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Test
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11.08.2020

JHS Pedals Colour Box V2 Test

Preamp / EQ / DI-Box

Signal-Werkzeugkiste

Die JHS Pedals Colour Box V2 fungiert als Preamp, EQ, DI-Box und sogar als Zerrpedal. Das Multifunktionswerkzeug der Tüftler aus Kansas City, USA, erblickte erstmals 2012 das Licht der Welt und wurde nun noch einmal im Funktionsumfang erweitert. Bei der Entwicklung hatte Mastermind Josh Scott ein Pedal im Hinterkopf, das den legendären DI-Sound der alten Neve-Konsolen einfangen sollte. Wie sich zeigte, stieß diese Idee nicht nur in der Gitarren- und Bassgemeinde, sondern auch bei Produzenten auf offene Ohren.
Neben einem semiparametrischen Dreiband-Equalizer bietet die JHS Pedals Colour Box V2 nun auch die Möglichkeit, Phantomspeisung an Kondensatormikrofone weiterzuleiten, weist zudem einen deutlich größeren cleanen Headroom auf und lässt sich mit einem Standard-9V-Netzteil betreiben. Wir dürfen also gespannt sein!

Details

Lieferumfang

Die JHS Pedals Colour Box V2 kommt erfreulicherweise mit einer englischen und deutschen Bedienungsanleitung, die den Käufer mit den Funktionen des Pedals vertraut macht. Wie von JHS Pedals gewohnt, ist auch die Colour Box V2 absolut hochwertig verarbeitet. Aufgrund ihres Funktionsumfangs fällt das Pedal verständlicherweise mit den Maßen von 144 x 97 x 66 mm (TxBxH) etwas ausladender aus als manch anderes Bodenpedal und bringt dabei knapp 600 g auf die Waage.

Funktionsaufbau

Die Preamp-Sektion des Pedals zeigt sich mit drei roten Potis. Ähnlich wie beim Neve-Vorbild, kann dabei mit dem Step-Poti in fünf Schritten die Eingangsverstärkung eingestellt werden, die von +18 dB bis +39 dB reicht. Das Pre-Vol-Poti sitzt im Signalweg zwischen der Eingangsverstärkung und dem Master-Level und ist für die Färbung bzw. die Verzerrung verantwortlich. Die Intensität der Verzerrung richtet sich danach, wie hoch die Eingangsverstärkung vorab eingestellt wurde. Möchte man ein sauberes Signal, empfiehlt es sich, das Pre-Vol-Poti eher zurückhaltend einzustellen. Mit dem Master-Poti wird schlussendlich die Stärke des ausgegeben Signals justiert. Zusätzlich zur eigentlichen Preamp-Sektion bietet die neue Version des Preamps nun noch einen Hi/Lo-Kippschalter, mit dem noch einmal zusätzlich die Eingangsintensität vorab festgelegt wird. Die Lo-Einstellung bietet einen großen Clean-Headroom. Für viel Verzerrung und fuzzige Anteile bietet sich der Hi-Modus an. Ein High-Pass-Filter wird über einen Kippschalter aktiviert und beschneidet die tiefen Frequenzen mittels eines weiteren Potis von 160 Hz - 650 Hz um 6 dB.
Wer mit Mischpulten vertraut ist, wird sich ansonsten mit dem Dreiband-EQ schnell zurechtfinden. Dabei können die drei Bänder nicht nur um 15 dB angehoben oder abgesenkt, sondern in ihrem Frequenzbereich, wie folgt, variabel eingestellt werden:

  • Treble: 1 kHz - 15 kHz
  • Mid: 160 Hz - 2,5 kHz
  • Bass: 20 Hz - 400 Hz

Über eine Kombibuchse auf der rechten Seite kann das Pedal sowohl mit einem Mikrofonsignal als auch einem Instrumentensignal versorgt werden. Welche Eingangsquelle man nutzt, wird zuvor über einen eingelassenen Schalter bestimmt. Für Mikrofone mit viel Output lässt sich außerdem ein -20 dB-Pad aktivieren. Neu hinzugekommen ist außerdem die Möglichkeit, Phantomspeisung von einem externen Mischpult oder einem Audiointerface über die Colour Box an das angeschlossene Mikrofon weiterzuleiten. Somit können nun auch Kondensatormikrofone oder aktive Bändchenmikrofone mit dem Gerät kombiniert werden. Das Pedal bietet einen Line-Ausgang und einen XLR-DI-Ausgang, die sich parallel betreiben lassen. Das Netzteil wird an der Stirnseite angeschlossen.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • hochwertige und robuste Verarbeitung
  • hohe Klangqualität
  • musikalisch arbeitender EQ
  • praxisgerechte Anschlussmöglichkeiten
  • vielseitig einsetzbar

  • keins

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