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11.08.2020

Kaufberater: Die besten Grooveboxen für Liveacts, DJs und Studio

Hardware-Sequencer mit Drummachine, Synthesizer und Bassgenerator für Live-Performance und Beat-Production im Vergleich

Als 1996 die MC-303 auf den Markt kam, eine Kombination aus Drummachine, Synthesizern und Hardware-Sequencer, nannte Roland dieses Produkt „Groovebox“ und definierte damit ein neues Musikinstrumentengenre. Viele Jahre lang brachten Roland und andere Firmen wie Yamaha und Korg immer neue „Grooveboxen“ auf den Markt, bis der Preisverfall von Laptops und die Veröffentlichung von Ableton Live im Jahre 2003 den Hype zum Abklingen brachten. Doch in den letzten Jahren hat sich wieder etwas getan: Gerade die Korg Volca Serie hat das Interesse an kleinen charakterstarken Hardware-Geräten neu entfacht und so gibt es mittlerweile – auch dank höherer CPU-Power – sehr mächtige und inspirierende Groove-Kisten, die gerade auf der Bühne sehr effektiv sind, ob nun in Verbindung mit Software-DAWs oder standalone.

Wir wollen euch in diesem Berater die interessantesten Produkte dieser Gerätekategorie vorstellen. Reine Drummachines lassen wir außen vor, denn eine Groovebox zeichnet sich dadurch aus, dass mit ihr neben Drums auch Bass und Melodien machbar sind. Ebenso verzichten wir auf computergestützte Lösungen wie NI Maschine oder Arturia Spark: Willkommen im „Standalone-Komplex“!

Grooveboxen bis 350,- Euro

Günstige Grooveboxen sind klein. Limitiert. Und machen gerade deswegen viel Spaß. Ob nun als kleine Jam-Maschine für kreative Loops, Sidekick für die Live-Performance oder musikalischer Urlaubsbegleiter: Alle hier vorgestellten Grooveboxen unter 350,- Euro bringen viel Bang für wenig Bucks.

Novation Circuit

Mit einigen interessanten Firmware-Updates hat Novation aus der Spaßbox Circuit in den letzten fünf Jahren ein richtig brauchbares Grid-basiertes Instrument für kleines Geld gemacht. Circuit hat eine simple Drummachine mit vier Sample-Parts und zwei Synth-Engines aus dem Novation MiniNova an Bord

Zwei Effekte, Side-Chain-Routing, ein Chord-Modus und acht Endlosdrehknöpfe erlauben spontanes Sounddesign, die clevere Farbkodierung der RGB-Pads lassen verschmerzen, dass es kein Display gibt. Circuit ist batteriebetrieben, extrem portabel und somit überall dabei und wird auch oft als zusätzliche Klangoption auf der Bühne gesichtet.

Novation Circuit kann mit dem Browser-basiertem Editor verwaltet und mit neuen Sessions, Samples und Patches beladen werden. Wer noch tiefer tauchen will, benötigt den Isotonik Computer Editor, der das volle Potential dieser kleinen Rampensau offenbart.

Elektron Model:Samples

Elektron haben das Konzept des Digitakt auf ein flaches weißes Tablet mit vielen Schaltern und Potis heruntergedampft, mit denen man sehr direkt spielen und schrauben kann. Ursprünglich limitiert auf ein einziges Sample für jeden der sechs Tracks, ist das seit den letzten Updates auch kein Thema mehr: „Sample Lock“ gestattet individuelle Samples pro Step, insgesamt 26 Samples pro Pattern. Und als Audiointerface für den Laptop kann man den Model:Samples ebenfalls nutzen. Der kleine Schwede ist eine gelungene, kompakte Groovebox mit viel Mehrwert zum kleinen Preis.

Korg Volca Sample

Der Volca-Sample ist keine Groovebox im eigentlichen Sinne, kann aber dank Samples mehr als nur Drummachine sein. Die 100 Samples im 4 MB großen Speicher können gegen eigene ausgetauscht werden. Mit dem „Pajen-Hack“ steht über eine inoffizielle neue Firmware sogar Polyphonie und mehr zur Verfügung.

 

 

 

Korg NTS-1 mit Sinevibes Groove Modul

Der winzige digitale DIY-Synthesizer Korg NTS-1 wird mit dem „Groove“-Modul des ukrainischen Entwicklers Sinevibes zur kleinsten und günstigsten multitimbralen Drums-Percussion-Bass-Mini-Lowcost-Groovebox.

