Läufe schwieriger

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X