Für zusammen gerade mal 171,- Euro bekommt man ganz viel abgefahrenes Klangpotential wortwörtlich in die Hand gedrückt. Mit seiner richtig guten Preset-Library und druckvollen Ausgangsstufe macht der Winzling auch richtig Druck.

Übrigens: „Groove“ kann auch mit dem Korg Prologue und minilogue xd betrieben werden.

 

 

 

Second Hand Tipp: Ältere Korg Electribes

Die erste Electribe-Serie von Korg trug 1999 enorm zum Groovebox-Hype bei. Drei Spezialisten mit sehr ähnlichem Plastikgehäuse und Bedienkonzept gingen an den Start: die Synth-Groovebox EA-1, der Sampler ES-1 und der Drumcomputer ER-1, ein Teil mit vier unbhängigen Percussion-Synthesizern und einigen Samples, den ich immer noch gern für Livejams benutze. 2003 schob Korg Mk.2-Versionen im stabilen Metallgehäuse nach. Alle älteren Electribes sind für 200,- bis 300,- Euro gebraucht erhältlich und bieten immer noch guten Sound und sehr viel Spielspaß.

Wer erst mal virtuell ausprobieren möchte: Einige Electribes gibt es auch mit grundsätzlich identischer Bedienung zum Preis von ein paar Euro für iPad (iElectribe, Electribe Gorillaz Edition, iElectribe Wave) und iPhone (ER-1, iElectribe Wave).

Herstellerseite Korg

Grooveboxen bis 600,- Euro

Etwas teurer, vor allem aber spezialisierter: im Mittelklasse-Segment tummeln sich verschiedenste Grooveboxen für sehr unterschiedliche Aufgaben.

Polyend Tracker

Firma aus Polen ist mit seiner vertikalen Timeline und dem großen Display eine Reminiszenz an die Raster-Sequencer für den Commodore Amiga Heimcomputer, mit denen Anfang der 90er-Jahre auch einige frühe Technohits entstanden.

Polyend holen das verlorene Konzept sehr liebevoll back to the future und haben mit dem Tracker eine stylische Groovebox mit Sampler, Wavetable- und Granular-Synthese geschaffen. Nicht für jeden, aber für manche ein wahrgewordener Traum.

 

 

 

1010music blackbox

Klein, aber oho! Diese winzige Kiste kombiniert die Eigenschaften eines Phrase-Samplers und einer Sampling-Drummachine. Bis zu 16 Samples können mit 24 Bit und 48 kHz temposynchron geloopt oder chromatisch gespielt werden. Die Blackbox kann selbst sampeln oder von einer microSD-Card befüllt werden. Sie beherrscht auch das Disc-Streaming und kann dadurch sehr lange Audiofiles abspielen.

Das Spielen auf der Touchscreen-Tastatur ist nicht ideal, aber dafür kann ein class-compliant USB-Keyboard angeschlossen werden. Ob als Loopsampler, Ideenschmiede oder Abspielgerät für Radiojingles oder Klanginstallationen, der hervorragend klingende robuste Winzling ist sehr universell einsetzbar.

 

 

 

Boss RC-505

Kein Sequencer, keine Drummachine, aber doch eine Groovebox im weitesten Sinne: Der RC-505 ist ein Loopsampler und erfreut sich seit fünf Jahren immer noch wachsender Beliebtheit, vielleicht auch weil geniale Performer wie Marc Rebillet oder Rico Loop auf YouTube immer wieder aufs Neue vorführen, wie spektakulär man damit performen kann. Da er ohne eigene Klangerzeugung auskommt, muss der RC-505 mit externen Sounds gefüttert werden und das kann von Beatboxing bis MIDI-Clock-synchronsiertes Equipment alles mögliche sein.

Bei der Superbooth 2019 zeigte Techno-Produzent Florian Meindl am Roland-Stand, wie er mit einem Modularsystem spontane Sequenzen erstellt, die er dann im RC-505 sampelt, loopt und in die Performance einfließen lässt. Die neue Firmware Version 2.0 bietet neue Effekttypen, Verschaltungen, zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten und mehr.

Wer keine fünf Loops benötigt, bekommt mit dem kleinen Bruder Boss RC-202 eine zweispurige Version (276,- Euro), die aufgrund ihrer Kompaktheit auch gut ins DJ-Handgepäck passt.

 

 

Korg Electribe 2, 2S, Blue & Red (Sampler)

Eigentlich haben wir es hier mit identischen Geräten zu tun. Die Electribe 2 (schwarz) und Electribe Blue sind Synth-Workstations, während die Electribe S und die Red auf Sampling spezialisiert sind. Da beide aber prinzipiell die gleiche Hardware aufweisen, muss man nur die frei erhältliche Firmware aufspielen, um aus der Synth-Tribe eine Sample-Tribe zu machen oder umgekehrt. Das geschieht auf eigene Gefahr, ist aber grundsätzlich möglich.

Aufgrund ihres kompakten Formfaktors und attraktiven Preises ist die Electribe 2S oder Red nach wie vor eine interessante Sample-Groovebox. Ein weiteres starkes Feature ist der Export aller Spuren als Ableton Live Projekt.

Roland MC-101

Trotz des sehr kompakten Formfaktors verfügt die MC-101 über den gleichen Sequencer und die gleiche Soundengine wie die große Schwester MC-707. Aber nur auf vier Spuren und sehr viel weniger flexibel, weil beschnitten. Tatsächlich wurde hier ein potentielles Performance-Monster in einem viel zu engen Käfig eingeschlossen. Auch schade, dass der timestretchende und pitchshiftende Audiolooper lediglich auf zwei der maximal vier Parts Anwendung finden darf.

Die MC-101 ist superkompakt, superleicht und kann mit Batterien betrieben werden. Leider ist sie im Vergleich zur Konkurrenz in meinen Augen etwas zu teuer.  

Roland SP-404A

Ein simpler Sampler, der lange Samples abspielen und mit vielen Effekten intuitiv verändern kann und gut mit der Roland AIRA TR-8 harmoniert. Etwas betagt, aber nach wie vor als unkompliziertes Arbeitstier beliebt, das auch batteriebetrieben verwendet werden kann.

 

 

 

 

Second Hand Tipp: Quasimidi Rave-O-Lution 309

Diese Rave-Groovebox aus deutscher Produktion war 1996 eine echte Alternative zur etwas schwachbrüstigen Roland MC-303. Unter anderem mitentwickelt von Jörg Schaaf (jetzt Radikal Technologies), besteht die 309 aus fünf übersichtlichen Sample-basierten Parts (BD, Snare, HiHat, Percussion, Bass/Lead-Synthesizer), mit denen komplette minimalistische Tracks produziert werden können.

Mit 16 Songs (99 Steps mit bis zu 64 Takten), 100 User-Patterns (bis zu 8 Takte pro Pattern) und 100 ROM-Patterns steht genug Sequencer-Platz für längere Liveacts zur Verfügung. Pro Drum-Part gibt es 64 Sounds, für den Synth-Part sogar 128. Wenn das nicht reicht, kann noch eine Drum-Expansion mit weiteren Samples und eine Synth-Expansion mit neuen Wellenformen, Samples und Filtern nachgerüstet werden. Außerdem sehr empfehlenswert: das Audio-Expansion-Board, das der 309 zwei weitere Audioausgänge und zwei Audioeingänge spendiert.

Wie das so klingt, könnt ihr z. B. auf den Stücken „Ach so“ und „Scratch Heaven“ meines Projects Brothers in Raw mit dem japanischen DJ Toby Izui hören, die bis auf wenige Samples komplett mit der 309 in einem kleinen Basement in Tokyo produziert wurden.

Die Quasimidi Rave-O-Lution 309 ist nur noch gebraucht erhältlich, aber nach wie vor eine inspirierende Maschine. Unbedingt darauf achten, ob die 309 mit oder ohne Expansions angeboten wird.

Grooveboxen bis 1.000,- Euro

Grooveboxen unter 1.000,- Euro erfüllen bereits alle Ansprüche an komplette Kompositionen ohne Computer, sind aber dennoch kompakt und erschwinglich.

Pioneer Toraiz SP-16

Mit der Sample-Workstation Toraiz SP-16 hat Pioneer DJ einen überraschend frischen Impuls gesetzt. Highlights sind Timestretching für bis zu 16 Loops à 32 Sekunden, die in 16 sogenannten Scenes aufgeteilt sein können, die intuitive Bedienung via 7-Zoll-Touchscreen, analoges Dave Smith Filter und Pro-DJ-Link zur Synchronisation mit Pioneer CDJs. Der TSP-16 ist straight-forward auf Performance ausgelegt und der Preis ist mittlerweile unter die magische 1.000,- Euro Marke gerutscht. Der Groovebox-Tipp für DJs!

Roland MC-707

Die Roland MC-707 kommt im gleichen Gehäuse wie die TR-8S daher und erscheint mit ihrer großen Fülle an Preset-Sounds, der mächtigen Synth-Engine und den Timestretch-Sample-Loops als legitimer Nachfolger der MC-303, die dem Groovebox-Genre den Namen gab.

Die Bedienung ähnelt den Clips in der Ableton Session View und tatsächlich hat sie alles an Bord, was zum Komponieren eines Songs benötigt wird. Wen der limitierte Sample-Speicher und die Beschränkung auf acht Spuren nicht stört, könnte mit der MC-707 sehr glücklich werden.

 

 

 

Akai MPC One

Die MPC One ist die kompakte Variante der MPC Live von Akai. Das standalone Beatmaker-Tool kommt mit den typischen 16 Drum-Pads, fünf Endlosdrehreglern und einem vollfarbigen 7“-Multi-Touch-Display. Die integrierte MPC-Software bietet mit Electric, Tubesynth und Bassline zudem drei integrierte Synth-Engines.

 

 

 

Elektron Digitakt

Sehr beliebte und kompakte Groovebox mit Anleihen an den großen Elektron Analog Rythm. Gut allein, noch besser aber als Schaltzentrale für externe Instrumente, dank der acht zusätzlichen MIDI-Sequencer-Spuren.

Tipp: Noch mehr intuitive Kontrolle durch die perfekt dazu passenden Controller Faderfox MX12 und/oder PC12.

Spezial Tipp: Synthstrom Audible Deluge

Der Deluge ist die Groovebox für die Insel. Unglaublich, was alles in dieser kleinen Kiste drinsteckt. Mit einer Matrix bestehend aus 128 RGB-Buttons steuert man einen Sampler mit Timestretch und Disk-Streaming, diverse sehr detailliert programmierbare Synthesizer-Modelle und -Effekte und einen ausgefuchsten Sequencer.

Deluge kann auf Wunsch per Akku betrieben werden und verfügt über MIDI und CV/Gate-Anschlüsse, ja sogar über ein Mikrofon und einen Mini-Lautsprecher. Die Polyphonie ist nur von der CPU begrenzt, die Sequenzen dürfen endlos lang sein, die BPM-Geschwindigkeit reicht von 1 bis 10.000.

Das spartanische vierstellige LC-Display macht die Bedienung anfangs etwas sperrig, aber weil man fast jede Funktion mit sehr wenigen Shortcuts über die RGB-Pad-Matrix erreichen kann, wird der Deluge bei häufiger Nutzung zu einem sehr persönlichen Instrument, das ohne viel zu schauen nur noch über den Status der RGB-Pads bedient werden kann. Weil das sympathische Zweimann-Unternehmen aber ständig neue kostenlose Firmware-Updates nachschiebt, kommt man aus dem Lernen trotzdem nie ganz heraus. Der kleine Alleskönner ist nicht im Laden erhältlich, sondern muss direkt am anderen Ende der Welt in Neuseeland bestellt werden. Das kostet ca. 800,- Euro plus Zoll, EuSt. & Shipping.

DJsSecond-Hand-Tipp: Yamaha RS7000

Geniale Mischung aus hochentwickeltem Sequencer, riesiger AWM2-Preset-Library und vielseitiger Sample-Engine, die auch das Slicen und tempounabhängige Abspielen von Sample-Loops beherrscht. Leider ist der einstige Akai MPC-2000 Konkurrent aus dem Jahre 2001 mit nur maximal 64 MB Speicherplatz und lahmem Laden und Speichern via Smart-Card oder SCSI nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Viele jüngere Leser wissen wahrscheinlich gar nicht mehr, was das alles ist.

Dabei ist das klar strukturierte Sequencer-Konzept mit individuell ladbaren „Styles“ (aka 16 Patterns mit 16 Tracks) und Realtime-Zugriff auf Parameter wie Pattern-Timing und MIDI-Delay immer noch einzigartig und Features wie Audioloop-Realtime-Remixing sind nach wie absolut brauchbar und eine Entdeckung wert.

Oder wie der deutsche RS7k-Wizard Bob Humid aus Köln sagen würde: „Hey, das ist wie Ableton Live zum Anfassen, aber begrenzt auf 64 MB!“

Grooveboxen über 1.000,- Euro

Grooveboxen über 1.000,- Euro treten nicht nur gegeneinander an, sondern konkurrieren auch mit Laptops und Sequencer-Programmen. Kein Wunder also, dass alle hier genannten Kandidaten im Leistungsumfang fast schon ausgewachsenen DAWs ähneln und sich mit direktem intuitivem Zugriff vor allem an jene Musiker wenden, die ohne Laptop auf die Bühne wollen oder einfach das „Mausgeschubse“ leid sind. Umso wichtiger ist es, den passenden Partner zu finden, denn jede hat ihre Stärken und Schwächen.

Electron Octatrack

Wie der Name schon sagt, verfügt der Octatrack nur über acht Spuren. Aber das war’s dann auch schon mit den Limitierungen. Seit fast einer Dekade ist der Octatrack das Sample-Arbeitspferd auf Bühnen weltweit und auch die aktuelle Mk.2-Version bietet außer einem neuen Gehäuse mit besserem Display und direkterem Zugriff keine weiteren Neuerungen zur ersten Version Octatrack DPS-1.

Eines der Highlights: Der Octatrack kann Samples von der Speicherkarte streamen. Die Komplexität der möglichen Schaltungen erlaubt es, den Octatrack auch als Mixer für externes Equipment zu nutzen, selbst DJ-Anwendungen sind möglich. 

Akai MPC Live II

Ganz frisch und neu ist die zweite Generation der beliebten MPC Live. Die akkubetriebene Groovebox kommt nun sogar mit integrierten Lautsprechern, die sehr brauchbar klingen. Das tragbare Powerhouse bietet die typische MPC-Experience, aber mit einem großen 7-Zoll-Touch-Screen, USB-, MIDI- und CV/Gate-Anschlüssen sowie WLAN- und Bluetooth-Konnektivität. Dazu gibt es auch die MPC-Software für Mac oder PC, mit der MPC Live Projekte am Computer weiterbearbeitet werden können.

 

 

 

Akai Force

Die Force kommt mit einer ähnlichen Engine wie die MPC Live, aber außen ist alles anders. Statt der typischen 4x4-Akai-Pad-Matrix ähnelt sie mit ihrer 8x8 RGB-Pad-Matrix Ableton Live Controllern wie Akai APC oder Push. Und so arbeitet man auch mit ihr: Ableton in Hardware gewissermaßen, wenn auch mit Einschränkungen in Sachen Speicherplatz.

Aber selbst interne Plug-ins hat die Force zu bieten: Die AIRmusic Instrumente Hype, Bassline, Electric und Tubesynth fühlen sich schon fast wie DAW-Plug-ins an. Dazu kommen sehr viele gute Effekte.

Die Force ist super-robust verarbeitet und Ableton-User, die nicht mit dem MPC-Workflow klarkommen, könnten hier den perfekten Partner für DAWless-Jamming finden. Nach wie vor liefert Akai beeindruckende kostenlose Updates und mittlerweile gibt die Force dank WiFi-Verbindung auch einen formidablen drahtlosen Ableton Live Controller ab.

Akai MPC X

Das Akai-Flaggschiff ist eigentlich nur eine große Version der MPC Live, aber hier ist alles so viel fetter und mächtiger. Das Touchpad ist hochklappbar und so groß wie ein iPad. Die 16 Q-Link-Regler links neben den typischen MPC-Pads bieten dank OLED-Anzeigen perfekte Kontrolle über die frei zuweisbaren Parameter und die Anschlusssektion wird nur von teuren Soundkarten getoppt. Hier bleiben keine MPC-Wünsche offen und daher ist die MPC X auch keine Groovebox im eigentlichen Sinne mehr, sondern eine komplette hochprofessionelle Produktionsmaschine.

Spezial-Tipp: Pioneer DJS-1000

Datenkompatibel mit dem Toraiz SP-16 ist der DJS-1000 eigentlich der perfekte DJ-Sampler, weil er sich in der Bedienung fast schon wie ein CDJ anfühlt. Aber er wurde nicht vom Markt angenommen und befindet sich bereits wieder auf dem Abstellgleis. Sehr schade, denn die Idee, seine Live-Loops zu Hause auf dem TSP-16 vorzufertigen und dann im Club einem dort georderten DJS-1000 per USB-Stick zuzuführen, zu performen und die live neu dazugewonnenen Loops gleich wieder zuhause im TSP-16 weiter zu verwerten, ist absolut faszinierend.

Zum Mitführen ist der DJS-1000 nämlich definitiv zu groß und zu sperrig, sein natürliches Habitat ist die DJ-Booth im Club, links oder rechts der CDJs. Dennoch ist diese robuste, professionelle und sträflich unterschätzte DJ-Groovebox definitiv ein Schnäppchen wert.

Eure Meinung

Welche Grooveboxen sind eure Favoriten? Sagt es uns in den Kommentaren!

 

 

Veröffentlicht am 11.08.2020

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